Zum Inhalt springen

Putzfrau schwanger: keine Kündigung bis 16 Wochen nach der Geburt, den Urlaub zahlt die EO

Geben Sie Geburtstermin und Lohn ein: Sie sehen sofort, bis wann der Kündigungsschutz läuft, wann der Mutterschaftsurlaub endet und wie viel die EO ihr zahlt.

· Art. 336c OR (fedlex)

Schwangerschafts-Planer

Kanton Zürich: Geburtstermin , Lohn  CHF pro Stunde,  Std. pro Woche.

Termin und Zahlen antippen und ändern: alles rechnet sofort mit.

Bei der AHV angemeldet?

Kündigen: nicht vor dem 25. Juni 2027

Der Kündigungsschutz gilt während der ganzen Schwangerschaft und 16 Wochen nach der Geburt (Art. 336c OR, nach der Probezeit). Eine Kündigung in dieser Zeit ist nichtig. Sie selbst darf jederzeit kündigen.

SchwangerschaftMutterschaftsurlaubSchutz läuft weiter
Heute
6. Okt.
Geburt
5. März
Urlaub bis
10. Juni
Schutz bis
25. Juni

MSE total (14 Wochen)

CHF 2'134

MSE pro Tag

CHF 21.78

Wer zahlt

Die EO, nicht Sie

80 % ihres Bruttolohns von CHF 817 im Monat (inkl. Ferienzuschlag). Die Ausgleichskasse zahlt die Mutterschaftsentschädigung aus, finanziert über die EO-Beiträge, die Sie mit dem Lohn schon abrechnen.

Nach der Geburt wird die MSE bei der Ausgleichskasse beantragt, von ihr oder von Ihnen für sie. Voraussetzung: 9 Monate AHV-versichert und 5 Monate erwerbstätig vor der Geburt.

Mit Clino tragen Sie den Mutterschaftsurlaub als Absenz ein, und die Lohnabrechnungen dieser Monate stimmen.

Gratis starten, mit CHF 29/h →

Checkliste für die korrekte Anstellung per E-Mail

AHV, Unfallversicherung, Vertrag, Lohnabrechnung. Eine Seite, kein Spam.

Sie sind selbst schwanger? Ihr Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung →

Schwangere Frau in grüner Strickjacke sitzt am Fenster, eine Hand auf dem Bauch, in der anderen eine Tasse Tee
Ist die Putzfrau schwanger, darf ihr bis 16 Wochen nach der Geburt nicht gekündigt werden.

Sperrfrist: Wann dürfen Sie nicht kündigen?

Eine Kündigung während der Sperrfrist ist nichtig (Art. 336c Abs. 2 OR). Das bedeutet: Sie hat keine rechtliche Wirkung - als wäre sie nie ausgesprochen worden. Auch eine bereits laufende Kündigungsfrist wird durch die Sperrfrist unterbrochen und läuft erst nach deren Ende weiter.

Beispiel: Sie kündigen Ihrer Haushaltshilfe am 1. März mit Kündigungsfrist von einem Monat. Am 15. März erfahren Sie, dass sie seit Februar schwanger ist. Die Kündigung ist nichtig. Frühestens 16 Wochen nach der Geburt können Sie erneut und formgerecht kündigen.

Als Arbeitgeber NICHT erlaubt

  • •Kündigung während Schwangerschaft
  • •Kündigung innerhalb 16 Wochen nach Geburt
  • •Schwere körperliche Arbeit zuweisen
  • •Arbeit mit gefährlichen Chemikalien

Als Arbeitgeber erlaubt

  • •Arbeitsbedingungen gemeinsam anpassen
  • •Einvernehmliche Vertragsauflösung vereinbaren
  • •Vertretung für Mutterschaftsurlaub planen
  • •Nach Ablauf der Sperrfrist kündigen

Arbeit anpassen: was Sie ab heute ändern

Hände einer schwangeren Frau halten kleine gestrickte Babyschuhe über einem aufgeschlagenen Buch
Nicht erst auf Nachfrage: Die Arbeit an die Schwangerschaft anzupassen, gehört zur Fürsorgepflicht des Arbeitgebers (Art. 328 OR).

Das Arbeitsgesetz (und damit die ArGV 1) gilt für Privathaushalte nicht direkt (Art. 2 ArG). Massgebend ist Ihre Fürsorgepflicht als Arbeitgeber (Art. 328 OR): Sie müssen die Arbeitsbedingungen aktiv anpassen - nicht erst auf Anfrage der Arbeitnehmerin. Kann sie wegen Beschwerden gar nicht arbeiten, gilt die Lohnfortzahlung wie bei Krankheit. Die folgenden Standards orientieren sich an der Mutterschutz-Praxis:

Checkliste: Ihre Pflichten als Arbeitgeber

Häufige Fragen

Darf ich meiner schwangeren Putzfrau kündigen?
Nein. Während der gesamten Schwangerschaft und 16 Wochen nach der Geburt gilt eine Sperrfrist (Art. 336c OR). Eine Kündigung in dieser Zeit ist nichtig - sie hat keinerlei rechtliche Wirkung.
Was, wenn sie erst seit kurzem bei mir arbeitet?
Die Sperrfrist gilt nach Ablauf der Probezeit (Art. 336c OR) - dann aber unabhängig davon, wie lange das Arbeitsverhältnis besteht. Während der Probezeit (in der Regel der erste Monat) ist eine Kündigung möglich, aber nicht wegen der Schwangerschaft: Das verbietet das Gleichstellungsgesetz (Art. 3 GlG), die Entschädigung beträgt bis zu 6 Monatslöhne (Art. 5 GlG). Für die MSE braucht sie zudem 9 Monate AHV-Versicherung und 5 Monate Erwerbstätigkeit vor der Geburt.
Wer zahlt die Mutterschaftsentschädigung?
Die EO (Erwerbsersatzordnung), finanziert über die AHV-Beiträge. Nicht Sie als Arbeitgeber. Sie zahlen ganz normal Ihre AHV-Beiträge (AHV/IV/EO: 10.6% des Bruttolohns, je zur Hälfte von Ihnen und Ihrer Angestellten getragen) - die MSE wird dann von der Ausgleichskasse ausbezahlt.
Was, wenn sie nach dem Mutterschaftsurlaub nicht zurückkommen will?
Die Arbeitnehmerin kann jederzeit kündigen - auch während der Schwangerschaft oder des Mutterschaftsurlaubs. Wenn sie nicht zurückkehren möchte, können Sie den Vertrag einvernehmlich auflösen oder sie kündigt selbst mit der vereinbarten Frist.
Deckt das vereinfachte Verfahren die MSE-Beiträge ab?
Ja. Das vereinfachte Abrechnungsverfahren (für Haushaltshilfen bis CHF 22'680/Jahr pro Arbeitgeber) schliesst alle Sozialversicherungsbeiträge ein - auch die EO, aus der die Mutterschaftsentschädigung finanziert wird. Solange Sie Ihre Haushaltshilfe korrekt angemeldet haben, ist sie abgesichert.

Quellen & weiterführende Informationen

Salvador Jovells

Salvador Jovells, Gründer von Clino