Was Haushalte ihrer Putzkraft bieten: in der Deutschschweiz CHF 30, ob die Gemeinde reich ist oder nicht
Clino hat 2'844 öffentliche Inserate ausgewertet, mit denen Privathaushalte im September und Oktober 2026 eine Putzkraft suchten, dazu 739 Inserate von Familien, die eine Babysitterin, Nanny oder Tagesmutter suchen. Wer in Freienbach oder Thalwil wohnt, bietet kaum mehr als ein Haushalt in Schlieren: Teilt man die Deutschschweizer Inserate nach dem Einkommen der Wohngemeinde in fünf gleich grosse Gruppen, liegt der Median in jeder bei CHF 30. Tiefer liegen die Angebote in der Romandie und im Tessin. In Genf bieten fast alle genau CHF 25.
Zusammenfassung
Was Haushalte ihrer Putzkraft bezahlen, zeigen Lohndaten nur für angemeldete Stellen. Was sie anbieten, steht in ihren Inseraten. Clino hat alle öffentlich sichtbaren Inserate ausgewertet, mit denen Privathaushalte auf einer Schweizer Vermittlungsplattform zwischen Ende August und Ende Oktober 2026 eine Putzkraft suchten: 2'844 Inserate aus allen Kantonen, Angebote von Firmen und Verwaltungen ausgeschlossen. 1'830 nennen einen Stundenlohn, 33 % schreiben «verhandelbar».
Drei Ergebnisse stechen heraus. Erstens bietet die reiche Gemeinde kaum mehr: In der Deutschschweiz ist der Median in den ärmsten wie in den reichsten Gemeinden CHF 30, im Durchschnitt beträgt der Unterschied CHF 1.50. Zweitens liegt der Median in der Romandie und im Tessin fünf Franken tiefer, und in Genf bieten fast alle Haushalte genau CHF 25, knapp über dem kantonalen Mindestlohn. Drittens bringt Englisch einer Putzkraft nichts, einer Babysitterin aber schon: Familien, die auf Englisch inserieren, bieten im selben Kanton im Schnitt CHF 2.64 mehr.
Eine bestimmte Nationalität oder Herkunft verlangen die Inserate selten: 7 von 5'254 kodierten Inseraten tun es. Die Anmeldung bei der AHV erwähnen ebenfalls nur wenige.
Drei Preise: 25, 30 und 35 Franken
Die Angebote verteilen sich nicht über eine Spanne, sie stapeln sich auf runden Beträgen. 81 % der Inserate mit Betrag bieten genau 25, 30 oder 35 Franken pro Stunde. Der Median über die ganze Schweiz liegt bei CHF 29, der Durchschnitt bei CHF 28.30. 99 Inserate (5,4 %) bieten CHF 20 oder weniger, also weniger als den Mindestlohn von CHF 20.35 für Ungelernte im Normalarbeitsvertrag Hauswirtschaft des Bundes. Dieser gilt allerdings erst ab fünf Stunden pro Woche beim selben Haushalt und nicht in Genf; 46 der 66 Inserate, die eine Stundenzahl nennen, suchen jemanden für weniger als fünf Stunden.
Reiche Gemeinden bieten kaum mehr
Clino hat jedem Inserat das durchschnittliche Reineinkommen der Gemeinde zugeordnet, in der der Haushalt wohnt (Eidgenössische Steuerverwaltung, Steuerjahr 2022), und die Inserate in fünf gleich grosse Gruppen geteilt. Damit der Röstigraben das Ergebnis nicht verzerrt, zeigt die Grafik nur die Deutschschweiz. Der Median ist in allen fünf Gruppen CHF 30. Im Durchschnitt bietet das reichste Fünftel CHF 29.70, das ärmste CHF 28.20: ein Unterschied von 1.50 Franken, obwohl das Durchschnittseinkommen in den Gemeinden des reichsten Fünftels rund drei Viertel höher ist. Ganz flach ist das Bild nicht: Im reichsten Fünftel bieten zwei Drittel der Inserate CHF 30 oder mehr, im ärmsten gut die Hälfte.
Angebotener Stundenlohn in der Deutschschweiz. Inserate nach dem durchschnittlichen Reineinkommen pro steuerpflichtiger Person der Wohngemeinde in fünf gleich grosse Gruppen geteilt (Einkommen in CHF).
Quelle: Clino, Auswertung öffentlicher Inserate von Privathaushalten, Sept. und Okt. 2026; Gemeindeeinkommen: ESTV, direkte Bundessteuer 2022
Auch zwischen den Gemeinden mit den meisten Inseraten sind die Unterschiede klein. An der Spitze steht Rapperswil-Jona mit einem Median von CHF 35, am Ende Lugano mit CHF 25. Die Stadt Zürich liegt mit CHF 30 gleichauf mit Schlieren, Bern und Winterthur.
Gemeinden mit mindestens 10 Inseraten mit Betrag, sortiert nach Median, dann Durchschnitt (Ø). Strich: Median, heller Balken: Durchschnitt.
| Gemeinde | Median | Durchschnitt | Inserate |
|---|---|---|---|
| Rapperswil-Jona (SG) | 35 | 32.80 | 10 |
| Wädenswil (ZH) | 30 | 33.29 | 14 |
| Freienbach (SZ) | 30 | 31.29 | 14 |
| Thalwil (ZH) | 30 | 30.45 | 11 |
| Schlieren (ZH) | 30 | 30.17 | 12 |
| Bern (BE) | 30 | 29.46 | 26 |
| Winterthur (ZH) | 30 | 29.17 | 18 |
| Zürich (ZH) | 30 | 29.15 | 93 |
| Luzern (LU) | 30 | 28.90 | 21 |
| Horgen (ZH) | 25 | 27.36 | 11 |
| St. Gallen (SG) | 25 | 27.11 | 19 |
| Basel (BS) | 25 | 27.07 | 29 |
| Lausanne (VD) | 25 | 26.25 | 12 |
| Genève (GE) | 25 | 26.11 | 18 |
| Lugano (TI) | 25 | 23.72 | 25 |
Genf und das Tessin bieten oft genau den kantonalen Mindestlohn
Der grosse Unterschied verläuft entlang der Sprachgrenze. In der Deutschschweiz liegt der Median bei CHF 30, in der Romandie bei CHF 25 (Durchschnitt CHF 26.64), im Tessin bei CHF 25 (Durchschnitt CHF 24.37). Dass die Löhne im Haushalt in der Westschweiz und im Tessin tiefer sind, ist aus Lohndaten bekannt. Neu ist, wie eng die Angebote am gesetzlichen Minimum liegen.
Genf hat mit CHF 24.59 den höchsten kantonalen Mindestlohn der Schweiz, und er gilt im Haushalt ab der ersten Stunde. Der Genfer Normalarbeitsvertrag für die Hauswirtschaft («CTT-EDom») setzt für Ungelernte denselben Betrag, mit vier Jahren Erfahrung oder Berufsattest CHF 24.85, mit Lehrabschluss CHF 25.11. 50 von 59 Genfer Inseraten bieten genau CHF 25, 3 weniger als CHF 24.59. Ob die Ferien- und Feiertagsentschädigung dazukommt, sagen die Inserate nicht. Beim Stundenlohn kommt sie nach Angaben des Kantons zum Mindestlohn hinzu; für vier Wochen Ferien sind es 8,33 %. Wären die CHF 25 inklusive Ferien gemeint, läge der Grundlohn bei CHF 23.08, unter dem Minimum.
Im Tessin bieten 23 von 73 Inseraten genau CHF 20, keines weniger. Das ist der kantonale Mindestlohn für Privathaushalte (CHF 20.00), der ab der ersten Stunde gilt. Ab fünf Stunden pro Woche gilt der höhere Normalarbeitsvertrag des Bundes mit CHF 20.35; wie viele Stunden die Stellen umfassen, sagen die meisten Inserate nicht.
Kantone mit mindestens 30 Inseraten mit Betrag; Kanton = Wohnort des Haushalts laut Postleitzahl.
| Kanton | Durchschnitt | Median | Inserate |
|---|---|---|---|
| Schwyz | 31.25 | 30 | 44 |
| Zug | 30.24 | 30 | 37 |
| Zürich | 29.61 | 30 | 411 |
| Luzern | 29.17 | 30 | 99 |
| Basel-Landschaft | 28.93 | 30 | 59 |
| Graubünden | 28.81 | 30 | 36 |
| St. Gallen | 28.71 | 30 | 132 |
| Bern | 28.58 | 30 | 180 |
| Aargau | 28.25 | 30 | 190 |
| Wallis | 28.10 | 25 | 61 |
| Thurgau | 28.06 | 28 | 54 |
| Solothurn | 27.94 | 28 | 62 |
| Freiburg | 27.23 | 25 | 70 |
| Basel-Stadt | 27.10 | 25 | 31 |
| Waadt | 26.53 | 25 | 148 |
| Genf | 25.32 | 25 | 59 |
| Tessin | 24.37 | 25 | 73 |
Englisch zahlt sich nur bei der Kinderbetreuung aus
Wer auf Englisch eine Putzkraft sucht, bietet nicht mehr. Vergleicht man die englischen Inserate mit den deutschen, französischen und italienischen im selben Kanton, liegt der Unterschied bei −0.13 Franken pro Stunde. Auch im Kanton Zürich, wo die meisten englischen Inserate herkommen, ist der Median in beiden Sprachen CHF 30.
Anders bei der Kinderbetreuung. Familien, die ihr Inserat für eine Babysitterin, Nanny oder Tagesmutter auf Englisch schreiben, bieten im Schnitt CHF 23.39 pro Stunde, Familien mit einem deutschen Inserat CHF 20.36. Ein Teil davon ist Zürich, wo die meisten englischen Inserate herkommen. Im selben Kanton verglichen bleibt ein Aufschlag von CHF 2.64. Eine naheliegende Erklärung: Wer auf Englisch inseriert, sucht oft jemanden, der mit dem Kind Englisch spricht. Bei der Reinigung spielt die Sprache für die Arbeit selbst kaum eine Rolle.
Durchschnitt in CHF pro Stunde; n = Inserate mit Betrag.
Herkunft: selten verlangt, aber nicht nie
Clino hat jedes Inserat, das eine Nationalität, eine Herkunft, eine Muttersprache oder eine Bewilligung erwähnt, einzeln gelesen und kodiert. Bei der Reinigung verlangen 2 von 2'844 Inseraten eine bestimmte Nationalität oder Herkunft, bei der Kinderbetreuung 5 von 2'410. Häufiger ist die Frage nach der Arbeitsbewilligung oder dem Wohnsitz in der Schweiz (6 beziehungsweise 7 Inserate). Genannt werden vor allem die Schweiz und Herkunftsländer, deren Sprache die Familie sucht, etwa Brasilien für Portugiesisch. Ein Inserat wünscht bestimmte Nationalitäten ohne Bezug zu einer Sprache.
Von Clino einzeln kodiert. Beschreibt sich die Familie selbst («wir sind eine Schweizer Familie»), zählt das nicht.
Rechtlich ist das nicht dasselbe. Nach dem Rechtsratgeber des Bundes zu rassistischer Diskriminierung verstösst ein Inserat, das Menschen wegen ihrer Ethnie, Religion oder Hautfarbe ausschliesst, gegen die Rassismus-Strafnorm (Art. 261bis StGB), und ein Ausschluss von EU- und EFTA-Angehörigen verstösst gegen das Freizügigkeitsabkommen. Private Arbeitgeber dürfen dagegen nach Aufenthaltsstatus unterscheiden und eine Arbeitsbewilligung verlangen. Ob ein Wunsch nach einer bestimmten Nationalität im Privathaushalt zulässig ist, ist umstritten; Rechtsprechung dazu gibt es noch nicht. Clino bewertet die einzelnen Inserate nicht und zitiert sie nicht.
Familien suchen Portugiesisch, Russisch, Spanisch
Bei der Kinderbetreuung nennen 50 von 304 Inseraten eine Sprache, welche die Betreuungsperson sprechen soll. Englisch ist am häufigsten. 27 Inserate verlangen aber eine Sprache, die weder Landessprache noch Englisch ist, meist die Familiensprache der Eltern: Portugiesisch, Spanisch, Russisch, Arabisch, Ungarisch, Türkisch und andere. Diese Familien bieten im Schnitt CHF 20.48 pro Stunde, Familien ohne Sprachwunsch CHF 20.74. Eine Familiensprache ist ein Wunsch, kein Lohnaufschlag.
Die Anmeldung ist in den Inseraten kaum ein Thema
17 von 2'844 Inseraten für eine Putzkraft sagen, dass der Haushalt die Person anmeldet, AHV bezahlt oder einen Arbeitsvertrag anbietet. 7 verlangen, dass die Putzkraft selbst als Selbständige abrechnet, was im Privathaushalt in aller Regel nicht geht: Wer bei einem Haushalt putzt, gilt bei der AHV als angestellt. Barzahlung oder Arbeit ohne Anmeldung wird in keinem Inserat angeboten. Die Plattform zeigt von jedem Inserat nur die ersten rund 300 Zeichen; was danach steht, ist nicht erfasst. Bei der Kinderbetreuung erwähnt 1 von 2'410 Inseraten die Anmeldung, keines der 304 Inserate, deren ganzer Text lesbar ist. Für Babysitter bis 25 Jahre gilt eine AHV-Freigrenze von CHF 750 pro Jahr und Haushalt; darüber ist auch ein Babysitter-Lohn abzurechnen.
Was Putzkräfte verlangen
Auf denselben Plattformen stellen sich auch Putzkräfte mit einem Profil und ihrem Stundenansatz vor. In einer Stichprobe von 672 kürzlich aktiven Profilen liegt der Median bei CHF 30, der Durchschnitt bei CHF 28.93. Die Haushalte bieten im Median CHF 29. Landesweit liegen Angebot und Nachfrage also nah beieinander, im Kanton Zürich nicht: Dort verlangen Putzkräfte im Median CHF 35 (76 Profile), die Haushalte bieten CHF 30. In Genf und im Tessin liegen beide bei CHF 25. Die Stichprobe der Profile ist nach letzter Anmeldung sortiert und nicht repräsentativ für alle Putzkräfte.
Was Familien daraus machen können
Ein Inserat sagt, was ein Haushalt anbietet, nicht, was die Putzkraft am Ende kostet. Zum Stundenlohn kommen der Ferienzuschlag von 8,33 % und die Sozialversicherungen. Was ein fairer Lohn ist und wie man ihn berechnet, erklärt Clino im Ratgeber Welchen Lohn Sie Ihrer Putzfrau zahlen sollten, für die Kinderbetreuung im Ratgeber Babysitter-Lohn in der Schweiz.
Was Babysitterinnen selbst verlangen, zeigt die Babysitter-Lohnkarte 2026 von Clino: dort die Ansätze der Betreuungspersonen nach Kanton, hier die Angebote der Familien.
Quellen
- Öffentliche Inserate von Privathaushalten auf drei Vermittlungsplattformen in der Schweiz (Reinigung, Kinderbetreuung), Auswertung Clino (2026)
- Eidgenössische Steuerverwaltung, Statistik direkte Bundessteuer natürliche Personen nach Gemeinden (2022)
- swisstopo, Amtliches Ortschaftenverzeichnis mit Postleitzahl (2026)
- NAV Hauswirtschaft des Bundes (SR 221.215.329.4), Mindestlohn CHF 20.35 für Ungelernte ab 5 Std. pro Woche, gilt nicht in Genf (2026)
- Kanton Genf, salaire minimum cantonal CHF 24.59 (ge.ch), Ferien- und Feiertagsentschädigung zusätzlich (2026)
- Kanton Genf, Contrat-type de travail de l’économie domestique («CTT-EDom», rsGE J 1 50.03), Art. 10 und 21 (2026)
- Kanton Tessin, salario minimo cantonale CHF 20.00 für Privathaushalte (ti.ch) (2026)
- Bund, Rechtsratgeber rassistische Diskriminierung: Stelleninserate (rechtsratgeber-rassismus.admin.ch) (2026)
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Über Clino
Clino ist eine Schweizer SaaS-Plattform, die privaten Haushalten ermöglicht, ihre Haushaltshilfe legal anzustellen: Lohnabrechnung, Arbeitsvertrag und AHV-Anmeldung; Clino führt durch das Verfahren, die Versicherung schliesst der Haushalt selbst ab. CHF 19.90/Monat. Alle 26 Kantone. Gegründet 2026 in Zürich. clino.ch
