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Ratgeber

Putzfrau rückwirkend anmelden: Warum Warten teurer wird als Handeln

Frau sitzt abends unter einer Tischlampe am Esstisch und geht nachdenklich einen Stapel Papiere durch, daneben eine grüne Mappe
Jahrelang bar bezahlt? Die Anmeldung der Putzfrau lässt sich auch rückwirkend nachholen, und Warten wird teurer als Handeln.

Sie haben Ihre Putzfrau jahrelang bar bezahlt und wollen es jetzt richtig machen. Hier sind die Zahlen, die Schritte und die Worte dafür.

Sie möchten lieber nur ab heute korrekt sein, ohne in die letzten 5 Jahre einzusteigen? Der ruhige Weg ab heute (ohne Selbstanzeige) →

Antwort in 30 Sekunden

Ja, Sie können rückwirkend anmelden - und es ist fast immer die richtige Entscheidung. Wer sich selbst bei der Ausgleichskasse meldet, zahlt die Beiträge nach (in der Regel bis 5 Jahre, AHVG Art. 16) plus Verzugszinsen. Ein Strafverfahren ist damit nicht ausgeschlossen, aber wer sich selbst meldet, dem mildert das Gesetz eine Strafe (StGB Art. 48). Wer wartet, bis es auffliegt, riskiert zusätzlich eine Busse. Je früher Sie melden, desto günstiger wird es.

Das gilt, wenn

Für Haushalte, die ihre Haushaltshilfe bisher ohne AHV-Anmeldung beschäftigt haben.

Offizielle Quellen

Und ab jetzt sauber: Putzfrau anmelden in 5 Minuten: mit Clino

Was kostet die Nachzahlung?

Freiwillige Meldung, Jahr für Jahr gerechnet.

Seit wie vielen Jahren?

In der Regel maximal 5 Jahre (AHVG Art. 16). Älteres ist verjährt.

Nachzahlung total

CHF 4'690

davon Anteil der Arbeitnehmerin: CHF 1'843. Viele Arbeitgeber übernehmen ihn: sie hat den Lohn ja schon bar erhalten.

20231'63520241'56320251'492
Beiträge: CHF 4'280Verzugszins 5 %: CHF 410

Bei einer Aufdeckung durch eine Kontrolle kommt ein Strafverfahren dazu: Nichtanmelden ist ein Vergehen, Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen (AHVG Art. 87). Nach einer Verurteilung erhebt die Kasse zusätzlich 50 % Zuschlag auf die Beiträge (AHVG Art. 14bis).

Die Nachzahlung rechnet die Ausgleichskasse ab. Ab heute läuft es sauber: Anmeldung und jeden Monat die Lohnabrechnung, vorbereitet.

Ab heute korrekt anmelden →

Checkliste für die korrekte Anstellung per E-Mail

AHV, Unfallversicherung, Vertrag, Lohnabrechnung. Eine Seite, kein Spam.

Schätzung. Die Ausgleichskasse rechnet mit Ihren echten Jahreslöhnen; Unfallprämien verlangt die Versicherung bzw. die Ersatzkasse.

Beitragssätze 2026 · Stand 17.07.2026·Alle Quellen ↗
Aktualisiert: 5. Oktober 2026·Lesezeit: 7 Minuten

Sie sind nicht der Erste, der das Gespräch fürchtet

In der Schweiz leisten Schätzungen zufolge über 150'000 Haushaltshilfen Arbeit, die nicht bei einer Ausgleichskasse gemeldet ist. Das sind nicht 150'000 schlechte Menschen. Das sind 150'000 Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die am Anfang dachten, es sei zu kompliziert oder zu teuer, und irgendwann war das Gespräch heikler, als es anzufangen.

Dieser Text ist für Sie. Kein moralischer Zeigefinger, keine Drohgebärden. Sondern: Was es kostet, wie lange die Verjährung läuft, welche Schritte funktionieren, und wie Sie das Gespräch mit Ihrer Reinigungskraft führen, ohne sie zu verlieren.

⚠Bei aufgedeckter Schwarzarbeit über drei Jahre summieren sich Nachzahlungen, Verzugszinsen und mögliche Bussen schnell auf mehrere Tausend Franken - bei freiwilliger Meldung zahlen Sie dagegen oft nur die Nachzahlung plus geringe Verzugszinsen.

Die 5-Jahres-Regel: AHVG Art. 16

Eine Hand reiht alte, nach Jahren beschriftete Ordner in ein Regal ein
Fünf Ordner: Die Ausgleichskasse kann Beiträge in der Regel 5 Jahre rückwirkend nachfordern, nach einer Straftat 7 (Art. 16 AHVG).

Die Ausgleichskasse kann AHV-Beiträge in der Regel für 5 Jahre rückwirkend nachfordern. Steht schwarz auf weiss in Artikel 16 Absatz 1 AHVG. Stammt die Nachforderung aus einer Straftat (Nichtanmelden, AHVG Art. 87), gilt die längere Frist des Strafrechts: 7 Jahre (StGB Art. 97). Alles was länger zurückliegt, ist verjährt - Sie können (und sollen) es nicht mehr nachzahlen.

Wichtig: Die 5 Jahre zählen ab dem Ende des Kalenderjahres, in dem der Lohn ausbezahlt wurde. Wer 2026 meldet, erfasst also die Jahre 2021 bis 2025. Das gilt auch, wenn die Reinigungskraft schon 10 Jahre bei Ihnen arbeitet: relevant sind in der Regel nur die letzten 5 Jahre, nach einer Straftat bis zu 7.

AHVG Art. 16 Abs. 1: "Werden Beiträge nicht innert fünf Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres, für das sie geschuldet sind, durch Erlass einer Verfügung geltend gemacht, so können sie nicht mehr eingefordert oder entrichtet werden."

Gibt es eine AHV-Selbstanzeige?

Kurze Antwort: nicht so formell wie im Steuerrecht. Es gibt kein Formular "AHV-Selbstanzeige". Aber: Wer freiwillig bei der Ausgleichskasse meldet, bevor eine Kontrolle oder Anzeige eingegangen ist, vermeidet in der Praxis die Strafbestimmung nach AHVG Art. 87 (Vergehen) und meist auch eine BGSA-Anzeige.

Das bedeutet konkret: Sie zahlen die Beiträge nach, plus Verzugszinsen (ca. 5% p.a.). Eine Garantie ist das nicht: Strafbar bleibt die Hinterziehung nach AHVG Art. 87, aber wer sich selbst meldet und nachzahlt, dem mildert das Gesetz eine Strafe (StGB Art. 48). Eine feste «kleine Busse» für Selbstmelder gibt es nicht; die Ordnungsbusse bis CHF 1'000 (AHVG Art. 91) trifft, wer nach einer Mahnung Ordnungsvorschriften verletzt, etwa Fristen verpasst.

Nuance, die wichtig ist

Die Ausgleichskasse hat Ermessen. Ein kooperativer Arbeitgeber, der proaktiv alle Daten liefert, wird deutlich milder behandelt als einer, den man bei einer Arbeitsmarktkontrolle erwischt. Ein kurzer Anruf bei Ihrer kantonalen Ausgleichskasse VOR der Meldung klärt die Tonlage - das Gespräch bleibt vertraulich, auch wenn Sie am Ende nicht melden.

Die Anmeldung nachholen, auch rückwirkend

Maria

online

Hallo Maria, ich bringe unsere Anmeldung jetzt in Ordnung, auch rückwirkend für die letzten Monate. Für Sie entstehen dadurch keine Nachteile, im Gegenteil: Die Zeit zählt für Ihre AHV. Ich kümmere mich um alles.

09:15

Das beruhigt mich, danke! Muss ich etwas tun?

09:30

Nur Ihre AHV-Nummer und Adresse, den Rest erledige ich mit der Ausgleichskasse. Danke für Ihr Vertrauen.

09:33
Nachricht

In 6 Schritten zur Legalität

Das Folgende ist der Ablauf, den auch Steuerberater in der Schweiz ihren Mandanten empfehlen. Rechnen Sie mit 2 bis 6 Wochen von Schritt 1 bis Schritt 6.

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Schritt 1: Rechnen Sie die Nachzahlung aus

Nutzen Sie den Rechner oben. Notieren Sie Monatslohn, Anzahl Jahre, Kanton. Die AHV-Beiträge, ALV, FAK, UVG und Verzugszinsen ergeben die Nachzahlung. Das ist die Zahl, die Sie brauchen, bevor Sie mit irgendjemandem sprechen.

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Schritt 2: Reden Sie mit Ihrer Reinigungskraft - BEVOR Sie melden

Das ist der schwierigste und wichtigste Schritt. Sie kommt ins Sozialsystem. Das ist gut. Aber: Wenn sie undokumentiert ist oder Angst vor dem Schritt hat, muss sie die Chance haben, es mit Ihnen zu planen. Nie hinter ihrem Rücken melden. Skripte dafür im nächsten Abschnitt.

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Schritt 3: Rufen Sie die kantonale Ausgleichskasse an

Jeder Kanton hat eine eigene Ausgleichskasse (ZH: SVA Zürich, BE: AKB, etc.). Erklären Sie die Situation am Telefon, fragen Sie nach dem Verfahren für rückwirkende Meldung. Die Tonlage ist in 95% der Fälle sachlich-hilfsbereit, nicht strafend.

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Schritt 4: Reichen Sie Jahresmeldungen für jedes betroffene Jahr ein

Die Ausgleichskasse gibt Ihnen das Formular "Meldung von massgebenden Löhnen" für jedes Jahr rückwirkend. Pro Jahr ein Formular: Name der Arbeitnehmerin, AHV-Nummer (falls vorhanden), ausbezahlter Jahreslohn. Die Kasse rechnet, schickt eine Verfügung mit Rechnung.

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Schritt 5: Klären Sie die Jahresbelege für ihre Steuern

Im ordentlichen Verfahren stellen Sie für jedes Jahr einen Lohnausweis (Formular 11) aus. Im vereinfachten Verfahren nicht: Dort schickt die Ausgleichskasse Ihrer Reinigungskraft eine Bestätigung über den Quellensteuerabzug. Sie nutzt diese Belege für ihre eigene Steuererklärung - manche müssen nachdeklarieren. Das ist ihre Sache, aber sie braucht die Dokumente.

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Schritt 6: Richten Sie laufende Lohnabrechnung ein

Ab jetzt monatlich oder quartalsweise: Lohnabrechnung, AHV-Beiträge im vereinfachten Abrechnungsverfahren (bis CHF 22'680/Jahr pro Arbeitnehmerin möglich, max. CHF 60'480/Jahr gesamte Lohnsumme), Unfallversicherung (einen Lohnausweis brauchen Sie dann nicht, die Ausgleichskasse schickt ihr eine Bestätigung über den Quellensteuerabzug). Entweder selbst oder über einen Service wie Clino.

Nanny oder Betreuerin statt Putzfrau? Das kommt dazu

Die 5-Jahres-Regel und die sechs Schritte gelten genauso. Bei einer Nanny oder Betreuerin geht es aber meist um höhere Löhne, und dann kommen drei Punkte dazu, die bei wenigen Putzstunden selten eine Rolle spielen:

Pensionskasse (BVG)

Lag ihr Jahreslohn über der BVG-Schwelle (2026: CHF 22'680), war sie in der Regel pensionskassenpflichtig. Die AHV-Nachmeldung deckt das nicht ab: Sie melden sie zusätzlich rückwirkend bei einer Vorsorgeeinrichtung an, zum Beispiel bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG. Das ist möglich, kann aber mehr kosten als ein rechtzeitiger Anschluss. Hat sie die Stelle schon verlassen, bleibt nur ein Zwangsanschluss.

Quellensteuer

Hat sie weder C-Bewilligung noch Schweizer Pass, hätten Sie Quellensteuer abziehen müssen. Dafür haften Sie als Arbeitgeber (Art. 88 DBG), auch rückwirkend. Melden Sie die Jahre deshalb auch beim kantonalen Steueramt, nicht nur bei der Ausgleichskasse.

Live-in: Kost und Logis zählen mit

Wohnt und isst sie bei Ihnen, gehören Kost und Logis zum AHV-Lohn: CHF 990 im Monat. Rechnen Sie den Betrag in jede Jahresmeldung ein, auch wenn Sie dafür nie etwas ausbezahlt haben. Damit liegt eine Live-in fast immer über der BVG-Schwelle.

Wie es danach laufend korrekt weitergeht: Nanny anmelden und Betreuerin anstellen.

Was Sie unbedingt NICHT tun sollten

1. Ein falsches Startdatum angeben

Die Versuchung ist gross: "Sie arbeitet erst seit 6 Monaten bei mir." Das ist Urkundenfälschung (StGB Art. 251) und die Ausgleichskasse kreuzprüft bei Verdacht mit Steuererklärungen, Bankauszügen und Nachbarschaftsbefragungen. Das Risiko ist enorm, der Gewinn gering.

2. Ihre Reinigungskraft unter Druck setzen

"Entweder du akzeptierst jetzt weniger Netto, oder ich entlasse dich" - das ist nicht nur menschlich furchtbar, sondern kann als Nötigung ausgelegt werden (StGB Art. 181). Die fairen Lösungen sind: Sie übernehmen die nachträglichen Arbeitnehmerbeiträge (total ~6.4%), oder Sie teilen sie.

3. Sie entlassen, um die Spuren zu verwischen

Entlassung, um Rückforderung zu vermeiden, ist rechtlich heikel und moralisch mies. Ausserdem: Sie hat trotzdem Anspruch auf Nachmeldung, auch wenn sie nicht mehr bei Ihnen ist. Und wenn sie dann zur Ausgleichskasse geht, haben Sie die schlechteste Variante.

4. Hoffen, dass es sich aussitzen lässt

Arbeitsmarktkontrollen durch das SECO und die kantonalen Kontrollorgane haben in den letzten Jahren zugenommen, insbesondere in Westschweiz und Tessin. Anonyme Anzeigen - oft durch frustrierte Nachbarn oder nach Beziehungsende - sind häufig. Wer schon überlegt, sollte meist auch handeln.

Was Ihre Reinigungskraft verliert, wenn Sie NICHT rückwirkend melden

Oft vergessen: Es geht nicht nur um Ihre Bussen. Für die Frau, die jahrelang bei Ihnen geputzt hat, ist jedes nicht gemeldete Jahr real:

  • ✓AHV-Beitragsjahre - Für die spätere Rente zählt jedes Jahr. Fehlt ein Jahr, sinkt die Rente lebenslang (ca. CHF 60/Monat pro fehlendes Jahr).
  • ✓Mutterschaftsversicherung - Ohne AHV-Anmeldung kein Anspruch auf 14 Wochen Mutterschaftsurlaub mit 80% Lohn.
  • ✓UVG Unfalldeckung - Nach einem Arbeitsunfall springt zwar die Ersatzkasse UVG ein, aber sie muss erst beweisen, dass sie bei Ihnen gearbeitet hat. Ihnen stellt die Kasse Ersatzprämien bis 5 Jahre zurück in Rechnung.
  • ✓ALV Arbeitslosengeld - Ohne gemeldeten Lohn muss sie Arbeit und Lohn selbst beweisen, sonst gibt es kein Taggeld bei Kündigung oder Jobverlust.

Wenn sie nicht mitziehen will: zwei Skripte

Viele Reinigungskräfte haben Angst: vor Steuern, vor dem Migrationsamt, vor dem Verlust der Flexibilität. Legitime Ängste, die Sie ernst nehmen sollten. Hier zwei praxiserprobte Gesprächsansätze:

Skript 1: "Ich will das für dich tun"

"Maria, ich möchte mit dir über etwas sprechen, das ich seit einiger Zeit überlege. Wir haben nie deinen Lohn gemeldet. Ich möchte das jetzt nachholen - für dich. Es bedeutet, dass du AHV-Rentenjahre sammelst, bei einem Unfall sauber abgesichert bist und offiziell arbeitest. Die Beiträge, die jetzt nachzuzahlen sind, übernehme ich. Dein Netto bleibt gleich. Aber ich brauche dein Einverständnis, und wir müssen gemeinsam die Ausgleichskasse anschreiben."

Skript 2: Wenn sie Angst vor Steuern hat

"Ich weiss, du machst dir Sorgen wegen der Steuern. Das ist fair. Aber: Bei deinem Lohn fallen meistens nur kleine Beträge an, weil das vereinfachte Abrechnungsverfahren nur 5% pauschal abzieht - und die Abzüge sind niedrig. Wenn du willst, begleite ich dich zum ersten Termin bei der Ausgleichskasse oder bei der Steuererklärung. Wir machen das zusammen."

Wenn Ihre Reinigungskraft keine gültige Aufenthaltsbewilligung hat

Dieser Fall ist komplex; was dabei geht und was nicht, zeigt unser Leitfaden zur Anmeldung von Sans-Papiers. Die Ausgleichskasse meldet nicht automatisch an das Migrationsamt - AHV-Meldung und Aufenthaltsstatus sind rechtlich getrennt. Aber: Eine Anmeldung macht die Arbeit sichtbar. In der Praxis bedeutet das: sprechen Sie mit spezialisierten Beratungsstellen, BEVOR Sie handeln. Sie kennen die Situation in Ihrem Kanton und können den sichersten Weg aufzeigen.

Häufige Fragen

Werde ich bestraft, wenn ich rückwirkend anmelde?

In der Praxis: selten bis nie mit ernsten Strafen. Freiwillige Meldungen werden von den Ausgleichskassen überwiegend kooperativ behandelt - Sie zahlen die Beiträge nach, plus Verzugszinsen (~5% p.a.). Einen festen Bussen-Tarif für Selbstmelder gibt es nicht. Das Strafverfahren nach AHVG Art. 87 (Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen) trifft typischerweise Arbeitgeber, die erst bei einer Kontrolle auffallen.

Wie viele Jahre muss ich nachmelden?

In der Regel 5 Jahre, nach einer Straftat (AHVG Art. 87) bis 7 (AHVG Art. 16 Abs. 1, StGB Art. 97). Wenn Ihre Reinigungskraft länger bei Ihnen arbeitet, sind ältere Jahre verjährt und werden nicht mehr eingefordert. Melden Sie also in der Regel die letzten 5 Kalenderjahre.

Muss meine Reinigungskraft zustimmen, bevor ich melde?

Rechtlich nein - als Arbeitgeber dürfen Sie Ihre gesetzliche Pflicht erfüllen. Menschlich und praktisch: ja. Sie gefährden sonst die Beziehung, ihre Steuerplanung und möglicherweise ihren Aufenthaltsstatus. Sprechen Sie zuerst mit ihr, dann mit der Ausgleichskasse.

Kann die Ausgleichskasse meine Bank oder Steuererklärung einsehen?

Nicht automatisch. Aber bei begründetem Verdacht auf Schwarzarbeit kann die Kasse Amtshilfe anfordern - insbesondere von der Steuerverwaltung. Regelmässige Barauszahlungen von CHF 800-1'500 aus Bankautomaten in derselben Region können ein Indiz sein. Deshalb ist freiwillige Meldung die sauberere Lösung.

Kann ich anonym bei der Ausgleichskasse anrufen und fragen?

Ja. Jede Kantons-Ausgleichskasse beantwortet telefonisch allgemeine Fragen ohne Ihre persönlichen Daten aufzunehmen. Sie können das Szenario schildern, nach dem Verfahren fragen, und entscheiden später, ob Sie melden. Diese Gespräche werden nicht protokolliert.

Was kostet mich die rückwirkende Meldung konkret?

Bei einer Reinigungskraft mit CHF 800/Monat über 3 Jahre (Total CHF 28'800 Lohn): AHV/ALV/FAK/UVG ca. CHF 4'600 (beide Anteile) + Verwaltung + Verzugszinsen ca. CHF 400 = rund CHF 5'000. Nutzen Sie den Rechner oben für Ihre konkrete Situation.

Gilt das alles auch für eine Nanny oder Betreuerin?

Ja: dieselbe 5-Jahres-Regel (AHVG Art. 16) und dieselben Schritte. Bei höheren Löhnen kommt meist die Pensionskasse dazu (über der BVG-Schwelle, 2026: CHF 22'680), ohne C-Bewilligung auch die Quellensteuer, für die Sie haften. Bei Live-in zählen Kost und Logis mit CHF 990 im Monat zum Lohn.

Quellen und rechtliche Grundlagen

Kostenlos bei Clino registrieren

Hinweis: Dieser Leitfaden gibt allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Je nach Kanton, Aufenthaltsstatus Ihrer Mitarbeiterin und konkreter Lohnhöhe können andere Regeln gelten. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an Ihre kantonale Ausgleichskasse oder einen Steuerberater.

Zuletzt aktualisiert: 5. Oktober 2026

Salvador Jovells

Salvador Jovells, Gründer von Clino