Steuern & Lohn
Quellensteuer bei der Haushaltshilfe: 5% abziehen, sonst haften Sie persönlich

Wer die Quellensteuer vergisst, zahlt sie trotzdem - plus Verzugszinsen. Das Steueramt rechnet rückwirkend nach, sobald es die fehlenden Abzüge bemerkt. Im vereinfachten Verfahren ziehen Sie sie bei allen Angestellten ab, auch bei Schweizerinnen und mit Ausweis C; im ordentlichen Verfahren, wenn Ihre Haushaltshilfe keinen Ausweis C hat. Dieser Leitfaden erklärt, wie der Abzug funktioniert, welcher Tarif gilt und was seit 2021 anders ist.
Rechnen Sie im vereinfachten Verfahren ab, ziehen Sie als Arbeitgeber pauschal 5% des Bruttolohns als Quellensteuer ab, in allen Kantonen gleich und für alle Angestellten, auch mit Ausweis C oder Schweizer Pass. Im ordentlichen Verfahren ziehen Sie sie nur ab, wenn Ihre Haushaltshilfe keinen Ausweis C hat, nach dem kantonalen Tarif.
- Den Abzug schulden Sie als Arbeitgeber, nicht Ihre Haushaltshilfe. Vergessen Sie ihn, haften Sie für die Steuer (Art. 88 DBG).
- Über CHF 22’680 Jahreslohn gilt das ordentliche Verfahren: kantonaler Tarif (z. B. A0), abgerechnet direkt mit dem Steueramt.
- Wohnt sie in Frankreich und arbeitet in BE, BL, BS, JU, NE, SO, VD oder VS, wird keine Schweizer Quellensteuer abgezogen (mit der jährlichen französischen Wohnsitzbescheinigung).
Offizielle Quellen
Quellensteuer im vereinfachten Verfahren berechnen
Quellensteuer-Rechner
Berechnen Sie die Quellensteuer für Ihre Haushaltshilfe.
Vereinfachtes Verfahren
Bei Jahreslöhnen bis CHF 22’680 können private Arbeitgeber das vereinfachte Abrechnungsverfahren nutzen. Der Pauschalabzug von 5% deckt alle Steuern (Bund, Kanton, Gemeinde) ab. Die Arbeitnehmerin deklariert diesen Lohn nicht mehr in ihrer Steuererklärung.
Nächste Frage: Wer zieht die Quellensteuer jeden Monat ab und rechnet sie korrekt ab?
Mit diesem Lohn anmelden →Wer ist quellensteuerpflichtig?
Im vereinfachten Verfahren gilt die 5%-Pauschale für alle Angestellten, auch für Schweizerinnen und mit Ausweis C. Im ordentlichen Verfahren kommt es auf den Aufenthaltsstatus an:
Quellensteuerpflichtig
- •Ausweis B (Aufenthaltsbewilligung); ab CHF 120’000 Bruttoeinkommen zusätzlich mit obligatorischer NOV
- •Ausweis L (Kurzaufenthaltsbewilligung)
- •Ausweis F (Vorläufig aufgenommene Ausländer)
- •Ausweis N (Asylsuchende mit Arbeitsbewilligung)
- •Grenzgänger/innen (Ausweis G) - Sonderregelungen je nach Kanton
NICHT quellensteuerpflichtig (ordentliches Verfahren)
- •Schweizer Staatsbürger/innen
- •Ausweis C (Niederlassungsbewilligung) - reguläre Steuererklärung
- •Personen mit Schweizer Ehepartner/in (C-Ausweis des Partners reicht)
Quellensteuer im vereinfachten Verfahren (VAV)
Die meisten Privathaushalte nutzen das vereinfachte Abrechnungsverfahren (VAV) für ihre Haushaltshilfe. Dabei wird die Quellensteuer pauschal mit 5% des Bruttolohns abgerechnet - unabhängig von Kanton, Einkommen oder Zivilstand. Das gilt auch für Bonus und Weihnachtsgeld, die Sie zusätzlich auszahlen.
Diese 5% sind eine Pauschale, die alle Steuern abdeckt: Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuern. Die Haushaltshilfe deklariert diesen Lohn nicht mehr; reicht sie eine Steuererklärung ein, legt sie die Bescheinigung der Ausgleichskasse bei. Für Ihre eigene Steuererklärung brauchen Sie dagegen Belege: welche Dokumente das Steueramt verlangt.
Quellensteuer im ordentlichen Verfahren

Die Tarife hängen von mehreren Faktoren ab: Wohnkanton der Arbeitnehmerin, Zivilstand, Anzahl Kinder, Kirchenzugehörigkeit und Bruttoeinkommen. Als Arbeitgeber müssen Sie den korrekten Tarif (A, B, C, D, usw.) anwenden.
So funktioniert der Quellensteuerabzug: Schritt für Schritt
Als Arbeitgeber einer ausländischen Haushaltshilfe sind Sie für den korrekten Ablauf verantwortlich, vom monatlichen Abzug bis zum Lohnausweis am Jahresende im ordentlichen Verfahren. So geht es:
Aufenthaltsstatus klären
Prüfen Sie den Ausweis Ihrer Haushaltshilfe. Im ordentlichen Verfahren gilt: ohne C-Ausweis = quellensteuerpflichtig. Im vereinfachten Verfahren ziehen Sie die 5% bei allen ab. Lassen Sie sich eine Kopie des Ausweises geben.
Tarif bestimmen (oder VAV wählen)
Im vereinfachten Verfahren: pauschal 5%. Im ordentlichen Verfahren: korrekten Tarif (A, B, C usw.) beim Steueramt des Wohnkantons der Arbeitnehmerin ermitteln.
Monatlich vom Lohn abziehen
Ziehen Sie die Quellensteuer bei jeder Lohnzahlung vom Bruttolohn ab. Auf der Lohnabrechnung muss der Abzug separat ausgewiesen werden.
Abführen an Steueramt / Ausgleichskasse
Im VAV: jährlich über die AHV-Ausgleichskasse. Im ordentlichen Verfahren: monatlich oder quartalsweise ans kantonale Steueramt. Fristen einhalten - Verzugszinsen drohen!
Lohnausweis oder Bestätigung der Kasse
Im ordentlichen Verfahren stellen Sie am Jahresende einen Lohnausweis aus, der die einbehaltene Quellensteuer separat aufführt. Im VAV brauchen Sie keinen: Die Ausgleichskasse schickt Ihrer Haushaltshilfe eine Bestätigung über den Quellensteuerabzug, die sie der Steuererklärung beilegt.
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Muss ich als Privathaushalt Quellensteuer abziehen?
Wie hoch ist die Quellensteuer im vereinfachten Verfahren?
Was passiert, wenn ich die Quellensteuer vergesse?
Kann meine Haushaltshilfe die Quellensteuer zurückfordern?
Was ist der Unterschied zwischen VAV und ordentlicher Quellensteuer?
Gilt die 5%-Pauschale auch für Grenzgänger?
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