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Studie5. Oktober 2026

KI-Test: 6 von 7 Kostenrechnungen für Putzfrau und Nanny vergessen den Ferienlohn

Clino hat ChatGPT, Claude, Gemini und Copilot je 15 Fragen gestellt, die Familien mit einer Putzfrau oder Nanny wirklich haben, auf Deutsch und Französisch. Bei den Grundregeln lagen alle vier richtig: 23 von 23 Antworten. Je mehr Geld auf dem Spiel stand, desto öfter lagen sie daneben. Bei der Frage nach den Kosten nannten 6 von 7 Antworten ein Monatstotal ohne den Ferienlohn von 8,33 %, 3 bis 8 % zu tief.

Daten (CSV)
6 von 7
Kostenrechnungen nennen als Monatstotal einen Betrag ohne Ferienlohn
79 %
der 56 Antworten ganz richtig, 11 teilweise, 1 falsch
7 von 11
Antworten zu Krankheit und Taggeld ganz richtig
23 von 23
Antworten zu AHV, Unfall, Pensionskasse, Ferien und Zulagen richtig

Zusammenfassung

Viele Familien fragen heute zuerst eine KI, bevor sie eine Putzfrau anmelden. Clino wollte wissen, wie gut die Antworten sind. Wir haben 15 Fragen festgelegt, die Arbeitgeber im Privathaushalt tatsächlich stellen, zehn auf Deutsch und fünf auf Französisch, und vorab die richtige Antwort mit ihrer Rechtsgrundlage notiert. Jede Frage ging einzeln in einen neuen Chat ohne Gedächtnis; bewertet wurde die erste Antwort.

Das Ergebnis ist besser als ihr Ruf: 44 von 56 Antworten waren ganz richtig. Dass im Privathaushalt AHV-Beiträge ab dem ersten Franken anfallen, wussten alle vier, ebenso die Unfallversicherung ab der ersten Stunde, die Pensionskassen-Schwelle von CHF 22'680, den Ferienzuschlag von 8,33 % und die Kinderzulagen.

Die Fehler sitzen dort, wo es teuer wird. Beim Rechnen liessen die Assistenten den Ferienlohn weg, den sie auf die direkte Frage hin korrekt nannten. Bei Krankheit übersahen die kostenlosen Versionen die Pflichten aus den kantonalen Normalarbeitsverträgen. Und eine Antwort nannte für Genf den Mindestlohn von 2024.


Je mehr Geld auf dem Spiel steht, desto mehr Fehler

Nach Thema getrennt: Bei den Grundregeln waren 23 von 23 Antworten ganz richtig, beim Mindestlohn 10 von 11, bei der Quellensteuer 3 von 4. Bei Krankheit und Taggeld waren es 7 von 11, bei den Kostenrechnungen 1 von 7.

Anteil ganz richtiger Antworten nach Thema, alle vier Assistenten
Grundregeln (AHV, Unfall, BVG, Ferien, Zulagen)100 %23 von 23Mindestlohn91 %10 von 11Quellensteuer75 %3 von 4Krankheit und Taggeld64 %7 von 11Kostenrechnung14 %1 von 7
Daten (CSV)

Der vergessene Ferienlohn

Die Frage lautete: «Was kostet mich eine Putzfrau in Zürich, 4 Stunden pro Woche zu CHF 30 pro Stunde, im Monat insgesamt inklusive Sozialabgaben?» Clino rechnet CHF 610.86: Bruttolohn CHF 519.90 plus 8,33 % Ferienlohn (CHF 43.31), dazu die Arbeitgeberbeiträge von CHF 44.66 und die Verwaltungskosten der Ausgleichskasse. Alle vier Assistenten nannten als Ergebnis ein Monatstotal von CHF 564 bis 590, ohne Ferienlohn. ChatGPT, Claude und Gemini erwähnten ihn als Möglichkeit; Gemini schrieb, er sei «in der Praxis meistens bereits eingerechnet». Copilot erwähnte ihn nicht.

Bei der Nanny in Lausanne, 20 Stunden pro Woche zu CHF 25, führten Claude und Gemini mit rund CHF 2'400; Clino rechnet CHF 2'583. ChatGPT rechnete zuerst ebenfalls ohne Ferien, empfahl dann aber, mit CHF 2'600 zu budgetieren. Das ist die einzige der 7 Antworten mit dem richtigen Betrag. Gewertet hat Clino jeweils die Zahl, mit der die Antwort führt oder die sie als Ergebnis empfiehlt; wer weiterliest, findet bei mehreren Antworten den Hinweis auf den Ferienlohn als Variante.

Kostenrechnungen: Monatstotal, mit dem die Antwort führt, und Clino-Rechnung mit Ferienlohn
ohne Ferienlohnmit FerienlohnClino mit Ferienlohn
Putzfrau Zürich, 4 Std./Woche zu CHF 30550575600625Clino mit Ferienlohn: 610.86ChatGPT564Claude565–570Gemini565Copilot590Nanny Lausanne, 20 Std./Woche zu CHF 252'4002'5002'600Clino mit Ferienlohn: 2'583.25ChatGPT2'600Claude2'400Gemini2'404.70

CHF pro Monat

Daten (CSV)

Warum das zählt: Ein Stundenlohn enthält den Ferienlohn nur, wenn das im Arbeitsvertrag und auf jeder Lohnabrechnung separat ausgewiesen ist (Bundesgericht, BGE 129 III 493). Wer CHF 30 pro Stunde abmacht und nichts ausweist, schuldet die Ferien zusätzlich. Bei 4 Stunden pro Woche fehlen im KI-Budget bis zu CHF 47 im Monat, rund CHF 560 im Jahr.


Krankheit: die Pflicht aus dem Normalarbeitsvertrag

In Zürich, Bern und Genf verlangen die kantonalen Normalarbeitsverträge für Hausangestellte eine Krankentaggeldversicherung, die 80 % des Lohns während bis zu 720 Tagen zahlt. Ein Normalarbeitsvertrag gilt automatisch, solange der Arbeitsvertrag nichts anderes schriftlich festhält. In Zürich und Bern muss eine Familie ohne Versicherung die Leistungen selbst zahlen.

Die bezahlten Versionen von ChatGPT und Claude nannten in allen 6 Antworten die Versicherungspflicht oder die Haftung ohne Versicherung. Gemini, in der kostenlosen Version, schrieb zu Bern, im Normalarbeitsvertrag gebe es «kein Obligatorium», und nannte für Zürich «maximal 3 Wochen» Lohnfortzahlung. Copilot, ebenfalls kostenlos, nannte für Zürich drei Wochen und legte sich für Bern nicht fest. Für Genf lag Gemini richtig.

Der Unterschied ist teuer: In Zürich und Bern haftet eine Familie ohne Versicherung und ohne schriftlichen Ausschluss für bis zu 720 Tage zu 80 %, nicht für drei Wochen. Eine Einschränkung: Unsere Referenzantwort für Zürich nannte zuerst nur die drei Wochen aus Artikel 11 des Zürcher Normalarbeitsvertrags. Nach Prüfung des ganzen Vertrags haben wir sie vor der Auswertung um die Versicherungspflicht ergänzt; die drei Wochen allein gelten als teilweise richtig.


Die vier Assistenten im Einzelnen

Claude (Opus 5.5, Max-Abo) und ChatGPT (GPT-5.6 Sol, Plus-Abo) beantworteten je 13 von 15 Fragen ganz richtig, Gemini (Flash, kostenlos) 11 von 15. Copilot (kostenlos) beantwortete 7 von 11 Fragen ganz richtig; nach elf Fragen verlangte Copilot eine Sicherheitsprüfung, die Clino nicht umgangen hat. Bezahlte und kostenlose Versionen sind nicht direkt vergleichbar. Die meisten Familien nutzen allerdings die kostenlosen.

Die vier Assistenten im Test
AssistentVersionAboDatumrichtigteilweisefalsch
ChatGPTGPT-5.6 SolPlus-Abo5.10.13/1520
ClaudeOpus 5.5Max-Abo2.10.13/1520
GeminiFlashkostenlos2.10.11/1531
CopilotAutokostenlos2.10.7/1140

Bezahlte und kostenlose Versionen sind nicht direkt vergleichbar. Die Tabelle zeigt, was eine Familie mit diesem Zugang an diesem Tag erhalten hat, keine Rangliste der Anbieter.

Daten (CSV)
Alle 56 Antworten im Überblick

✓ richtig · ½ teilweise richtig · ✗ falsch · – nicht gestellt

FrageChatGPTClaudeGeminiCopilot
D1AHV unter CHF 2'500 im Jahr (ZH)✓✓✓✓
D2Unfallversicherung bei 2 Std./Woche✓✓✓✓
D3Mindestlohn Zürich 2026✓✓✓✓
D4Kosten Putzfrau Zürich, 4 Std. zu CHF 30½½½½
D5Lohn bei Krankheit, 5. Monat (ZH)✓✓½½
D6Krankentaggeldversicherung Bern✓✓✗½
D7Ferienlohn im Stundenlohn✓✓✓✓
D8Pensionskasse bei CHF 18'000 im Jahr✓✓✓✓
D9Quellensteuer im vereinfachten Verfahren✓✓✓½
D10Kinderzulagen bei 18 Std. (ZH)✓✓✓✓
F1Mindestlohn Genf 2026½✓✓✓
F2AHV unter CHF 2'500 im Jahr (Lausanne)✓✓✓–
F3Krankentaggeldversicherung Genf✓✓✓–
F4Kosten Nanny Lausanne, 20 Std. zu CHF 25✓½½–
F5Mindestlohn Waadt✓✓✓–

D = auf Deutsch gestellt, F = auf Französisch. Copilot verlangte nach elf Fragen eine Sicherheitsprüfung; die Fragen F2 bis F5 fehlen deshalb. Bewertet wurde die erste Antwort in einem neuen Chat ohne Gedächtnis.

Daten (CSV)

Überraschende Erkenntnisse

Ein Mindestlohn von 2024

Nach dem Mindestlohn für eine Putzfrau in Genf 2026 gefragt, nannte ChatGPT «24,32 CHF brut par heure», den Genfer Mindestlohn von 2024, ohne im Web nachzusehen. 2026 sind es CHF 24.59. Alle anderen Antworten zum Mindestlohn stimmten.

Eine Ausnahme bei der Quellensteuer, die es nicht gibt

Copilot nannte richtig 5 %, schrieb aber, Schweizerinnen und viele Personen mit C-Bewilligung seien «normalerweise nicht quellensteuerpflichtig». Das stimmt nur im ordentlichen Verfahren. Im vereinfachten Abrechnungsverfahren gilt der Satz von 5 % für alle, unabhängig von Nationalität und Bewilligung. Unter den Quellen, die Copilot verlinkte, war auch clino.ch, wo beide Verfahren getrennt erklärt sind.

Die vergessene Pensionskasse

Bei der Nanny in Lausanne mit CHF 26'000 Jahreslohn schrieb Gemini, die Pensionskasse sei nicht obligatorisch. Die Eintrittsschwelle liegt 2026 bei CHF 22'680. Claude und ChatGPT wiesen auf die Pflicht hin.


Was Familien daraus machen können

Für die Regeln ist eine KI ein brauchbarer Anfang. Für den Betrag, der im Arbeitsvertrag steht und jeden Monat bezahlt wird, braucht es eine Rechnung mit dem Ferienlohn und den Sätzen der eigenen Ausgleichskasse. Der Lohnrechner von Clino rechnet beides, kostenlos und für alle 26 Kantone.

Seit Oktober stellt Clino seine Rechner auch KI-Assistenten zur Verfügung. Wer ChatGPT, Claude oder einen anderen Assistenten mit dem Clino-Server für KI-Assistenten verbindet, gibt ihm eine Rechnung statt einer Schätzung: Für die Zürcher Frage liefert der Server CHF 610.86 inklusive Ferienlohn, mit Aufschlüsselung. Im Test war dieser Server bewusst nicht verbunden.

«Die Assistenten kennen die Regeln. Sobald sie rechnen, vergessen sie den Ferienlohn.»

Quellen

  • AHVV Art. 34d Abs. 2 (Beiträge im Privathaushalt ab dem ersten Franken) (2026)
  • UVG und UVV (Berufs- und Nichtberufsunfall); BSV, BVG-Eintrittsschwelle (2026)
  • OR Art. 329a; Bundesgericht, BGE 129 III 493 (Ferienlohn im Stundenlohn) (2003)
  • NAV hauswirtschaftliche Arbeitnehmer Kanton Zürich (LS 821.12); NAV Hausdienst Kanton Bern (BSG 222.153.22); CTT-EDom Genf (rsGE J 1 50.03) (2026)
  • NAV Hauswirtschaft des Bundes (SR 221.215.329.4); AHV/IV-Merkblätter 2.06 und 2.07 (2026)
  • Clino, Lohnrechner und KI-Test (Fragen, Antworten, Bewertungen) (2026)

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Über Clino

Clino ist eine Schweizer SaaS-Plattform, die privaten Haushalten ermöglicht, ihre Haushaltshilfe legal anzustellen: Lohnabrechnung, Arbeitsvertrag und AHV-Anmeldung; Clino führt durch das Verfahren, die Versicherung schliesst der Haushalt selbst ab. CHF 19.90/Monat. Alle 26 Kantone. Gegründet 2026 in Zürich. clino.ch

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