Entscheidungshilfe
Vereinfachtes oder ordentliches Verfahren: Welches gilt für Ihre Haushaltshilfe?
In vier Fragen zum Verfahren
Nur die Regeln, die tatsächlich entscheiden.
1 von 4Verdient eine Ihrer Angestellten mehr als CHF 22'680 im Jahr (mit Kost und Logis, Ferienzuschlag und 13. Monatslohn)?

Kurz: Unter beiden Grenzen ist das vereinfachte Verfahren meist die einfachere Wahl, darüber bleibt nur das ordentliche. Verdient keine Angestellte mehr als CHF 22'680 im Jahr und zahlen Sie allen zusammen höchstens CHF 60'480, dürfen Sie wählen. Die Beiträge an AHV/IV/EO und ALV sind in beiden Verfahren gleich hoch. Das vereinfachte Verfahren spart Arbeit: eine Abrechnung pro Jahr, 5 % Quellensteuer-Pauschale, kein Lohnausweis. Über diesen Grenzen ist das ordentliche Verfahren Pflicht, über CHF 22'680 pro Person dazu die Pensionskasse.
Quelle: BGSA Art. 2 und 3, AHV-Merkblatt 2.07 (Stand 1.1.2026), Wegleitung WBB Rz 2103 bis 2114. Geprüft am 25.09.2026.
Was sich unterscheidet und was nicht
| Thema | Vereinfacht | Ordentlich |
|---|---|---|
| Wer darf | Lohn bis CHF 22'680 pro Person und CHF 60'480 pro Haushalt; alle Angestellten im selben Verfahren | Immer möglich |
| Sozialbeiträge | AHV/IV/EO 10.6 %, ALV 2.2 %, je zur Hälfte, dazu der kantonale Beitrag an die Familienausgleichskasse | Gleiche Sätze |
| Quellensteuer | 5 % für alle Angestellten, über die Ausgleichskasse; die Steuer ist damit abgegolten | Nur für Angestellte ohne C-Bewilligung, nach dem Tarif ihres Wohnkantons, an das kantonale Steueramt; Schweizerinnen und C-Bewilligte versteuern selbst |
| Zahlung | Einmal pro Jahr: Lohnsumme bis 30. Januar melden, Rechnung innert 30 Tagen zahlen, keine Akontozahlungen | Akontobeiträge während des Jahres (monatlich oder vierteljährlich, je nach Kasse), Lohnmeldung nach Jahresende |
| Lohnausweis | Keiner; die Angestellte erhält von der Kasse eine Bescheinigung über die abgelieferte Steuer | Jedes Jahr Pflicht |
| Unfallversicherung | Über die Ausgleichskasse möglich (VAVplus) oder eigene Police | Eigene Police bei einem Unfallversicherer |
| Pensionskasse | In der Regel nicht; Ausnahme bei Anstellungen unter einem Jahr mit über CHF 1'890 Monatslohn | Pflicht über CHF 22'680 Jahreslohn, mit Anschluss an eine Pensionskasse |
| Monatliche Lohnabrechnung | Pflicht (OR Art. 323b) | Pflicht (OR Art. 323b) |
Was als Lohn zählt und wie die Grenze bei einem Start im Lauf des Jahres gekürzt wird, steht in den Schwellenwerten 2026.
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Häufige Fragen
Muss ich das vereinfachte Verfahren nutzen, wenn ich unter den Grenzen liege?
Nein, es ist ein Wahlrecht. Sie dürfen auch unter den Grenzen ordentlich abrechnen. Umgekehrt gilt das nicht: Über CHF 22'680 pro Person oder CHF 60'480 pro Haushalt bleibt nur das ordentliche Verfahren.
Kann ich während des Jahres das Verfahren wechseln?
Freiwillig nur auf den 1. Januar. Wer vom ordentlichen ins vereinfachte Verfahren wechseln will, informiert die Ausgleichskasse bis Ende des Vorjahres (Merkblatt 2.07, Ziffer 9).
Was passiert, wenn der Lohn im Lauf des Jahres über CHF 22'680 steigt?
Dann erfüllen Sie die Voraussetzungen nicht mehr, und die Kasse rechnet das ganze Kalenderjahr ab 1. Januar ordentlich ab, nicht nur die Monate ab dem Überschreiten (BGSA Art. 2 Abs. 1; schriftliche Auskunft der SVA Graubünden vom 7.8.2026). Planen Sie Lohnerhöhungen deshalb auf den Jahreswechsel.
Welche Fristen gelten im vereinfachten Verfahren?
Anmelden innert eines Monats nach Beginn der Anstellung. Die Lohnsumme melden Sie bis zum 30. Januar des Folgejahres, die Rechnung zahlen Sie innert 30 Tagen. Alle diese Termine trägt Ihnen der Fristenkalender für Arbeitgeber ein. Wer diese Fristen verpasst, riskiert Verzugszinsen und den Ausschluss vom vereinfachten Verfahren (Merkblatt 2.07, Ziffer 10).
Zahle ich im vereinfachten Verfahren weniger Beiträge?
Nein. AHV/IV/EO (10.6 %) und ALV (2.2 %) sind in beiden Verfahren gleich und werden je zur Hälfte von Ihnen und der Angestellten getragen. Der Unterschied liegt bei der Steuer, beim Aufwand und beim Zahlungsrhythmus. Was das in Franken für Ihren Lohn heisst, zeigt der Lohnrechner.
Welche Nachteile hat das vereinfachte Verfahren?
Die 5 % Quellensteuer sind endgültig und gelten für alle Angestellten, auch für Schweizerinnen: Einzeln darauf verzichten kann niemand. Steigt ein Lohn über CHF 22'680, wird das ganze Jahr ordentlich abgerechnet. Mehr dazu: Nachteile des vereinfachten Verfahrens.
Gilt das vereinfachte Verfahren auch für eine Nanny?
Ja, solange ihr Jahreslohn CHF 22'680 nicht übersteigt, mit Ferienentschädigung und bei einer Live-in-Nanny mit Kost und Logis. Das reicht nur für eine Teilzeit-Nanny; eine Vollzeit-Nanny gehört ins ordentliche Verfahren. Bis zu wie vielen Stunden es passt: vereinfachtes Verfahren für die Nanny.
Ist das Meldeverfahren dasselbe wie das vereinfachte Verfahren?
Nein. Das Meldeverfahren ist eine Meldung an das SEM, wenn jemand aus der EU/EFTA höchstens drei Monate bei Ihnen arbeitet. Mit der AHV-Abrechnung hat es nichts zu tun: Auch ein solcher Kurzeinsatz braucht die AHV-Anmeldung, im vereinfachten oder im ordentlichen Verfahren. Mehr dazu: Meldeverfahren oder AHV-Anmeldung.
Und das Chèque service in der Westschweiz?
Das ist kein eigenes Abrechnungsverfahren, sondern eine Stelle, die Anmeldung und Lohnabrechnung gegen eine Gebühr für Sie übernimmt. Kantonal getragen gibt es das nur in Genf; in der übrigen Romandie heisst es Chèque emploi. Beiträge und Pflichten bleiben dieselben. Kanton für Kanton: Chèque service in der Westschweiz.
Selbst machen oder mit Clino
Selbst machen geht: Formular der Ausgleichskasse, Lohnabrechnungen, Jahresmeldung. Clino bereitet Anmeldung, monatliche Lohnabrechnungen und die Jahresmeldung in beiden Verfahren für Sie vor. CHF 19.90/Monat, 30 Tage gratis.
Kostenlos startenQuellen
- ahv-iv.ch: Merkblatt 2.07 (vereinfachtes Abrechnungsverfahren), Stand 1.1.2026
- ahv-iv.ch: Merkblatt 2.06 (Hausdienstarbeit), Stand 1.1.2026
- Fedlex: BGSA Art. 2 und 3 (Bundesgesetz gegen die Schwarzarbeit)
Übersicht, keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand 25.09.2026.
