UVG-Unfallversicherung für Haushaltshilfen: Der komplette Arbeitgeber-Guide
Die Unfallversicherung (UVG) ist für alle Arbeitnehmer in der Schweiz obligatorisch -- auch für Ihre Putzfrau oder Haushaltshilfe. Wer die Pflicht ignoriert, riskiert Bussen bis CHF 10'000 und haftet persönlich für alle Unfallkosten. Dieser Guide erklärt alles: BU vs. NBU, die 8-Stunden-Regel, VAVplus/SOLIDA, und wie Sie sich für rund CHF 100 pro Jahr absichern.
Ihre Putzfrau arbeitet 4 Stunden pro Woche bei Ihnen. Am Dienstag rutscht sie auf dem nassen Badezimmerboden aus und bricht sich das Handgelenk. Spitalaufenthalt, Operation, wochenlange Physiotherapie. Haben Sie eine UVG-Versicherung? Falls nicht, zahlen SIE -- alles.
Die Unfallversicherung (UVG) ist für jede Haushaltshilfe in der Schweiz Pflicht - ab der ersten Arbeitsstunde. Die Prämie für Berufsunfälle zahlt immer der Arbeitgeber; die Prämie für Nichtberufsunfälle die Angestellte selbst, sobald sie mindestens 8 Stunden pro Woche arbeitet. Seit 2025 lässt sich das mit VAVplus einfach über die Ausgleichskasse regeln.
Das gilt, wenn
Für alle, die privat eine Haushaltshilfe, Putzkraft, Nanny oder Betreuung anstellen - die UVG-Pflicht gilt ab dem ersten Franken Lohn, egal wie wenige Stunden.
Offizielle Quellen
Das Wichtigste in Kürze
- 1UVG ist obligatorisch für ALLE Arbeitnehmer in der Schweiz -- auch für Putzfrauen in Privathaushalten.
- 2Berufsunfall (BU): Arbeitgeber zahlt die Prämie immer, ab der 1. Stunde.
- 3Nichtberufsunfall (NBU): Pflicht ab 8 Stunden pro Woche bei einem Arbeitgeber.
- 4VAVplus (SOLIDA) deckt BU + NBU ab, wo die Ausgleichskasse es anbietet -- aktuell in 19 von 26 Kantonen, einfach online anmelden.
- 5Ohne UVG drohen Bussen bis CHF 10'000 und persönliche Haftung für alle Unfallkosten.
Was ist die UVG-Unfallversicherung?
Das Unfallversicherungsgesetz (UVG) ist ein Bundesgesetz, das alle Arbeitnehmer in der Schweiz gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten schützt. Es ist ein Pfeiler des Schweizer Sozialversicherungssystems.
Wer Angestellte beschäftigt -- auch nur wenige Stunden pro Woche -- ist UVG-pflichtig. Ohne Ausnahme.
Wer braucht eine UVG-Versicherung?
Die kurze Antwort: Jeder Arbeitgeber in der Schweiz. Die ausführliche Antwort hängt vom Pensum ab:
Putzfrau, Reinigungskraft oder Haushaltshilfe -- ab der 1. Arbeitsstunde BU-pflichtig
Babysitter, Nanny, Au-pair oder Kindermädchen -- UVG-pflichtig wie jede andere Anstellung
Gärtner, Hauswart, Pflegehilfe -- alle gelten als Arbeitnehmer im Privathaushalt
Auch Teilzeitkräfte mit Stundenlohn sind vollwertige Arbeitnehmer im Sinne des UVG
BU vs. NBU: Die zwei Säulen der Unfallversicherung
Das UVG unterscheidet zwei Kategorien von Unfällen -- und die Regeln sind verschieden:
Berufsunfall (BU)
- •Unfall während der Arbeit oder auf dem Arbeitsweg
- •Pflicht für ALLE Arbeitnehmer -- ab der 1. Stunde
- •Prämie: immer vom Arbeitgeber bezahlt
- •Deckt auch Berufskrankheiten
Nichtberufsunfall (NBU)
- •Unfall in der Freizeit (z.B. Skifahren, Velofahren)
- •Pflicht ab 8 Stunden pro Woche bei EINEM Arbeitgeber
- •Prämie: kann auf Arbeitnehmer überwälzt werden (Lohnabzug)
- •Unter 8h/Woche: Freizeit-Unfälle laufen über Krankenkasse (KVG)
8-Stunden-Regel verstehen
Was deckt die UVG-Versicherung?
Die UVG-Leistungen sind umfassend und gesetzlich definiert. Hier die vier Säulen:
Heilungskosten
Arztbehandlung, Spital, Medikamente, Physiotherapie, Hilfsmittel -- ohne Franchise, ohne Selbstbehalt. Unbegrenzt.
Taggeld
80% des versicherten Lohns ab dem 3. Tag nach dem Unfall. Die ersten 2 Tage zahlt der Arbeitgeber den vollen Lohn (Wartefrist).
Invalidenrente
Bei dauerhafter Beeinträchtigung: Rente von bis zu 80% des versicherten Lohns. Plus Integritätsentschädigung bei körperlicher Schädigung.
Hinterlassenenrente
Im Todesfall: Renten für Witwe/Witwer und Waisen. Maximal 70% des versicherten Lohns für alle Hinterlassenen zusammen.
Was kostet die UVG-Versicherung?
Die gute Nachricht: Die UVG-Prämie für Haushaltshilfen ist überraschend günstig. Für die meisten Arbeitgeber bewegt sie sich zwischen CHF 100 und 200 pro Jahr.
BU-Prämie: bei VAVplus/SOLIDA ca. 0.505% des Bruttolohns, immer vom Arbeitgeber getragen
NBU-Prämie: bei VAVplus/SOLIDA ca. 1.432% des Bruttolohns, kann auf Arbeitnehmer überwälzt werden
Beispiel: Bei CHF 25/h, 4h/Woche = ca. CHF 5'200 Jahreslohn ergibt ca. CHF 26 BU-Prämie (0.505%)
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UVG-Anmeldung: Schritt für Schritt
So melden Sie Ihre Haushaltshilfe korrekt für die UVG-Versicherung an:
Arbeitsvertrag erstellen
Halten Sie Arbeitszeit, Lohn, Aufgaben und Kündigungsfrist schriftlich fest. Der Arbeitsvertrag ist die Grundlage für alle Sozialversicherungen.
Bei der AHV-Ausgleichskasse anmelden
Melden Sie sich als Arbeitgeber bei der kantonalen Ausgleichskasse an. Dies ist Voraussetzung für die UVG-Anmeldung.
UVG-Versicherung abschliessen
Schliessen Sie die UVG-Versicherung ab -- am einfachsten über VAVplus/SOLIDA. Online-Anmeldung in wenigen Minuten.
Lohnabrechnung erstellen
Erstellen Sie monatliche oder jährliche Lohnabrechnungen mit Abzügen für AHV, ALV, BVG und ggf. NBU-Prämie.
Unfälle melden
Im Falle eines Unfalls: Melden Sie ihn innert 48 Stunden der UVG-Versicherung. Die Versicherung übernimmt ab sofort die Koordination und Kostendeckung.
Was passiert ohne UVG-Versicherung?
Wer seine Haushaltshilfe nicht versichert, verletzt geltendes Bundesrecht. Die Konsequenzen sind real und schmerzhaft:
Bussen nach BGSA
Bis CHF 10'000 Busse für Verstoss gegen das Bundesgesetz über Massnahmen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit (BGSA).
Persönliche Haftung
Ohne UVG haften Sie persönlich für ALLE Unfallkosten: Spital, Rehabilitation, Lohnfortzahlung, Invalidenrente -- Ersatzprämien und Regressrecht des Versicherers (Art. 72 ff. ATSG).
Rückwirkende Prämien
Die Ausgleichskasse kann alle Sozialversicherungsbeiträge rückwirkend nachfordern -- inklusive Verzugszinsen.
Strafverfahren
Bei schweren Unfällen ohne Versicherung: mögliches Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung (Art. 125 StGB).
Realer Fall
Checkliste: UVG für Ihre Haushaltshilfe
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Jetzt loslegenHäufige Fragen zur UVG-Unfallversicherung
Ist UVG auch für eine Putzfrau mit nur 2 Stunden pro Woche Pflicht?
Was ist der Unterschied zwischen UVG und KVG bei Unfällen?
Kann ich die NBU-Prämie meiner Putzfrau vom Lohn abziehen?
Was ist VAVplus und warum wird es empfohlen?
Was passiert, wenn meine Putzfrau auf dem Arbeitsweg einen Unfall hat?
Muss ich als Arbeitgeber einen Unfall der Versicherung melden?
Welche Abzüge gelten bei weniger als 8 Stunden pro Woche?
Arbeitest du ohne Vertrag?
Wir helfen dir kostenlos, deine Arbeitssituation zu verstehen und zu klären. Schreib uns oder hinterlasse deine Daten — wir melden uns persönlich.
Quellen & weiterführende Informationen
- 1Suva - Unfallversicherungsgesetz (UVG) - suva.ch/de-ch/praevention/grundlagen/unfallversicherungsgesetz-uvg
- 2BSV - Sozialversicherungen der Schweiz - bsv.admin.ch/bsv/de/home/sozialversicherungen.html
- 3AHV-Informationsstelle - Beiträge an die Sozialversicherungen - ahv-iv.ch/de/
- 4OR - Obligationenrecht (Arbeitsverhältnisse) - fedlex.admin.ch/eli/cc/27/317_321_377/de
Was alles abgedeckt ist
Fuenf Schilde, die einrasten
Ist die Anstellung korrekt gemeldet, greift ein Schutz nach dem anderen. Tippe einen Punkt an.

Betraege und Schwellen sind Richtwerte (Stand 2026) und teils kantonal verschieden (z. B. FAK 0.80 bis 2.95 Prozent). Illustrativ, keine Rechtsberatung. Massgebend ist deine konkrete Anstellung.
