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Ratgeber Vorsorge

Pensionskasse (BVG) für die Nanny: Ab welchem Lohn du sie anmelden musst

Die meisten Familien denken an die AHV-Anmeldung und die Unfallversicherung und übersehen dabei die zweite Säule. Sobald deine Nanny genug verdient, ist die berufliche Vorsorge (BVG) obligatorisch, und du als Arbeitgeber musst sie bei einer Pensionskasse anmelden. Hier erfährst du, ab wann die Pflicht greift, wie hoch die Beiträge sind und wie du sie korrekt abziehst.

Kurz erklärt

BVG ist für deine Nanny obligatorisch, sobald ihr Jahreslohn über CHF 22'680 liegt: ab dem Jahr, in dem sie 18 wird, für Tod und Invalidität, ab dem Jahr, in dem sie 25 wird, auch fürs Altersguthaben.

  • Eine Vollzeit-Nanny verdient meist CHF 45'600-78'000/Jahr und ist damit fast immer BVG-pflichtig.
  • Versichert ist nur der koordinierte Lohn: Bruttolohn − CHF 26'460.
  • Altersgutschrift 7-18 % je nach Alter, hälftig zwischen dir und der Nanny geteilt.

Ab welchem Lohn die Pensionskasse Pflicht wird

Entscheidend ist der Jahreslohn beim selben Arbeitgeber: nicht die Stunden.

Kein BVGBVG-pflichtig

CHF 22'680

Eintrittsschwelle

Jahreslohn →

Koordinationsabzug: CHF 26'460

Versichert wird nicht der ganze Lohn, sondern der Teil über dem Koordinationsabzug, mindestens aber der Minimalbetrag. Der Rechner unten zeigt die Beiträge für deinen Fall.

BVG-Rechner: Pflicht & Kosten

Lohn und Alter wählen - du siehst sofort, ob BVG Pflicht ist und was es kostet.

CHF 4'500.00

= CHF 58'500.00 / Jahr

35 Jahre

BVG ist obligatorisch

Jahreslohn über CHF 22'680 und Nanny 25+ - du musst sie bei einer Pensionskasse anmelden.

Koordinierter Lohn

CHF 32'040.00

versicherter Teil (Brutto − CHF 26'460)

Anteil Nanny / Monat

CHF 133.50

vom Lohn abgezogen

Anteil Arbeitgeber / Monat

CHF 133.50

du zahlst zusätzlich

Altersgutschrift (35 Jahre → 10%): CHF 3'204.00 / Jahr

Mindestsätze nach BVG. Hinzu kommen Risiko- und Verwaltungskosten der Pensionskasse (rund 1-2 %). Werte gerundet.

BVG automatisch abrechnen mit Clino →

Wann ist BVG für eine Nanny obligatorisch?

Die berufliche Vorsorge, die zweite Säule des Schweizer Vorsorgesystems, ist nicht für jeden Lohn Pflicht. Es gelten zwei Bedingungen, die beide erfüllt sein müssen:

1. Lohnschwelle: über CHF 22'680 pro Jahr

Liegt der jährliche Bruttolohn über der BVG-Eintrittsschwelle von CHF 22'680 (2026), wird die Nanny obligatorisch versichert. Darunter besteht keine Pflicht. Dieselbe Grenze entscheidet auch, ob du die vereinfachte Abrechnung für Nannys nutzen kannst. Liegt der Lohn knapp darunter, melde sie trotzdem schon im Voraus an: Einen Anschluss rückwirkend aufzuheben ist einfach, eine nachträgliche Anmeldung kann teurer werden, und hat die Nanny schon aufgehört, bleibt nur ein Zwangsanschluss (Stiftung Auffangeinrichtung BVG, schriftliche Auskunft vom 24. September 2026).

2. Alter: ab 25 für das Altersguthaben

Ab 1. Januar nach dem 17. Geburtstag ist die Nanny gegen die Risiken Tod und Invalidität versichert. Das Sparen fürs Alter (Altersgutschriften) beginnt erst ab dem Jahr, in dem sie 25 wird.

BVG-Schwelle visualisiert: Der Jahreslohn steigt von links nach rechts, ab CHF 22'680 pro Jahr kommt die berufliche Vorsorge (BVG) als zusätzliche Schicht dazu
Ab CHF 22'680 Jahreslohn kommt eine neue Schicht dazu: die berufliche Vorsorge

Konkret heisst das: Eine 30-jährige Vollzeit-Nanny mit CHF 4'500/Monat (CHF 54'000/Jahr), ein üblicher Nanny-Lohn in der Schweiz, ist klar BVG-pflichtig. Eine 22-jährige Teilzeit-Nanny mit CHF 1'400/Monat (CHF 16'800/Jahr) ist es nicht: Ihr Lohn liegt unter der Schwelle. Für eine Vollzeitstelle gehört die Pensionskasse deshalb von Anfang an in die Kostenrechnung einer Vollzeit-Nanny.

Familie Brunner in Winterthur hat ihre Nanny zwei Jahre lang korrekt bei der AHV gemeldet und UVG bezahlt, aber nie bei einer Pensionskasse angemeldet. Bei CHF 4'800/Monat war die BVG-Pflicht längst gegeben. Die Nachzahlung der Arbeitgeberbeiträge plus Verzugszins kostete sie über CHF 4'000. Die zweite Säule ist genau die Kosten, die Familien am häufigsten übersehen.

→ Schwellenwerte 2026: die komplette Referenztabelle

Wie hoch sind die BVG-Beiträge?

Anders als bei der AHV wird nicht der ganze Lohn versichert, sondern nur der «koordinierte Lohn». So wird er berechnet:

  • •Koordinationsabzug abziehen: Bruttolohn − CHF 26'460
  • •Ergebnis = koordinierter Lohn (mindestens CHF 3'780, höchstens CHF 64'260 versicherbar)
  • •Altersgutschrift = koordinierter Lohn × Satz nach Alter (siehe Grafik)

Wie viel geht in die Pensionskasse, je nach Alter?

Altersgutschrift in Prozent des koordinierten Lohns. Der Arbeitgeber trägt mindestens die Hälfte.

7 %10 %15 %18 %

Mindestsätze gemäss BVG, Stand 2026. Mindestzins auf dem Altersguthaben 1,25 %, Umwandlungssatz 6,8 %. Einzelne Pensionskassen bieten bessere Leistungen an.

Beispiel: Nanny mit CHF 5'000/Monat

Nehmen wir eine 38-jährige Vollzeit-Nanny mit einem Bruttolohn von CHF 5'000/Monat, also CHF 60'000/Jahr. So sieht ihre BVG-Rechnung aus:

JahresbruttolohnCHF 60'000
− Koordinationsabzug− CHF 26'460
= Koordinierter LohnCHF 33'540
Altersgutschrift (Alter 38 → 10 %)CHF 3'354 / Jahr
Anteil Nanny (5 %)≈ CHF 140 / Monat
Anteil Arbeitgeber (5 %)≈ CHF 140 / Monat

Hinzu kommen Risiko- und Verwaltungskosten der Pensionskasse (je nach Kasse rund 1-2 % des koordinierten Lohns). Den Anteil der Nanny ziehst du jeden Monat vom Lohn ab; deinen eigenen Anteil überweist du zusätzlich an die Kasse. Ob du diese Abrechnung selbst machst oder abgibst, zeigt dir der Vergleich zur Nanny-Lohnabrechnung.

⚠ Du musst dich aktiv bei einer Pensionskasse anmelden

Es gibt keine «automatische» Anmeldung. Als Arbeitgeber schliesst du dich einer Sammelstiftung oder Pensionskasse an (z. B. der Stiftung Auffangeinrichtung BVG, wenn du keine andere findest). Die Ausgleichskasse kontrolliert deinen Anschluss, setzt dir zwei Monate Frist und meldet dich danach der Auffangeinrichtung, die dich rückwirkend anschliesst. Du schuldest dann die Beiträge samt Verzugszinsen, einen Zuschlag als Schadenersatz und den Verwaltungsaufwand (Art. 11 und 12 BVG). Unsicher, welche Kasse zu dir passt? Unser Vergleich der Pensionskassen-Optionen für Haushaltsangestellte zeigt dir den Unterschied zwischen Plan AN und AN Plus bei der Auffangeinrichtung.

Warum die zweite Säule für deine Nanny zählt

Die berufliche Vorsorge ist kein bürokratischer Luxus, sondern ein echter Teil der Altersvorsorge deiner Nanny. Wer jahrelang ohne BVG arbeitet, steht im Alter nur mit der AHV-Minimalrente da. Gerade Nannys aus dem Ausland, die später in die Schweiz gekommen sind, haben oft Lücken in der ersten Säule. Die zweite Säule gleicht das teilweise aus.

Korrekte Sozialleistungen inklusive BVG sind auch ein Zeichen von fairer Anstellung. Die Swiss Nanny Association, ein gemeinnütziger Verein, informiert Nannys und Familien genau darüber: professionelle, abgesicherte Arbeitsverhältnisse statt informeller Bar-Abmachungen.

Unabhängige Unterstützung: Swiss Nanny Association. Die Swiss Nanny Association ist ein gemeinnütziger Verein, der Nannys und Au-pairs mit Informationen, Ressourcen, Weiterbildung und Beratung zu fairen Arbeitsbedingungen in der Schweiz unterstützt.

Für Informationen und Ressourcen: swissnanny.org

Häufige Fehler bei der BVG für Nannys

1. BVG ganz vergessen

AHV und UVG sind bekannt. Die zweite Säule geht unter. Bei einem Vollzeitlohn ist sie aber fast immer Pflicht.

2. Den ganzen Lohn versichern wollen

Versichert wird nur der koordinierte Lohn (Bruttolohn − CHF 26'460), nicht der volle Betrag.

3. Nanny-Anteil nicht abziehen

Die Hälfte der Beiträge trägt die Nanny. Wer das vergisst, zahlt am Ende beide Hälften selbst.

4. Alter falsch eingestuft

Der Gutschriftssatz steigt mit dem Alter (7 → 18 %). Wer den falschen Satz nimmt, rechnet die Beiträge falsch.

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Clino ermittelt den koordinierten Lohn, die richtige Altersgutschrift und den Nanny-Anteil und zeigt alles transparent auf der Lohnabrechnung. Inklusive AHV/IV, UVG und Lohnausweis. CHF 19.90/Monat.

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Häufige Fragen

Ab welchem Lohn ist BVG für meine Nanny Pflicht?
Ab einem Jahresbruttolohn über CHF 22'680 (2026): ab dem 1. Januar nach dem 17. Geburtstag für Tod und Invalidität, ab dem 1. Januar nach dem 24. Geburtstag auch fürs Alterssparen. Eine Vollzeit-Nanny liegt mit CHF 45'600-78'000/Jahr fast immer darüber. Eine Teilzeit-Nanny mit wenigen Stunden pro Woche kann darunter bleiben.
Was ist der Koordinationsabzug?
Der Koordinationsabzug (CHF 26'460 im Jahr 2026) wird vom Bruttolohn abgezogen, weil dieser Teil bereits durch die AHV abgedeckt ist. Übrig bleibt der «koordinierte Lohn», auf dem die BVG-Beiträge berechnet werden: mindestens CHF 3'780, höchstens CHF 64'260.
Wer zahlt die BVG-Beiträge - ich oder die Nanny?
Beide. Die Altersgutschrift wird mindestens hälftig geteilt: Du ziehst den Anteil der Nanny vom Lohn ab und legst deinen eigenen Anteil dazu. Den Gesamtbetrag überweist du an die Pensionskasse.
Bei welcher Pensionskasse melde ich meine Nanny an?
Du kannst eine beliebige Sammelstiftung oder Pensionskasse wählen. Findest du keine, bist du verpflichtet, dich der Stiftung Auffangeinrichtung BVG anzuschliessen. Sie muss jeden Arbeitgeber aufnehmen. Wichtig: Du musst dich aktiv anmelden, es geschieht nicht automatisch. Ein Anschluss gilt für den ganzen Haushalt: Beschäftigst du zum Beispiel eine Nanny und eine Putzfrau, versicherst du beide im selben Plan.
Gilt BVG auch für eine junge Nanny unter 25?
Ja, für Tod und Invalidität. Ab dem 1. Januar nach dem 17. Geburtstag ist sie gegen Tod und Invalidität versichert (Risikoschutz), sofern der Lohn die Schwelle erreicht. Das Sparen fürs Alter (die Altersgutschriften) beginnt erst ab dem Jahr, in dem sie 25 wird.
Hilft Clino bei der BVG-Abrechnung?
Ja. Clino berechnet den koordinierten Lohn, die altersabhängige Gutschrift und den Nanny-Anteil automatisch und weist ihn auf der Lohnabrechnung aus. Du behältst den Überblick über alle Sozialversicherungen inklusive zweiter Säule. CHF 19.90/Monat.

Quellen

  • Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) - Berufliche Vorsorge, Grenzbeträge 2026: bsv.admin.ch
  • Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG), SR 831.40 - Art. 2 (Obligatorium), Art. 7 (Mindestlohn), Art. 8 (koordinierter Lohn), Art. 16 (Altersgutschriften)
  • Reform AHV 21 und BVG-Grenzbeträge 2026 (Verordnung BVV 2)
  • Stiftung Auffangeinrichtung BVG - Anschlusspflicht: chaeis.net

Grenzbeträge und Sätze Stand 2026. Die BVG-Werte werden periodisch dem AHV-Maximum angepasst.

Salvador Jovells

Salvador Jovells, Gründer von Clino