Deine Nanny hat eine B- oder L-Bewilligung? Dann schuldest du die Quellensteuer - nicht sie
Wenn deine Nanny eine B- oder L-Bewilligung hat, musst du als Arbeitgeber Quellensteuer abziehen - nicht sie. Hier ist, wer pflichtig ist, wie hoch der Abzug, an wen du ihn überweist und welche Fehler die meisten Familien machen.
Hat deine Nanny eine B- oder L-Bewilligung, bist du als Arbeitgeber für die Quellensteuer verantwortlich: Du ziehst sie vom Bruttolohn ab und überweist sie an die kantonale Steuerverwaltung.
- Höhe: 4.5% bis 12% je nach Kanton, Lohn und Tarifcode (A0/B0/...).
- C-Bewilligung oder Schweizer Pass: keine Quellensteuer, eigene Steuererklärung.
- Vereinfachtes Verfahren: pauschal 5%, keine kantonale Tabelle nötig.
Zahlt meine Nanny Quellensteuer?
Zwei kurze Fragen - du weisst sofort, ob du abziehen musst.
Richtwert nach Aufenthaltsstatus und Wohnsitz. Massgebend bleibt die Einstufung des kantonalen Steueramts; im Zweifel dort nachfragen.
Quellensteuer automatisch abrechnen mit Clino →Wer ist quellensteuerpflichtig?
Die Quellensteuerpflicht richtet sich nach Aufenthaltsstatus und Wohnsitz. Drei Fälle, die du als Arbeitgeber unterscheiden musst:
B-Bewilligung (Aufenthalt)
Quellensteuerpflichtig - solange die Nanny keine C-Bewilligung hat und nicht mit einer Person mit Schweizer Pass oder C-Bewilligung verheiratet ist. Beides beendet die Pflicht (ordentliche Besteuerung).
L-Bewilligung (Kurzaufenthalt)
Immer quellensteuerpflichtig - typischer Fall: Nanny aus Spanien, die für 11 Monate in Genf arbeitet.
G-Bewilligung (Grenzgängerin)
Quellensteuerpflichtig, aber teilweise mit Sondertarifen pro Kanton (BS/BL/JU/NE/VD: vereinfacht via Doppelbesteuerungsabkommen).
C-Bewilligung & Schweizerinnen
Keine Quellensteuer. Die Nanny füllt eine ordentliche Steuererklärung aus. Du erstellst trotzdem den Lohnausweis.
B mit Heirat zu C-Schweizerin
Wechsel: Nach Erhalt der C-Bewilligung oder bei einer Schweizerin verheiratet mit einem schweizerischen Ehepartner endet die Quellensteuerpflicht. Achtung Stichdatum.
Familie Hofer in Basel hat ihre portugiesische Nanny Mariana 8 Monate ohne Quellensteuer-Abzug bezahlt. Bei der Routine-Kontrolle der Steuerverwaltung musste die Familie CHF 3'200 nachzahlen - nicht Mariana, sondern die Familie. Quellensteuer ist Arbeitgeberpflicht.
Wie hoch ist die Quellensteuer?
Die Steuer ist progressiv und kantonal verschieden. Sie richtet sich nach drei Faktoren:
- •Tarifcode (A0 = ledig ohne Kinder, B0 = verheiratet allein verdienend, C0 = verheiratet beide Partner verdienen)
- •Bruttolohn pro Monat (nicht Stundenlohn)
- •Kanton der Arbeitgeberin (= dein Wohnkanton)
Beispiel: Nanny mit B-Bewilligung, ledig, keine Kinder (Code A0), Bruttolohn CHF 3'200/Monat:
| Kanton | Quellensteuer (A0, ledig) | Effektiv |
|---|---|---|
| Zürich | CHF 173 | 5.4% |
| Bern | CHF 196 | 6.1% |
| Genf | CHF 282 | 8.8% |
| Waadt | CHF 256 | 8.0% |
| Basel-Stadt | CHF 218 | 6.8% |
| Zug | CHF 144 | 4.5% |
Werte sind Annäherungen Stand 2026 für Tarifcode A0 (ledig). Exakter Betrag via ESTV-Tarifrechner.
💡 Genauer Betrag - ESTV-Rechner
Die Eidgenössische Steuerverwaltung bietet einen offiziellen Quellensteuer-Tarifrechner an: swisstaxcalculator.estv.admin.ch/#/home - gib Kanton, Tarifcode und Bruttolohn ein, du erhältst den exakten Frankenbetrag. Speichere dir den Screenshot pro Lohnperiode ab - bei einer kantonalen Kontrolle musst du belegen, wie du auf den abgezogenen Betrag gekommen bist.
So fliesst der Lohn - vom Brutto zum Netto
Wer zieht ab und überweist?
Du als Arbeitgeber ziehst die Quellensteuer direkt vom Bruttolohn ab - bevor du die Nanny auszahlst. Sie sieht auf der Lohnabrechnung nur den Nettolohn. Den abgezogenen Betrag überweist du je nach Kanton:
- •Monatlich oder quartalsweise an die kantonale Steuerverwaltung (nicht die Ausgleichskasse)
- •Mit Formular und Lohnliste - oft online via «Quellensteuer-Portal» des Kantons
- •Bezugsprovision: 1-3% des einbehaltenen Betrags darfst du behalten (Kompensation für den Aufwand)
- •Am Jahresende: Lohnausweis an Nanny + Quellensteuer-Abrechnung an Steuerverwaltung
⚠ Frist verpasst? Verzugszinsen + Bussen
Bei verspäteter Überweisung berechnen die meisten Kantone 3-5% Verzugszins. Bei vorsätzlicher Hinterziehung greift DBG Art. 175 - die Busse beträgt bis zum Dreifachen der hinterzogenen Steuer. Die meisten Familien wissen nicht einmal, dass sie pflichtig sind, bevor die Kontrolle kommt.
Bei C-Bewilligung: Quellensteuer endet
Sobald deine Nanny die C-Bewilligung erhält (in der Regel nach 5-10 Jahren ununterbrochenem Aufenthalt, bei EU-Staatsangehörigen oft nach 5 Jahren), endet ihre Quellensteuerpflicht. Sie wechselt in das ordentliche Steuerverfahren - mit Steuererklärung wie eine Schweizerin.
Was du dann tun musst: Stelle den Quellensteuer-Abzug ab dem Monat ein, in dem die C-Bewilligung gültig wird (das Datum steht auf dem Bewilligungs-Ausweis). Den Lohnausweis erstellst du weiterhin - er ist ihre Grundlage für die Steuererklärung. Informiere die kantonale Steuerverwaltung mit einer Schluss-Abrechnung.
💡 Tipp: Stichdatum klar im Vertrag festhalten
Halte im Vertrag fest, dass die Nanny dich proaktiv informiert, wenn sie die C-Bewilligung erhält. Sonst zahlst du u.U. monatelang ohne Grund weiter - und die Nanny muss die Quellensteuer dann via Antrag zurückfordern.
5 häufige Fehler
1. Nanny zahlt Quellensteuer selbst
Falsch - Quellensteuer ist Arbeitgeberpflicht. Wenn die Nanny es selbst übernimmt, ist es ein Fehler im Verfahren.
2. Falscher Tarifcode
Bei Heirat oder Geburt eines Kindes ändert sich der Code. Frage die Nanny mindestens einmal pro Jahr nach Statusänderungen.
3. Quellensteuer an die Ausgleichskasse
Falsche Stelle. Quellensteuer geht an die kantonale Steuerverwaltung, nicht die AK. Im vereinfachten Verfahren ist es zentral.
4. Nettolohn vereinbart, nicht Bruttolohn
Wenn du «CHF 28/h netto» versprichst, musst du die Quellensteuer aus deiner Tasche bezahlen. Vereinbare immer einen Bruttolohn.
5. Keine Lohnabrechnung
Ohne schriftliche Lohnabrechnung mit Quellensteuer-Posten kann die Nanny die Steuer nicht später korrigieren lassen - und du hast keinen Beweis bei einer Kontrolle.
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Quellensteuer automatisch - mit Clino
Clino berechnet die Quellensteuer monatlich nach kantonaler Tabelle, weist sie auf der Lohnabrechnung aus und zeigt dir Schritt für Schritt, wohin du sie überweist. Inkludiert auch AHV/IV, UVG und Lohnausweis. CHF 19.90/Monat.
Jetzt einrichtenHäufige Fragen
Was, wenn die Nanny in einem anderen Kanton wohnt als ich?
Kann ich Quellensteuer im vereinfachten Verfahren umgehen?
Muss ich auch das 13. Monatsgehalt versteuern?
Was, wenn meine Nanny zwei Familien hat?
Lohnt sich Clino bei Quellensteuer?
Was passiert, wenn die Nanny ihren Tarifcode falsch angibt?
Quellen
- Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) - Quellensteuer-Tarifrechner: estv.admin.ch
- Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer (DBG), SR 642.11
- Kantonale Steuerverwaltungen - Quellensteuer-Portale (z.B. ZH: zh.ch/steueramt, GE: ge.ch/AFC)
- Doppelbesteuerungsabkommen Schweiz-EU für Grenzgängerinnen (BS, BL, JU, NE, VD)
Tarifsätze Stand 2026. Kantonale Tabellen werden jährlich angepasst.
