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Ratgeber Seniorenbetreuung

Betreuerin für die Eltern anstellen: Das müssen Sie als Arbeitgeber in der Schweiz regeln

Betreuerin reicht einem älteren Mann im Sessel lächelnd die Hand, eine jüngere Frau lacht daneben im Wohnzimmer
Wer eine Betreuerin für die Eltern anstellt, wird selbst Arbeitgeber mit AHV ab dem ersten Franken, Unfallversicherung und schriftlichem Vertrag.

Sie werden Arbeitgeber: AHV ab dem ersten Franken, Unfallversicherung, ein schriftlicher Vertrag. Eine Live-in-Betreuerin mit CHF 4'200 Barlohn kostet Sie im Kanton Zürich rund CHF 5'825 im Monat (ohne 13. Monatslohn), weil Kost und Logis mit CHF 990 als Lohn zählen und Arbeitgeberbeiträge und Pensionskasse dazukommen. Den Betrag für Ihren Kanton und Ihr Pensum zeigt der Rechner gleich unten.

Stand: Oktober 2026. Quellen: AHV-Merkblatt 2.06 (Beitragssätze, Naturallohn CHF 990) und BVG Art. 7 (Pensionskasse ab CHF 22'680 Jahreslohn). Beispiel mit 42 Std. pro Woche.

⏳ 8 Min. Lesezeit · 🔄 Aktualisiert für 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • 1Wer eine Betreuerin privat anstellt, ist Arbeitgeber. Die AHV-Anmeldung gilt ab dem ersten Franken Lohn, ohne Bagatellgrenze im Privathaushalt.
  • 2Eine privat angestellte Betreuerin darf betreuen, begleiten und den Haushalt führen. Medizinische Pflege bleibt Sache der Spitex bzw. von Pflegefachpersonen.
  • 3Kost und Logis zählen als Lohn, CHF 990 im Monat, auch wenn Sie dafür nichts auszahlen. Damit liegt praktisch jede Live-in über CHF 22'680 im Jahr: kein vereinfachtes Verfahren, und die Pensionskasse ist Pflicht: ab 18 für Tod und Invalidität, ab 25 auch fürs Alterssparen.
  • 4Nachts zählen aktive Einsätze als Arbeitszeit, im Kanton Zürich mit 25% Zuschlag. Reine Präsenzzeit muss ebenfalls entschädigt werden: Legen Sie den Ansatz im Vertrag fest.

Was eine private Betreuerin wirklich kostet

Stundenweise oder Live-in, mit Ihrem Kanton und dem Alter der Betreuerin. Der Rechner zeigt das Netto der Betreuerin, Ihre Arbeitgeberbeiträge und ob die Pensionskasse Pflicht ist:

Betreuungs-Rechner 2026

Was Ihre Betreuerin wirklich kostet

Stundenweise Betreuung oder Live-in mit Kost & Logis? Dieser Rechner zeigt die ehrlichen Arbeitgeberkosten - inklusive Naturallohn (CHF 990/Monat) und BVG, wo sie Pflicht sind.

Angaben zur Betreuerin

30.00
10h
45

Betreuerin erhält netto (bar)

2026

CHF 1'297

pro Monat • AHV-pflichtiger Bruttolohn: CHF 1'407 (inkl. 8.33% Ferienzuschlag)

Abzüge der Betreuerin

AHV/IV/EO− CHF 75
ALV− CHF 15
UVG-NBU (Unfall Freizeit)− CHF 20

Ihre Arbeitgeberkosten

AHV/IV/EO Arbeitgeber− CHF 75
ALV Arbeitgeber− CHF 15
UVG-BU (Berufsunfall)− CHF 7
FAK (Familienzulagen)− CHF 14
Gesamtkosten pro JahrCHF 18'226

Bruttolohn (inkl. Naturallohn) + alle Arbeitgeberbeiträge

Unter der BVG-Schwelle

Jahreslohn nicht über CHF 22'680 - BVG ist nicht obligatorisch. Bei Live-in-Betreuung ist die Schwelle praktisch immer überschritten.

Richtwert ohne Quellensteuer. Effektive Beträge hängen von Kanton, Vorsorgeplan und persönlicher Situation ab - die exakte Abrechnung übernimmt Clino.

Clino bereitet AHV, UVG, Naturallohn-Abrechnung und Lohnausweis vor - für CHF 19.90/Monat.

Betreuerin mit Clino anmelden

Die Grundsatzentscheidung: Spitex, Betreuungsagentur oder private Anstellung?

Bevor Sie eine Betreuerin anstellen, lohnt sich ein ehrlicher Vergleich der drei Wege. Alle drei haben ihre Berechtigung. Oft ist die beste Lösung eine Kombination: eine privat angestellte Betreuerin für Alltag und Gesellschaft, die Spitex für die medizinische Pflege.

So unterscheiden sich die drei Modelle:

Spitex vs. Agentur vs. private Anstellung

KriteriumSpitexBetreuungsagenturPrivate Anstellung
KostenniveauStundentarife; Pflegeleistungen werden über die Krankenkasse mitfinanziert, reine Betreuung meist nichtHoch - Rundum-Service mit Marge und Administration, deutlich teurer als die private AnstellungLohn + Sozialabgaben; bei gleichem Pensum in der Regel die günstigste Variante
Wer ist Arbeitgeber?Die Spitex-OrganisationJe nach Modell die Agentur (Personalverleih) - bei reiner Vermittlung sind es SieSie selbst - mit allen Arbeitgeberpflichten
Kontinuität & BezugspersonWechselnde Einsatzkräfte, kurze EinsätzeMeist feste Betreuerin, mit RotationEine feste Bezugsperson, von Ihnen ausgewählt
Kontrolle & FlexibilitätFester Einsatzplan der OrganisationMittel - Absprachen laufen über die AgenturMaximal - Sie bestimmen Person, Zeiten und Aufgaben
Medizinische PflegeJa - Kernkompetenz, ärztlich verordnet über die Krankenkasse abrechenbarNur, wenn ausgebildetes Pflegefachpersonal gestellt wirdNein - Betreuung und Haushalt; Pflege ergänzend über die Spitex

Agentur-Rundumpakete: deutlich teurer

24h-Betreuung über eine Agentur kostet wegen Marge, Administration und Personalrotation häufig mehrere Tausend Franken pro Monat mehr als die private Anstellung derselben Betreuerin. Dafür nimmt Ihnen die Agentur die Arbeitgeberrolle ab. Wer die Administration anders löst - zum Beispiel mit Clino - behält die Kontrolle und spart erheblich.

Der Mittelweg: reine Vermittlung

Manche Agenturen bieten zwei Wege an: ein Rundumpaket, bei dem die Agentur Arbeitgeberin ist, und eine reine Vermittlung. Bei der Vermittlung sucht und prüft die Agentur die Betreuerin, Sie wählen aus und stellen sie selbst an. Das kostet deutlich weniger. Die Arbeitgeberpflichten liegen dann bei Ihnen: AHV-Anmeldung, Arbeitsvertrag, Lohnabrechnung. Genau diesen Teil übernimmt Clino.

Sandra's Huusengel GmbH

Vermittelt von Schinznach-Bad aus schweizweit Haushaltshilfen und Seniorenbetreuerinnen, stundenweise oder als 24h-Betreuung, mit Bewilligung für private Arbeitsvermittlung. Im Vermittlungspaket «Smaragd» wählen Sie aus drei Bewerberinnen und stellen selbst an.

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Wer unterschreibt, wenn Mutter oder Vater es nicht mehr kann?

Am einfachsten ist der Elternteil selbst Arbeitgeber, nicht Sie: Die Arbeit findet in seinem Haushalt statt, der Lohn kommt von seinem Konto, und Hilflosenentschädigung und Ergänzungsleistungen gehen an ihn und decken seine Kosten (Art. 14 ELG). Sie organisieren alles, unterschreiben aber in seinem Namen. Dafür brauchen Sie je nach Lage eine andere Grundlage:

Er oder sie kann noch selbst entscheiden

Dann unterschreibt der Elternteil Vertrag und AHV-Anmeldung selbst, den Rest erledigen Sie mit einer schriftlichen Vollmacht. Achtung: Eine gewöhnliche Vollmacht erlischt grundsätzlich, sobald er urteilsunfähig wird (Art. 35 OR). Nutzen Sie die Zeit für einen Vorsorgeauftrag: von Anfang bis Ende von Hand geschrieben, datiert und unterschrieben, oder notariell beurkundet (Art. 361 ZGB).

Es gibt einen Vorsorgeauftrag

Wird der Elternteil urteilsunfähig, prüft die KESB den Vorsorgeauftrag und stellt Ihnen eine Urkunde über Ihre Befugnisse aus (Art. 363 ZGB). Umfasst er die Vermögenssorge, schliessen Sie damit den Arbeitsvertrag im Namen des Elternteils ab und melden die Betreuerin bei der Ausgleichskasse an.

Kein Vorsorgeauftrag, und er oder sie ist urteilsunfähig

Kinder haben für Verträge und Geld kein gesetzliches Vertretungsrecht, anders als bei medizinischen Entscheiden (Art. 378 ZGB). Ein Ehepartner, der im selben Haushalt lebt oder regelmässig beisteht, kann die laufenden Angelegenheiten regeln (Art. 374 ZGB). Sonst errichtet die KESB eine Beistandschaft, und Sie können sich als Beistand oder Beiständin vorschlagen. Das kann Wochen dauern: Melden Sie sich früh bei der KESB.

Betreuung vs. Pflege - was eine private Betreuerin darf

Die wichtigste fachliche Grenze: Betreuung ist nicht Pflege. Eine privat angestellte Betreuerin ohne Pflegebewilligung darf den Alltag erleichtern, Gesellschaft leisten und den Haushalt führen. Medizinische und pflegerische Leistungen im engeren Sinn sind dagegen bewilligungspflichtig und gehören in die Hände der Spitex oder diplomierter Pflegefachpersonen.

Diese Abgrenzung ehrlich zu ziehen schützt alle Beteiligten, also die betreute Person, die Betreuerin und Sie als Arbeitgeber:

Braucht Spitex / Pflegefachperson

  • •Medizinische Pflege: Wundversorgung, Injektionen, Medikamente richten und verabreichen
  • •Behandlungspflege auf ärztliche Anordnung
  • •Grundpflege bei Pflegebedürftigkeit (z.B. Körperpflege) - je nach Kanton bewilligungspflichtig
  • •Alles, was über die Krankenversicherung abgerechnet werden soll

Darf die private Betreuerin

  • •Betreuung & Gesellschaft: Gespräche, Spaziergänge, Aktivierung, Tagesstruktur
  • •Haushalt: Kochen, Einkaufen, Wäsche, Reinigung
  • •Begleitung: Arzttermine, Behörden, Besuche, Einkäufe
  • •Alltagshilfe: an Medikamente erinnern, einfache Hilfestellungen im Alltag

Das Kombimodell ist Alltag

In der Praxis bewährt sich die Kombination: Die private Betreuerin deckt Alltag, Haushalt und Gesellschaft ab, die Spitex kommt punktuell für die medizinische Pflege. Beides schliesst sich nicht aus - im Gegenteil.

Schritt für Schritt: So stellen Sie eine Betreuerin korrekt an

Der Weg von der Suche bis zur ersten Lohnabrechnung - in sieben Schritten:

1

Die richtige Person finden

Empfehlungen aus dem Umfeld, Inserate oder Plattformen. Für ein grösseres Pensum eignet sich ein Gratis-Inserat auf operi.ch, für wenige Stunden pro Woche tili.ch. Referenzen prüfen, Probetag vereinbaren und die betreute Person unbedingt einbeziehen: Die Chemie muss für sie stimmen.

2

Arbeitsvertrag abschliessen

Schriftlich, mit Aufgaben, Pensum, Lohn, Probezeit und Ferien. Bei Live-in zwingend auch mit Regelung von Präsenzzeit sowie Kost & Logis.

3

AHV anmelden - ab dem ersten Franken

Im Privathaushalt gibt es keine Bagatellgrenze: Jeder Lohn ist AHV-pflichtig und muss bei der Ausgleichskasse Ihres Wohnkantons abgerechnet werden.

4

Unfallversicherung (UVG) abschliessen

Berufsunfall (BU) ist immer zu versichern. Ab 8 Stunden pro Woche zusätzlich Nichtberufsunfall (NBU) - bei einer Betreuerin praktisch immer der Fall.

5

Monatliche Lohnabrechnung + Lohnausweis

AHV/IV/EO 5.3%, ALV 1.1% (je Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite), UVG-BU 0.505% und FAK (kantonal) korrekt abrechnen. Ende Jahr braucht die Betreuerin einen Lohnausweis, im vereinfachten Verfahren stattdessen die Bestätigung der Ausgleichskasse über den Quellensteuerabzug.

6

Quellensteuer prüfen

Betreuerinnen ohne C-Bewilligung und ohne Schweizer Pass unterliegen der Quellensteuer. Sie müssen sie vom Lohn abziehen und dem Kanton abliefern. Im vereinfachten Verfahren gilt dagegen für alle pauschal 5 %, auch für Schweizerinnen, abgerechnet über die Ausgleichskasse.

7

BVG (Pensionskasse) prüfen

Obligatorisch über CHF 22'680 Jahreslohn: ab 18 für Tod und Invalidität, ab 25 auch fürs Alterssparen. Bei einer Live-in-Betreuerin ist die Schwelle praktisch immer überschritten.

5.3%
AHV/IV/EO (je Seite)
1.1%
ALV (je Seite)
0.505%
UVG-BU (Arbeitgeber)
CHF 22'680
BVG-Schwelle/Jahr

Vereinfachtes Verfahren? Meist nicht.

Das vereinfachte Abrechnungsverfahren steht nur bis CHF 22'680 Jahreslohn offen. Eine Betreuerin mit substanziellem Pensum liegt darüber, eine Live-in erst recht. Dann gilt das ordentliche Verfahren mit monatlicher Abrechnung. Wer gar nicht anmeldet, riskiert Nachzahlungen und eine Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen (AHVG Art. 87).

Arbeitsvertrag für die Betreuung erstellen

Informationen für Betreuerinnen

Erste Nachricht an eine Betreuerin

Hofer

online

Guten Tag Frau Hofer, ich habe Ihr Inserat gesehen. Wir suchen für meine Mutter (82, gut zu Fuss, braucht aber Gesellschaft und Hilfe im Alltag) eine Betreuerin für ca. 20 Stunden pro Woche. Alles wird korrekt bei der AHV angemeldet. Hätten Sie Zeit für ein Kennenlernen?

09:12

Guten Tag! Ja, sehr gerne. Ich habe bereits Erfahrung in der Seniorenbetreuung. Würde Mittwochnachmittag passen?

09:40

Mittwoch um 15 Uhr würde wunderbar passen. Ich schicke Ihnen die Adresse. Vielen Dank!

09:44
Nachricht

24h-Betreuung zuhause: Präsenzzeit, Naturallohn und das Pendelmodell

Wenn die Betreuerin bei der betreuten Person wohnt (Live-in), gelten besondere Regeln. Das SECO stellt dafür einen Modell-NAV für die 24-Stunden-Betreuung in Privathaushalten bereit. Er regelt insbesondere Arbeits- und Präsenzzeit. Verbindlich bleiben daneben die kantonalen Normalarbeitsverträge (NAV) Hauswirtschaft mit ihren Mindestlöhnen.

Kost und Logis zählen als Lohn

Wer bei Ihnen isst oder wohnt, bekommt einen Teil des Lohns in Naturalien. Diese Werte gelten für die AHV.

  • CHF 3.50Frühstück
  • CHF 10.00Mittagessen
  • CHF 8.00Abendessen
  • CHF 11.50Unterkunft

Alles zusammen: CHF 33 pro Tagoder CHF 990 pro Monat

Der Naturallohn kommt zum Barlohn dazu: Auf dem Total zahlen Sie und Ihre Angestellte die Sozialversicherungsbeiträge, und er gehört in den Lohnausweis.

"24h-Betreuung" heisst nicht, dass eine Person 24 Stunden arbeitet

Niemand darf rund um die Uhr im Einsatz sein. Das wäre weder rechtlich zulässig noch für die Betreuerin zumutbar. "24h-Betreuung" bedeutet, dass jemand rund um die Uhr im Haus präsent ist: mit aktiven Arbeitsblöcken, Ruhezeiten und einer klar geregelten Präsenzzeit für die Nacht. Ein Beispieltag zeigt, wie sich das in der Praxis aufteilt:

Beispiel: Tagesablauf einer Live-in-Betreuerin

07:00 - 12:00Aktive Betreuung: Aufstehen, Frühstück, Körperpflege, Haushalt
12:00 - 14:00Mittagspause der Betreuerin (Ruhezeit, keine Arbeitspflicht)
14:00 - 19:00Aktive Betreuung: Spaziergang, Termine, Abendessen vorbereiten
19:00 - 22:00Präsenzzeit: Betreuerin ist im Haus, aber nicht durchgehend gefordert
22:00 - 07:00Nachtpräsenz auf Abruf: Ruhezeit der Betreuerin, mit Bereitschaft für Notfälle - diese Zeit ist gesondert zu entschädigen

Illustratives Beispiel. Die tatsächliche Aufteilung wird im Arbeitsvertrag individuell geregelt und muss die Ruhezeit- und Präsenzzeit-Vorgaben des SECO-Modell-NAV einhalten.

Präsenzzeit ist zu entschädigen

Zeit, in der die Betreuerin auf Abruf bereitstehen muss (z.B. nachts), ist keine Freizeit. Sie muss entschädigt werden, zu einem im Vertrag vereinbarten Ansatz oder pauschal, wie es der SECO-Modell-NAV vorzeichnet.

Kantonale Mindestlöhne gelten

Der NAV Hauswirtschaft schreibt je nach Kanton verbindliche Mindestlöhne vor (ab CHF 20.35/h für Ungelernte). Auch bei Live-in-Modellen darf der Lohn - inklusive Naturallohn gerechnet - nicht darunter liegen.

Ruhezeit und freie Tage

Auch eine Live-in-Betreuerin braucht tägliche Ruhezeiten, freie Tage pro Woche und Ferien. Wer durchgehende Betreuung rund um die Uhr verspricht, kann das mit einer einzigen Person rechtlich nicht abdecken.

Das Pendelmodell (2 Betreuerinnen)

In der Praxis wechseln sich häufig zwei Betreuerinnen im Turnus ab (z.B. alle 2-4 Wochen). Wichtig: Beide sind Ihre Arbeitnehmerinnen - beide brauchen Vertrag, AHV-Anmeldung und Lohnabrechnung. Und ein Aufenthaltsrecht: Bei einer Stelle von höchstens drei Monaten pro Kalenderjahr genügt für EU/EFTA-Bürgerinnen das Online-Meldeverfahren, das Sie spätestens am Vortag erledigen; es ersetzt die AHV-Anmeldung nicht. Im üblichen Turnus kommen beide auf mehr und brauchen eine Bewilligung L oder B.

Finanzierung: Diese Unterstützung gibt es

Private Betreuung ist eine erhebliche finanzielle Belastung - drei Instrumente können sie spürbar mildern:

Hilflosenentschädigung der AHV

Wer bei alltäglichen Verrichtungen dauerhaft auf Hilfe angewiesen ist, hat Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung, unabhängig von Einkommen und Vermögen. Anmeldung bei der IV-Stelle des Wohnkantons, ausbezahlt von der Ausgleichskasse; die Höhe richtet sich nach dem Grad der Hilflosigkeit.

Ergänzungsleistungen (EL)

Reichen Rente und Einkommen nicht, können Ergänzungsleistungen greifen. Krankheits- und Behinderungskosten - dazu können auch Betreuungskosten gehören - werden teilweise zusätzlich vergütet. Die Details sind kantonal geregelt.

Steuerabzug für Betreuungskosten

Behinderungsbedingte Kosten und je nach Kanton auch weitere Betreuungs- und Krankheitskosten lassen sich in der Steuererklärung abziehen. Saubere Lohnabrechnungen und der Lohnausweis sind dafür die Belege.

Wie hoch die Hilflosenentschädigung in Ihrem Fall ist und wie Sie sie beantragen: Hilflosenentschädigung: Anspruch und Beträge. Was Krankenkasse und Ergänzungsleistungen an die Spitex oder an eine eigene Angestellte zahlen: Spitex oder private Betreuung: Kosten und wer zahlt.

Betreuerin anstellen: Die komplette Checkliste

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Betreuerin-Anstellungs-Checkliste

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Häufige Fragen

Muss ich eine private Betreuerin bei der AHV anmelden?
Ja, ab dem ersten Franken Lohn. Im Privathaushalt gibt es keine Bagatellgrenze. Jeder Lohn ist AHV-pflichtig und muss bei der Ausgleichskasse abgerechnet werden.
Was darf eine Betreuerin ohne Pflegeausbildung tun?
Betreuung, Gesellschaft, Haushalt, Begleitung zu Terminen und Alltagshilfe - inklusive an Medikamente erinnern. Medizinische Pflege wie Wundversorgung, Injektionen oder das Richten von Medikamenten gehört zur Spitex bzw. zu Pflegefachpersonen.
Was kostet eine private 24h-Betreuung?
Im Kanton Zürich rund CHF 5'825 im Monat bei CHF 4'200 Barlohn (ohne 13. Monatslohn, Stand Oktober 2026): Barlohn plus Naturallohn (CHF 990 für Kost und Logis), dazu Arbeitgeberbeiträge an AHV/IV/EO, ALV, Familienzulagen und Unfallversicherung sowie die halbe Pensionskasse. Agentur-Rundumpakete sind deutlich teurer. Rechnen Sie Ihren Fall mit dem Lohnrechner für Betreuerinnen durch.
Wie werden Kost und Logis abgerechnet?
Als Naturallohn zu den offiziellen AHV-Ansätzen: Frühstück CHF 3.50, Mittagessen CHF 10, Abendessen CHF 8, Unterkunft CHF 11.50. Das ergibt total CHF 33 pro Tag bzw. CHF 990 pro Monat. Der Betrag zählt zum AHV-pflichtigen Lohn.
Muss Präsenzzeit bezahlt werden?
Ja. Zeit auf Abruf, etwa nachts im Haus der betreuten Person, ist keine Freizeit und muss entschädigt werden. Der SECO-Modell-NAV für die 24h-Betreuung zeigt, wie das im Vertrag geregelt wird.
Kann ich das vereinfachte Abrechnungsverfahren nutzen?
Nur bis CHF 22'680 Jahreslohn. Eine Betreuerin mit grossem Pensum oder Live-in liegt praktisch immer darüber. Dann gilt das ordentliche Verfahren mit monatlicher Lohnabrechnung.
Was ist mit der Quellensteuer bei ausländischen Betreuerinnen?
Ohne C-Bewilligung und ohne Schweizer Pass unterliegt der Lohn der Quellensteuer. Sie als Arbeitgeber ziehen sie ab und liefern sie dem Kanton ab. Der Tarif hängt von der persönlichen Situation ab. Im vereinfachten Verfahren gilt dagegen für alle pauschal 5 %, auch für Schweizerinnen, abgerechnet über die Ausgleichskasse.
Gilt die Pensionskasse (BVG) auch für Betreuerinnen?
Ja, über CHF 22'680 Jahreslohn: ab dem 1. Januar nach dem 17. Geburtstag für Tod und Invalidität, ab dem 1. Januar nach dem 24. Geburtstag auch fürs Alterssparen. Bei Live-in-Betreuung zählen Barlohn plus Naturallohn, damit ist die Schwelle praktisch immer überschritten. Der BVG-Anschluss ist dann obligatorisch.
Was riskiere ich, wenn ich die Betreuerin nicht anmelde?
Nachzahlung sämtlicher Beiträge (rückwirkend, mit Verzugszinsen) und eine Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen nach AHVG Art. 87. Bei einem Unfall ohne UVG zahlt zudem die Ersatzkasse UVG und stellt Ihnen Ersatzprämien in Rechnung (Art. 95 UVG).
Meine Mutter ist dement und kann nicht mehr selbst entscheiden. Wer ist Arbeitgeber der Betreuerin?
Am einfachsten Ihre Mutter selbst: Die Arbeit findet in ihrem Haushalt statt, und Hilflosenentschädigung und Ergänzungsleistungen decken ihre Kosten. Unterschreiben können Sie für sie mit einem Vorsorgeauftrag, den die KESB geprüft hat, oder als Beistand oder Beiständin. Eine gewöhnliche Vollmacht erlischt grundsätzlich, sobald sie urteilsunfähig ist (Art. 35 OR).

Quellen & Rechtsgrundlagen

  • Schweizerisches Obligationenrecht (OR), Art. 319-362
  • SECO - Modell-NAV für die 24-Stunden-Betagtenbetreuung in Privathaushalten
  • NAV Hauswirtschaft - kantonale Normalarbeitsverträge mit Mindestlöhnen
  • AHV/IV-Merkblätter (ahv-iv.ch): Hausdienstarbeit, Naturallohn-Ansätze, Hilflosenentschädigung, Ergänzungsleistungen
  • AHVG Art. 88 - Strafbestimmungen bei Verletzung der Beitragspflicht
  • ZGB Art. 360-369 (Vorsorgeauftrag), Art. 374 (Vertretung durch Ehegatten), Art. 390 ff. (Beistandschaft); OR Art. 35 (Erlöschen der Vollmacht); ELG Art. 14
Salvador Jovells

Salvador Jovells, Gründer von Clino