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Arbeitsrecht

Arbeitsbewilligung für die Haushaltshilfe: Darf sie bei dir arbeiten?

Lächelnde Haushaltshilfe am Küchentisch hält ihren Ausländerausweis neben Lohnunterlagen

Darf deine Putzfrau überhaupt in der Schweiz arbeiten? Ob EU-Bürgerin oder Drittstaatsangehörige, ob Ausweis B, L oder F. Die Regeln sind komplex. Wir erklären dir, welche Bewilligungen es gibt, was du als Arbeitgeber prüfen musst und welche Strafen bei Verstössen drohen.

Kurz erklärt

EU/EFTA-Bürgerinnen dürfen dank Personenfreizügigkeit bei dir arbeiten und bekommen Ausweis L oder B leicht, meist über die Anmeldung bei der Gemeinde mit dem Arbeitsvertrag (bis drei Monate pro Kalenderjahr genügt die Online-Meldung). Drittstaatsangehörige brauchen immer eine Bewilligung, und du musst den Ausweis vor der Anstellung prüfen.

  • EU/EFTA: freier Zugang; für eine Stelle über drei Monate pro Jahr braucht es Ausweis L oder B.
  • Drittstaaten: Bewilligung nur für qualifizierte Fachkräfte, für eine Haushaltshilfe aus dem Ausland also praktisch ausgeschlossen; Ausnahmen F und N.
  • Busse bis CHF 20'000 bei Fahrlässigkeit; bei Vorsatz Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 1 Jahr, in schweren oder wiederholten Fällen bis 3 Jahre.
EU/EFTA
EU/EFTA: freier Zugang
B/C/L/G
Drittstaaten: bewilligungspflichtig
90 d
≤ 3 Monate: Meldepflicht
CHF 20'000
Busse schon bei Fahrlässigkeit (Art. 117 AIG)

Darf meine Haushaltshilfe arbeiten?

Wähle den Status der Person: du siehst sofort, ob und wie sie arbeiten darf.

Welche Arbeitsbewilligungen gibt es?

In der Schweiz hängt das Recht zu arbeiten vom Aufenthaltsstatus ab. Es gibt verschiedene Ausweistypen, die jeweils unterschiedliche Rechte zur Erwerbstätigkeit gewähren. Für dich als Arbeitgeber einer Haushaltshilfe ist entscheidend: Hat die Person eine gültige Bewilligung, die ihr erlaubt, bei dir zu arbeiten?

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Kategorien:

EU/EFTA-Bürgerinnen

Dank des Freizügigkeitsabkommens mit der EU/EFTA haben Staatsangehörige dieser Länder grundsätzlich freien Zugang zum Sc...

Drittstaatsangehörige

Für Personen aus Nicht-EU/EFTA-Staaten gelten deutlich strengere Regeln. Sie benötigen in jedem Fall eine Arbeitsbewilli...

EU/EFTA-Bürgerinnen: Personenfreizügigkeit

Dank des Freizügigkeitsabkommens mit der EU/EFTA haben Staatsangehörige dieser Länder grundsätzlich freien Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt. Eine EU-Bürgerin darf als Haushaltshilfe arbeiten; ihren Ausweis L oder B bekommt sie mit dem Arbeitsvertrag leicht, und du als Arbeitgeber brauchst keine arbeitsmarktliche Bewilligung.

Bei kurzfristigen Stellen bis drei Monate pro Kalenderjahr genügt eine Online-Meldung (Meldeverfahren). Für längerfristige Anstellungen braucht die Person eine Aufenthalts- oder Kurzaufenthaltsbewilligung (Ausweis B oder L).

Länder mit Personenfreizügigkeit

Alle EU-27-Staaten plus Island, Liechtenstein und Norwegen (EFTA). Auch für Kroatien gelten keine Kontingente mehr (Bundesrat, 14. Januar 2026).

Wichtig: Auch EU-Bürgerinnen melden sich innert 14 Tagen nach der Ankunft bei der Gemeinde an und legen den Arbeitsvertrag vor; so erhalten sie ihren Ausweis L oder B. Sie brauchen zudem eine Schweizer Krankenversicherung.

Drittstaatsangehörige: strenge Regeln

Für Personen aus Nicht-EU/EFTA-Staaten gelten deutlich strengere Regeln. Sie benötigen in jedem Fall eine Arbeitsbewilligung, und zugelassen werden nur Führungskräfte, Spezialistinnen und Spezialisten sowie andere qualifizierte Arbeitskräfte (Art. 23 AIG), im Rahmen jährlicher Kontingente.

Als Arbeitgeber musst du zudem nachweisen, dass du keine geeignete Person auf dem inländischen oder EU/EFTA-Arbeitsmarkt finden konntest (Inländervorrang). Für Haushaltsarbeit scheitert die Bewilligung aber schon an der Qualifikation: Eine Haushaltshilfe direkt aus einem Drittstaat anzustellen, ist praktisch ausgeschlossen.

Ausnahme: Personen mit Ausweis F (vorläufig Aufgenommene) oder Ausweis N (Asylsuchende) können unter bestimmten Bedingungen arbeiten, siehe Ausweistypen oben. Unsicher, was für deine Haushaltshilfe persönlich gilt? Sie findet die Antworten aus ihrer Sicht hier.

Voraussetzungen für Drittstaatsangehörige

  • • Nachweis des Inländervorrangs (kein/e geeignete/r Kandidat/in aus CH/EU)
  • • Einhaltung der Lohn- und Arbeitsbedingungen
  • • Nur qualifizierte Fachkräfte, und das jährliche Kontingent darf nicht ausgeschöpft sein
  • • Arbeitgeber stellt den Antrag beim kantonalen Amt für Migration

Ausweistypen im Detail

Pass auf einer Lohnabrechnung: Der Ausweistyp (L, B, C, G, F oder N) entscheidet, wie gearbeitet werden darf; AHV-Anmeldung und Lohnabrechnung gelten ab der ersten Arbeitsstunde, unabhängig vom Ausweis

Ausweis B: Aufenthaltsbewilligung

Gültigkeit: 5 Jahre (EU/EFTA) bzw. 1 Jahr (Drittstaaten, verlängerbar). Volle Arbeitserlaubnis, kein Arbeitgeberwechsel-Verbot. Die häufigste Bewilligung für längerfristig beschäftigte Haushaltshilfen.

Ausweis C: Niederlassungsbewilligung

Unbefristete Bewilligung nach 5-10 Jahren Aufenthalt. Volle Arbeitserlaubnis ohne Einschränkungen. Kein Arbeitgeberwechsel-Verbot, keine Meldepflicht beim Arbeitgeberwechsel.

Ausweis L: Kurzaufenthaltsbewilligung

Gültigkeit: bis 1 Jahr, für befristete Einsätze. Volle Arbeitserlaubnis, aber an den gemeldeten Arbeitgeber gebunden. Typisch für saisonale oder projektbezogene Arbeit.

Ausweis G: Grenzgängerbewilligung

Für Personen mit Wohnsitz im Ausland, die täglich oder wöchentlich in die Schweiz pendeln. Volle Arbeitserlaubnis; EU/EFTA-Bürgerinnen in der ganzen Schweiz, Drittstaatsangehörige nur in der Grenzzone. In Grenzkantonen relevant für Haushaltshilfen.

Ausweis F: Vorläufige Aufnahme

Für Personen, deren Asylgesuch abgelehnt wurde, deren Wegweisung aber nicht zumutbar ist. Volle Arbeitserlaubnis ohne Kontingent seit 2019. Arbeitgeber muss die Anstellung beim Kanton melden und orts-/branchenübliche Bedingungen einhalten.

Ausweis N: Asylsuchende

Arbeit möglich, sobald sie nicht mehr in einem Bundesasylzentrum wohnt (Art. 43 AsylG), aber nur mit kantonaler Arbeitsbewilligung. Der Arbeitgeber stellt das Gesuch, Vorrangprinzip gilt. Branchen- und ortsübliche Lohn- und Arbeitsbedingungen müssen eingehalten werden.

Ausweis S: Schutzbedürftige

Vorübergehender Schutzstatus (z.B. Ukraine-Krieg). Arbeiten ist ab Schutzgewährung erlaubt; der Arbeitgeber meldet den Stellenantritt beim Kanton. Arbeitgeber muss übliche Lohn- und Arbeitsbedingungen einhalten.

Wohnt Ihre Haushaltshilfe im grenznahen Ausland und pendelt sie täglich zur Arbeit, gilt ein eigenes Verfahren: Grenzgängerin anmelden.

Entscheidet die Bewilligung über das Verfahren?

Fast nie. Unter den beiden Grenzen steht das vereinfachte Verfahren mit jeder Bewilligung offen, mit drei Ausnahmen: Grenzgängerinnen, die täglich nach Liechtenstein zurückkehren, oder nach Frankreich und in Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Jura, Neuenburg, Solothurn, Waadt oder Wallis arbeiten; Ihre Ehegattin oder Ihr Ehegatte, Ihre eingetragene Partnerin oder Ihr eingetragener Partner und Ihre Kinder; und eine Firma als Arbeitgeberin (AG, GmbH, Genossenschaft).

Vereinfacht oder ordentlich: der Check in vier Fragen →

Quelle: BGSA Art. 2 Abs. 2; WBB (BSV 318.102.04, Stand 1.1.2026), Rz 2105.

Meldepflicht für EU/EFTA: Stellen bis 3 Monate

EU/EFTA-Bürgerinnen, die in der Schweiz eine Stelle von höchstens drei Monaten pro Kalenderjahr antreten, benötigen keine Aufenthaltsbewilligung. Stattdessen gilt die Meldepflicht:

1

1. Online-Meldung vor Arbeitsbeginn

Auf dem kantonalen Meldeportal spätestens am Tag vor Arbeitsbeginn melden.

2

2. Sozialversicherungspflicht prüfen

Auch bei Kurzeinsätzen bist du als Arbeitgeber sozialversicherungspflichtig (AHV, ALV, UVG).

3

3. Limite von 3 Monaten einhalten

Alle Einsätze im Kalenderjahr zählen zusammen. Dauert es länger als drei Monate, braucht sie eine Bewilligung (L oder B).

Achtung: Die drei Monate gelten pro Person und Kalenderjahr, nicht pro Arbeitgeber. Arbeitet deine Haushaltshilfe auch bei anderen Arbeitgebern, muss sie die gesamte Dauer im Blick behalten. Die oft genannten 90 Arbeitstage gelten nur für Entsandte und Selbstständige aus der EU/EFTA. Und die Online-Meldung ersetzt die Anmeldung bei der Ausgleichskasse nicht: Es sind zwei getrennte Anmeldungen, du brauchst beide.

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Was musst du als Arbeitgeber prüfen?

Bevor du eine Haushaltshilfe anstellst, bist du gesetzlich verpflichtet, ihren Aufenthaltsstatus und ihre Arbeitsberechtigung zu prüfen. Hier ist deine Checkliste:

Clino bereitet den administrativen Teil für dich vor: Lohnabrechnung, Sozialversicherungen und Arbeitsvertrag. Mehr dazu in unserer Anleitung: Putzfrau anmelden in 5 Schritten.

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Strafen bei Verstössen

Die Beschäftigung ohne gültige Arbeitsbewilligung ist kein Kavaliersdelikt. Das Ausländergesetz (AIG) sieht empfindliche Strafen vor:

Bussen, Geldstrafe und Freiheitsstrafe

Wer vorsätzlich eine Person ohne gültige Bewilligung beschäftigt, riskiert Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe, in schweren Fällen oder bei Wiederholung innert 5 Jahren bis zu 3 Jahren (Art. 117 AIG). Bei Fahrlässigkeit Busse bis CHF 20'000.

Freiheitsstrafe bis 3 Jahre

In schweren Fällen oder bei erneuter Tat innert 5 Jahren nach einer Verurteilung droht eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe (Art. 117 Abs. 1-2 AIG).

Nachzahlung Sozialversicherungen

Sämtliche Sozialversicherungsbeiträge müssen nachgezahlt werden: inklusive Verzugszinsen.

Schwarzarbeit-Register

Der Arbeitgeber kann im kantonalen Schwarzarbeit-Register eingetragen werden.

Der sicherste Weg: Prüfe den Ausweis deiner Haushaltshilfe vor der Anstellung und melde sie korrekt an. Clino hilft dir dabei.

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Häufig gestellte Fragen

Darf eine Asylsuchende als Putzfrau arbeiten?

Ja, sobald sie nicht mehr in einem Bundesasylzentrum wohnt, und mit kantonaler Arbeitsbewilligung. Der Arbeitgeber muss orts- und branchenübliche Lohn- und Arbeitsbedingungen einhalten. Das Gesuch stellt der Arbeitgeber, und die Bewilligung muss vor Arbeitsbeginn vorliegen.

Was passiert, wenn meine Putzfrau keine Aufenthaltsbewilligung hat?

Die Beschäftigung ohne Bewilligung ist illegal. Dir drohen eine Busse bis CHF 20'000 (bei Fahrlässigkeit), bei Vorsatz Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren, dazu Nachzahlungen für Sozialversicherungen. Mehr dazu im Artikel Schwarzarbeit: Risiken und Strafen.

Lebt sie schon in der Schweiz und arbeitet bei dir? Die AHV-Anmeldung ist trotzdem Pflicht und möglich, und die Ausgleichskasse meldet nichts ans Migrationsamt: Sans-Papiers im Haushalt anmelden.

Braucht eine EU-Bürgerin eine Arbeitsbewilligung?

Für Stellen bis drei Monate pro Kalenderjahr genügt die Online-Meldung. Für längere Anstellungen braucht sie eine Aufenthaltsbewilligung (B oder L). Dank Personenfreizügigkeit ist der Zugang grundsätzlich frei.

Kann ich eine Person mit Ausweis F als Haushaltshilfe anstellen?

Ja. Vorläufig Aufgenommene dürfen seit 2019 ohne Kontingent arbeiten. Du musst die Anstellung beim Kanton melden und orts- und branchenübliche Bedingungen einhalten.

Wo prüfe ich den Aufenthaltsstatus?

Verlange eine Kopie des Ausweises und prüfe Typ und Ablaufdatum. Bei Fragen wende dich an das kantonale Migrationsamt. Clino unterstützt dich bei der korrekten Anmeldung deiner Haushaltshilfe.

Was kostet Clino?

Clino kostet CHF 19.90 pro Monat. Dafür bekommst du Lohnabrechnung, Sozialversicherungsmeldungen und Arbeitsvertrag. Details auf unserer Preisseite.

Fazit: Prüfen, melden, korrekt anstellen

Die Arbeitsbewilligung deiner Haushaltshilfe zu prüfen ist nicht nur eine rechtliche Pflicht. Es schützt auch dich als Arbeitgeber vor empfindlichen Strafen. Die Regeln sind je nach Herkunft unterschiedlich, aber die Grundregel ist einfach: Prüfe den Ausweis, bevor du anstellst.

Clino nimmt dir den administrativen Aufwand ab und hilft dir, alles korrekt zu machen:

  • ✓ Lohnabrechnung mit allen Sozialversicherungen
  • ✓ Rechtskonformer Arbeitsvertrag
  • ✓ Unfallversicherung (UVG): Antrag vorbereitet
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Quellen

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen zum Aufenthaltsstatus wende dich an das kantonale Migrationsamt.

Stand: April 2026. Angaben ohne Gewähr.

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Salvador Jovells

Salvador Jovells, Gründer von Clino