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Versicherung & Pflicht

UVG-Unfallversicherung für Haushaltshilfen: Pflicht ab der ersten Stunde

Haushaltshilfe putzt lächelnd ein hohes Altbaufenster, ein grünes Tuch in der Hand
Die Unfallversicherung (UVG) ist ab der ersten Arbeitsstunde Pflicht, und die Prämie ist klein.

Die Unfallversicherung (UVG) ist für jede Putzfrau oder Haushaltshilfe Pflicht, ab der ersten Arbeitsstunde. Fehlt die Police, zahlt die Ersatzkasse UVG und verlangt von Ihnen Ersatzprämien bis 5 Jahre zurück. Die Prämie selbst ist klein: Bei 4 Stunden pro Woche zu CHF 25 sind es rund CHF 26 im Jahr.

Antwort in 30 Sekunden

Ja, ab der ersten Arbeitsstunde: Die Berufsunfallversicherung (BU) ist für jede Haushaltshilfe Pflicht und wird immer vom Arbeitgeber bezahlt. Ab 8 Stunden pro Woche bei Ihnen kommt die Nichtberufsunfallversicherung (NBU) dazu, die Sie vom Lohn abziehen dürfen. Über VAVplus, das Sie bei der Anmeldung in jedem Kanton ankreuzen können, kostet das 2026 0.505 % (BU) und 1.432 % (NBU) des Bruttolohns.

Das gilt, wenn

Für alle, die privat eine Haushaltshilfe, Putzkraft, Nanny oder Betreuung anstellen - die UVG-Pflicht gilt ab dem ersten Franken Lohn, egal wie wenige Stunden.

Was passiert bei einem Unfall

  1. Tag 1

    Unfall

    Bei der Arbeit oder auf dem Arbeitsweg

  2. Ab Tag 1

    Heilkosten

    Arzt, Spital, Therapie: zu 100%, ohne Franchise

  3. Ab Tag 4

    Taggeld

    80% des Lohnes, bis sie wieder arbeiten kann

  4. Dauerhaft

    Rente

    Bei Invalidität, im Todesfall für die Hinterbliebenen

Die UVG-Police zahlt

Ohne Police zahlt die Ersatzkasse UVG die Leistungen trotzdem und verlangt von Ihnen Ersatzprämien bis fünf Jahre, bei Unentschuldbarkeit das Doppelte (Art. 95 UVG).

Offizielle Daten 2026Quelle: BSV + SUVA

Wer braucht eine UVG-Versicherung?

Hölzerner Tritthocker mit einem gefalteten Putztuch auf hartem Küchenboden, davor ein langer Schatten im Sonnenlicht
Ein Schritt daneben beim Schrankputzen reicht. Die Versicherung gegen Berufsunfälle ist ab der ersten Arbeitsstunde Pflicht, auch bei zwei Stunden pro Woche.

Die kurze Antwort: Jeder Arbeitgeber in der Schweiz. Die ausführliche Antwort hängt vom Pensum ab:

1

Putzfrau, Reinigungskraft oder Haushaltshilfe - ab der 1. Arbeitsstunde BU-pflichtig

2

Babysitter, Nanny, Au-pair oder Kindermädchen - UVG-pflichtig wie jede andere Anstellung

3

Gärtner, Hauswart, Pflegehilfe - alle gelten als Arbeitnehmer im Privathaushalt

4

Auch Teilzeitkräfte mit Stundenlohn sind vollwertige Arbeitnehmer im Sinne des UVG

Die Unfallversicherung ist nur eine Ihrer Pflichten als Arbeitgeber. Welche Versicherungen für Ihre Haushaltshilfe insgesamt gelten, zeigt ein Check aller Pflichtversicherungen.

BU vs. NBU: Die zwei Säulen der Unfallversicherung

Das UVG unterscheidet zwei Kategorien von Unfällen - und die Regeln sind verschieden:

Berufsunfall (BU)
Nichtberufsunfall (NBU)
Was ist versichert?
Unfall bei der Arbeit (unter 8 Std./Woche auch auf dem Arbeitsweg)
Unfall in der Freizeit - Ski, Velo, zu Hause
Ab wann Pflicht?
Ab der ersten Arbeitsstunde
Ab 8 Stunden pro Woche bei Ihnen
Wer zahlt die Prämie?
Immer Sie als Arbeitgeber
Die Angestellte - Abzug vom Lohn erlaubt
Prämiensatz (VAVplus)
0.505% des Bruttolohns
1.432% des Bruttolohns

Berufsunfall (BU): Deckt auch Berufskrankheiten

Und in Ihrem Fall?

< 8 h

Weniger als 8 Std./Woche bei Ihnen

Sie versichern nur Berufsunfälle. Passiert in der Freizeit etwas, ist ihre Krankenkasse zuständig.

≥ 8 h

8 Std./Woche oder mehr bei Ihnen

Sie versichern Berufs- und Nichtberufsunfälle. Die NBU-Prämie ziehen Sie ihr vom Lohn ab, ausser Sie vereinbaren im schriftlichen Arbeitsvertrag, dass Sie sie übernehmen.

8-Stunden-Regel verstehen: Wichtig: Die 8-Stunden-Grenze bezieht sich auf die Arbeitszeit bei einem einzelnen Arbeitgeber. Arbeitet Ihre Putzfrau 4 Stunden bei Ihnen und 9 Stunden bei einem anderen Haushalt, gilt die NBU-Pflicht nur beim zweiten Arbeitgeber. Auch Lohngrenze und Pensionskasse prüft jeder Haushalt für sich, wie der Ratgeber zu Putzfrauen mit mehreren Arbeitgebern zeigt.

Was kostet die UVG-Versicherung?

Für eine Putzfrau mit 4 Stunden pro Woche zu CHF 25 zahlen Sie rund CHF 26 BU-Prämie im Jahr. Ab 8 Stunden pro Woche kommt die NBU dazu, die Sie vom Lohn abziehen dürfen. So sieht die Rechnung aus:

Anatomie

Was die Unfallversicherung im Jahr wirklich kostet

Prämienrechnung UVG

Privathaushalt, ein Jahr

Jahreslohn (CHF 25/Std. × 4 Std./Woche)CHF 5'200
BU-Prämie (0.505%) · ArbeitgeberinCHF 26.26
NBU-Prämie (1.432%)entfällt
Jahresprämie totalCHF 26.26
  1. Beide Prämien rechnen auf demselben Bruttolohn. Bei CHF 25 in der Stunde und 4 Stunden pro Woche sind das CHF 5'200 im Jahr.

  2. Die Berufsunfallversicherung ist immer obligatorisch, ab der ersten Stunde, und sie trägt immer die Arbeitgeberin. Sie darf nicht abgezogen werden.

  3. Hier fällt die NBU weg: 4 Stunden pro Woche liegen unter der Acht-Stunden-Grenze. Ab acht Stunden kommen 1.432% dazu, die auf die Arbeitnehmerin überwälzt werden dürfen.

  4. Das ganze Jahr kostet rund CHF 26.26. Das ist die Zahl, die die meisten deutlich höher schätzen.

Nächster Schritt: die Anmeldung bei der Ausgleichskasse, mit VAVplus angekreuzt. Clino füllt das Formular mit diesen Zahlen vor.

Mit 4 Std./Woche zu CHF 25 anmelden →

UVG-Anmeldung: Schritt für Schritt

So melden Sie Ihre Haushaltshilfe korrekt für die UVG-Versicherung an:

Station 1 · Arbeitsvertrag erstellen

Halten Sie Arbeitszeit, Lohn, Aufgaben und Kündigungsfrist schriftlich fest. Der Arbeitsvertrag ist die Grundlage für alle Sozialversicherungen.

Was passiert ohne UVG-Versicherung?

Wer seine Haushaltshilfe nicht versichert, verletzt geltendes Bundesrecht. Die Konsequenzen sind real und schmerzhaft:

1

Ersatzprämien bis 5 Jahre zurück

Ohne UVG zahlt die Ersatzkasse UVG ALLE gesetzlichen Leistungen an Ihre Mitarbeiterin und stellt Ihnen dafür Ersatzprämien in Rechnung: bis 5 Jahre zurück, verdoppelt, wenn die Versäumnis nicht entschuldbar ist, bei Wiederholung bis zum Zehnfachen (Art. 95 UVG).

2

Rückwirkende Prämien

Die Ausgleichskasse kann alle Sozialversicherungsbeiträge rückwirkend nachfordern - inklusive Verzugszinsen.

3

Strafverfahren

Wer die Versicherungspflicht vorsätzlich umgeht, riskiert eine Geldstrafe bis 180 Tagessätze (Art. 112 Abs. 1 lit. a UVG).

Typischer Ablauf

Die Putzfrau verletzt sich schwer am Rücken, der Haushalt hat keine UVG-Police. Behandlung und Taggeld zahlt die Ersatzkasse UVG. Der Haushalt zahlt die Ersatzprämien für die ganze Zeit ohne Police und die Nachforderung aller Sozialbeiträge.

Was passiert ohne Unfallversicherung? Reale Konsequenzen

AHV-Anmeldung mit Unfallversicherung, fertig vorbereitet

Clino füllt Ihre Anmeldung bei der Ausgleichskasse vor, mit dem VAVplus-Kreuz für die Unfallversicherung, und erstellt danach jede Lohnabrechnung. CHF 19.90/Monat, dazu die üblichen Beiträge und Prämien. Die Police schliessen Sie selbst ab, über die Kasse oder einen Versicherer.

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Häufige Fragen zur UVG-Unfallversicherung

Ist UVG auch für eine Putzfrau mit nur 2 Stunden pro Woche Pflicht?
Ja. Die Berufsunfallversicherung (BU) ist für ALLE Arbeitnehmer obligatorisch - ab der ersten Arbeitsstunde. Auch bei 2 Stunden pro Woche müssen Sie die BU-Prämie zahlen. Die Nichtberufsunfallversicherung (NBU) wird erst ab 8 Stunden pro Woche bei einem Arbeitgeber Pflicht.
Was ist der Unterschied zwischen UVG und KVG bei Unfällen?
Das UVG deckt Unfälle von Arbeitnehmern - Behandlung ohne Franchise und Selbstbehalt, plus Taggeld und Renten. Das KVG (Krankenversicherung) deckt Unfälle nur, wo das UVG nicht greift: mit Franchise, Selbstbehalt und ohne Taggeld. Fehlt die UVG-Police des Arbeitgebers, zahlt bei Berufsunfällen die Ersatzkasse UVG, nicht das KVG. Für Arbeitnehmer unter 8h/Woche deckt das KVG die Freizeitunfälle.
Kann ich die NBU-Prämie meiner Putzfrau vom Lohn abziehen?
Ja. Die NBU-Prämie darf dem Arbeitnehmer über den Lohnabzug belastet werden. Dafür braucht es keine Vereinbarung: Das Gesetz sieht den Abzug vor (Art. 91 UVG); abweichen können Sie nur zu ihren Gunsten. Die BU-Prämie hingegen trägt immer der Arbeitgeber.
Was ist VAVplus und warum wird es empfohlen?
VAVplus ist das vereinfachte Abrechnungsverfahren plus der Ausgleichskassen für Privathaushalte: Die Unfallversicherung wird mit den AHV-Beiträgen abgerechnet, Versicherer ist bei den meisten Kassen die SOLIDA Versicherungen. Sie deckt BU und NBU ab. Alle 26 kantonalen Ausgleichskassen bieten VAVplus an, aber nur, wenn Sie es bei der Anmeldung ankreuzen. Die Anmeldung ist dort online möglich und die Prämien sind günstig. Clino bereitet die VAVplus-Anmeldung für alle Kunden vor - wer lieber eine eigene Police will, bekommt von uns die Vergleichsoptionen.
Was passiert, wenn meine Putzfrau auf dem Arbeitsweg einen Unfall hat?
Arbeitet sie unter 8 Stunden pro Woche bei Ihnen, gelten Unfälle auf dem Arbeitsweg als Berufsunfälle (BU); ab 8 Stunden zählen sie als Nichtberufsunfälle und sind über die NBU gedeckt. Das gilt auch für den Heimweg. Die vollen UVG-Leistungen (Heilungskosten, Taggeld, Renten) kommen zum Tragen.
Muss ich als Arbeitgeber einen Unfall der Versicherung melden?
Ja. Sie sind gesetzlich verpflichtet, jeden Berufsunfall und jeden Nichtberufsunfall (falls NBU-versichert) innert weniger Tage der UVG-Versicherung zu melden. Empfohlen wird eine Meldung innert 48 Stunden. Bei verspäteter Meldung können Leistungen gekürzt werden.
Welche Abzüge gelten bei weniger als 8 Stunden pro Woche?
Arbeitet Ihre Haushaltshilfe weniger als 8 Stunden pro Woche, entfällt die Nichtberufsunfallversicherung (NBU, 1.432%): Sie ist erst ab 8 Stunden pro Woche obligatorisch. Freizeitunfälle sind dann über die Krankenkasse der angestellten Person gedeckt. Alles andere bleibt gleich: AHV/IV/EO (je 5.3%) und ALV (je 1.1%) sind ab dem ersten Franken geschuldet, die Berufsunfallversicherung (BU, 0.505%) zahlt der Arbeitgeber ab der ersten Arbeitsstunde, und im vereinfachten Verfahren kommen 5% Quellensteuer dazu. Unter 8 Stunden bleibt der angestellten Person also netto etwas mehr, weil der NBU-Abzug wegfällt.

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Quellen & weiterführende Informationen

Salvador Jovells

Salvador Jovells, Gründer von Clino