Zum Inhalt springen

Studie31. Oktober 2026

Haushaltshilfe für über 80-Jährige: Die gemeinnützige Spitex leistet gleich viele Stunden wie 2011, für 44 % mehr Menschen

Ihre Pflegestunden für dieselbe Altersgruppe stiegen um 66 %. Clino hat die Spitex-Statistik des Bundesamts für Statistik (BFS) von 2011 bis 2024 nach Kanton ausgewertet. Pro Person ab 80, die zu Hause lebt, sank die Haushaltshilfe aller Spitex-Anbieter von 9,5 auf 8,4 Stunden im Jahr, in Neuenburg, im Tessin und in Bern um rund die Hälfte. Ab 2028 rechnet der Bund für Bezügerinnen und Bezüger von Ergänzungsleistungen mit 4 Stunden pro Woche. Heute verrechnet die Spitex pro Klientin oder Klient ab 80 im Schnitt 1,1 Stunden.

Daten (CSV)

Zusammenfassung

Die Spitex unterscheidet zwei Arten von Arbeit. Die Pflege (Abklärung, Behandlung, Grundpflege) bezahlen Krankenversicherung, Kanton und Gemeinde mit. Die Hilfe im Haushalt, also putzen, waschen, einkaufen, kochen, bezahlen die Klientinnen und Klienten grundsätzlich selbst, wenn nicht der Kanton oder die Ergänzungsleistungen einspringen. Die Zahlen von 2011 bis 2024 zeigen, was das bewirkt. Die gemeinnützige Spitex hat ihre Pflegestunden für über 80-Jährige um 66 % gesteigert, ihre Stunden Haushaltshilfe für dieselbe Altersgruppe blieben bei rund 2,3 Millionen pro Jahr stehen, vierzehn Jahre lang.

Private Spitex-Firmen haben einen Teil der Lücke gefüllt. Sie verrechneten 2024 1'464'042 Stunden Haushaltshilfe für über 80-Jährige, mehr als doppelt so viele wie 2011. Ihr Anteil liegt bei 38 %. Zusammen reicht das nicht, um mit der Alterung Schritt zu halten: Pro Person ab 80, die zu Hause lebt, sank die Haushaltshilfe aller Spitex-Anbieter von 9,5 auf 8,4 Stunden im Jahr. Der Anteil der Hochbetagten zu Hause, die überhaupt Haushaltshilfe der Spitex erhalten, fiel von 17,4 % auf 14,8 %.

Wer die übrige Arbeit macht, zeigt keine Statistik. Angehörige, Nachbarinnen, Reinigungsfirmen und direkt angestellte Haushaltshilfen kommen in der Spitex-Statistik nicht vor. Ab 2028 ändert sich die Finanzierung: Die Kantone müssen Bezügerinnen und Bezügern von Ergänzungsleistungen Pauschalen für Hilfe zu Hause zahlen, mindestens CHF 11'160 im Jahr. Für die Hilfe im Haushalt rechnet der Bund mit 4 Stunden pro Woche, mehr als dreimal so viel, wie die Spitex heute einer Klientin ab 80 im Schnitt verrechnet. Die Kantone schreiben ihre Ausführungsgesetze jetzt.


Die Schere: Pflege wächst, Haushaltshilfe steht still

2011 verrechnete die gemeinnützige Spitex für über 80-Jährige 5'168'252 Pflegestunden und 2'313'752 Stunden Haushaltshilfe. 2024 waren es 8'591'257 Pflegestunden (+66 %) und 2'346'642 Stunden Haushaltshilfe (+1,4 %). In keinem Jahr dazwischen lag die Haushaltshilfe mehr als 5 % unter oder 3 % über dem Wert von 2011. Die Zahl der über 80-Jährigen, die zu Hause leben, wuchs im selben Zeitraum von 315'975 auf 454'243. Pro Person ab 80 zu Hause leistet die gemeinnützige Spitex damit 29 % weniger Haushaltshilfe als 2011.

Pflege +66 %, Haushaltshilfe +1,4 %, während 44 % mehr Hochbetagte zu Hause lebenGemeinnützige Spitex, Stunden für Klientinnen und Klienten ab 80, Index 2011 = 100
Pflegestunden (Langzeitpflege)Über 80-Jährige, die zu Hause lebenStunden Haushaltshilfe
8010012014016018020112014201720202024+66 %+44 %+1,4 %

Gemeinnützige und öffentlich-rechtliche Spitex, ganze Schweiz. Haushaltshilfe = «Hauswirtschaftliche und sozialbetreuerische Leistungen», 2011: 2'313'752 Stunden, 2024: 2'346'642. Pflege = Langzeitpflege nach KLV. Zu Hause = ständige Wohnbevölkerung ab 80 minus Langzeit-Bewohnerinnen und -Bewohner ab 80 in Alters- und Pflegeheimen.

Quelle: BFS, Spitex-Statistik (px-x-1404040000_102), STATPOP, SOMED · Grafik: Clino

Daten (CSV)

Die Kantone: von 18 Stunden bis unter 3

Pro Person ab 80, die nicht im Pflegeheim lebt, verrechneten alle Spitex-Anbieter zusammen 2024 im Schnitt 8,4 Stunden Haushaltshilfe im Jahr. Am meisten in Basel-Landschaft (18,2), Basel-Stadt (15,0), Zürich (10,8) und St. Gallen (10,8), am wenigsten in Obwalden (2,8), Neuenburg (3,0), Uri (3,8), Glarus (3,9) und Bern (4,0). In 19 Kantonen ist der Wert tiefer als 2011. Rund halbiert hat er sich in Neuenburg (−52 %), im Tessin (−50 %) und in Bern (−46 %), deutlich gesunken ist er auch in Uri (−44 %), im Thurgau (−44 %) und in Genf (−39 %).

Gestiegen ist er in sieben Kantonen, am stärksten in Basel-Landschaft (+104 %), Nidwalden (+99 %) und Schwyz (+90 %). In Basel-Landschaft wuchsen vor allem private Firmen, ihre Stunden für über 80-Jährige stiegen von 32'474 auf 245'160; für Nidwalden und Schwyz weist das BFS die Aufteilung nicht für beide Jahre aus. Die Spitex-Statistik zählt die Stunden im Kanton, in dem sie erbracht werden: Anbieter, die in mehreren Kantonen tätig sind, füllen pro Kanton einen Fragebogen aus und teilen ihre Stunden selbst auf. Ganz genau ist diese Aufteilung nicht, besonders zwischen Nachbarkantonen. Beide Basel zusammen kommen 2024 auf 17,1 Stunden pro Person ab 80 zu Hause (+39 % gegenüber 2011).

Stunden Haushaltshilfe der Spitex pro Person ab 80, die zu Hause lebt, und Jahr: 2011 und 2024
20112024, weniger als 20112024, mehr als 2011
  • Basel-Landschaft
    18,2 +104 %
  • Basel-Stadt
    15,0 −6 %
  • Zürich
    10,8 −11 %
  • St. Gallen
    10,8 −15 %
  • Zug
    10,6 −8 %
  • Nidwalden
    10,1 +99 %
  • Genf
    9,7 −39 %
  • Jura
    9,6 −19 %
  • Schwyz
    9,3 +90 %
  • Luzern
    9,3 +15 %
  • Schweiz
    8,4 −12 %
  • Waadt
    8,3 +28 %
  • Graubünden
    8,1 −18 %
  • Schaffhausen
    7,8 −19 %
  • Freiburg
    7,5 +56 %
  • Aargau
    7,4 +11 %
  • Wallis
    6,8 −12 %
  • Solothurn
    6,7 −24 %
  • Thurgau
    6,1 −44 %
  • Appenzell A.Rh.
    5,7 −38 %
  • Tessin
    4,9 −50 %
  • Appenzell I.Rh.
    4,2 −17 %
  • Bern
    4,0 −46 %
  • Glarus
    3,9 −21 %
  • Uri
    3,8 −44 %
  • Neuenburg
    3,0 −52 %
  • Obwalden
    2,8 −5 %

Verrechnete Stunden «Hauswirtschaftliche und sozialbetreuerische Leistungen» aller Spitex-Anbieter (gemeinnützig, privat, selbstständig) an Klientinnen und Klienten ab 80, geteilt durch die über 80-Jährigen, die nicht im Pflegeheim leben. Kanton = Kanton, in dem der Anbieter die Leistung erbringt; Anbieter in mehreren Kantonen teilen ihre Stunden selbst auf. Durchschnitt über alle Hochbetagten zu Hause, nicht das, was eine Klientin erhält.

Quelle: BFS, Spitex-Statistik (px-x-1404040000_102), STATPOP, SOMED · Grafik: Clino

Daten (CSV)

Wo der Kanton ausstieg, wurde die Stunde teurer

Bern. Mit dem Sparpaket «Angebots- und Strukturüberprüfung 2014», beschlossen im November 2013, kürzte der Kanton Bern seine Beiträge an die hauswirtschaftlichen und sozialbetreuerischen Leistungen der Spitex. Der kantonale Spitex-Verband empfahl seinen Mitgliedern darauf, die Versorgungspflicht in diesem Bereich nicht mehr wahrzunehmen. Der durchschnittliche Ertrag der gemeinnützigen Berner Spitex pro Stunde Haushaltshilfe stieg von CHF 34.21 (2011) auf CHF 55.31 (2024). Ihre Stunden Haushaltshilfe für über 80-Jährige sanken von 248'660 auf 102'145 (−59 %). Private Firmen steigerten sich von 85'095 auf 136'584 Stunden, glichen den Rückgang aber nicht aus.

Basel-Stadt. Ende 2020 lief der Leistungsauftrag des Kantons an Spitex Basel für die Hauswirtschaft aus und wurde nicht erneuert. Seither zahlt der Kanton nur noch über die Ergänzungsleistungen. Spitex Basel verrechnet für Hauswirtschaft und Betreuung CHF 57 pro Stunde bei mindestens 90 Minuten Einsatz, vorher trugen die Kundinnen und Kunden höchstens CHF 45 selbst (Schriftliche Anfrage im Grossen Rat, vom Regierungsrat am 27. August 2025 beantwortet). Die Stunden Haushaltshilfe der gemeinnützigen Spitex für über 80-Jährige im Kanton sanken von 89'914 (2020) auf 57'078 (2024), −37 %. Der Regierungsrat schreibt, ihm lägen «keine Hinweise bezüglich einer Unterversorgung» vor.

Schweizweit stieg der durchschnittliche Ertrag der gemeinnützigen Spitex pro Stunde Haushaltshilfe von CHF 30.83 auf CHF 37.41 (+21 %), private Firmen kamen 2024 auf CHF 50.41. Ein Durchschnittspreis ist kein Tarif: Viele Organisationen staffeln nach Einkommen.

Gemeinnützige Spitex: Ertrag pro Stunde Haushaltshilfe und Stunden für über 80-Jährige, 2011 und 2024
KantonCHF pro Stunde 2011CHF pro Stunde 2024Stunden ab 80, Veränderung
Basel-Stadt34.5965.76−47 %
Bern34.2155.31−59 %
Freiburg20.1230.06+90 %
Zug26.5936.70+113 %
Aargau30.4838.61+67 %
Wallis23.9430.04+3 %
Schweiz30.8337.41+1 %
Thurgau28.3133.96−33 %
Tessin22.5526.93−31 %
Basel-Landschaft32.9938.90+46 %
Zürich36.4941.61+9 %
St. Gallen30.9035.01+22 %
Genf28.9732.04−38 %
Waadt27.7928.01+32 %
Luzern32.3629.82+79 %

Ertrag aus hauswirtschaftlichen und sozialbetreuerischen Leistungen (bezahlt von Klientinnen, Klienten und allfälligen Versicherungen, ohne Beiträge der öffentlichen Hand) geteilt durch alle verrechneten Stunden dieser Leistung, alle Altersgruppen. Das ist ein Durchschnittspreis, kein Tarif. Nur Kantone, für die das BFS beide Jahre ausweist.

Daten (CSV)

Was die Ergänzungsleistungen heute zahlen

Wer Ergänzungsleistungen bezieht, kann sich die Kosten für Hilfe im Haushalt heute schon vergüten lassen, nach Regeln, die jeder Kanton selbst festlegt. Für eine Privatperson, die nicht im selben Haushalt lebt, zahlen 19 der 24 Kantone mit festem Stundenansatz höchstens CHF 25 pro Stunde. Am meisten zahlt Zürich mit CHF 34, für Bezügerinnen und Bezüger von AHV-EL. Schaffhausen nennt keinen festen Ansatz, sondern «orts- und branchenübliche» Löhne. Glarus vergütet private Haushaltshilfen seit 2023 gar nicht mehr, nur noch Anbieter mit einer Leistungsvereinbarung des Kantons. Die Jahresgrenze liegt meist bei CHF 4'800, das sind 192 Stunden zu CHF 25, 4 Stunden pro Woche über 48 Wochen. Eine angestellte Haushaltshilfe kostet zum Mindestlohn des Normalarbeitsvertrags Hauswirtschaft (CHF 20.35 plus 8,33 % Ferienlohn; verbindlich ab 5 Stunden pro Woche) mit den Arbeitgeberbeiträgen rund CHF 23.91 pro Stunde, zu einem üblichen Lohn von CHF 30 rund CHF 35.25. In Genf gilt ein höherer Mindestlohn (CHF 24.59): Mit Ferienlohn und Arbeitgeberbeiträgen kostet die Stunde dort mindestens CHF 29.19, die EL vergüten höchstens CHF 25.

Ergänzungsleistungen: Vergütung der Hilfe im Haushalt durch eine Privatperson, nach Kanton (Stand Oktober 2026)
KantonCHF pro Stunde, max.CHF pro Jahr, max.Stunden pro Woche*Spitex mit Bewilligung, CHF pro Stunde
Aargau254'8004,0Tarif
Appenzell A.Rh.254'8004,0Tarif
Appenzell I.Rh.254'8004,0Tarif
Basel-Landschaft27.905'5004,127.90
Basel-Stadt305'7604,050
Bern254'8004,046
Freiburg306'0004,2Tarif
Genf254'8004,0Tarif
Glarusnicht vergütet––Tarif
Graubünden254'8004,0Tarif
Jura254'8004,0Tarif
Luzern254'8004,048
Neuenburg254'8004,0Tarif
Nidwalden254'8004,0Tarif
Obwalden254'8004,0Tarif
Schaffhausenortsüblich9'500–Tarif
Schwyz254'8004,0Tarif
Solothurn254'8004,0Tarif
St. Gallen254'8004,035
Tessin254'8004,0Tarif
Thurgau254'8004,035
Uri254'8004,032
Waadt264'8003,8Tarif
Wallis254'8004,0Tarif
Zug254'8004,0Tarif
Zürich347'4004,5Tarif

Privatperson = Helferin, die nicht im selben Haushalt lebt. * Jahresgrenze geteilt durch Stundenansatz und 48 Wochen. Spitex: höchstens dieser Betrag pro Stunde, oder «Tarif» = Vergütung zum Tarif der Organisation innerhalb der Jahresgrenze für Krankheitskosten. – = keine eigene Grenze gefunden. Zürich: CHF 34 und CHF 7'400 gelten für AHV-EL, bei IV-EL höchstens CHF 4'800. Waadt: CHF 26 aus der Richtlinie des Departements, CHF 4'800 nur ohne oder mit leichter Hilflosenentschädigung. Wallis: laut Verordnung nur mit Hilflosenentschädigung. Genf: Die Ausgleichskasse wendet CHF 25 und CHF 4'800 auf alle Leistungen zu Hause an. Quelle pro Kanton im CSV.

Daten (CSV)

Ab 2028: 4 Stunden pro Woche als Richtwert

Im Juni 2025 hat das Parlament das Gesetz über die Ergänzungsleistungen geändert (Geschäft 24.070). Ab 1. Januar 2028 müssen alle Kantone Bezügerinnen und Bezügern, die zu Hause leben, Pauschalen für Notruf, Hilfe im Haushalt, Mahlzeiten sowie Begleit- und Fahrdienste zahlen, zusammen mindestens CHF 11'160 im Jahr. Die Pauschalen werden nach festgestelltem Bedarf im Voraus mit der EL ausbezahlt, nicht mehr gegen Rechnung. Für die Hilfe im Haushalt nennt das Bundesamt für Sozialversicherungen einen Richtwert von CHF 6'720: 4 Stunden à CHF 35 pro Woche, CHF 560 im Monat. Verbindlich ist nur die Summe von CHF 11'160; wie viel davon auf die Hilfe im Haushalt entfällt, können die Kantone anders festlegen. Als erster Kanton hat St. Gallen einen Entwurf in die Vernehmlassung geschickt: Er sieht für die Hilfe im Haushalt drei Stufen vor, CHF 2'100, 4'200 oder 6'720 im Jahr, je nach Bedarf.

Gemessen an der Spitex von heute ist das viel, gemessen an den EL von heute nicht: 4 Stunden à CHF 35 über 48 Wochen sind 192 Stunden im Jahr, gleich viele, wie die meisten Kantone schon heute für eine private Haushaltshilfe vergüten (CHF 4’800 à CHF 25). Neu sind der höhere Stundenansatz, ein Mindestbetrag in allen Kantonen und die Auszahlung als Pauschale. Pro Klientin oder Klient ab 80 verrechneten alle Spitex-Anbieter 2024 im Schnitt 57 Stunden Haushaltshilfe im Jahr, 1,1 pro Woche. Am wenigsten in Obwalden (0,5), Appenzell Ausserrhoden (0,6) und Graubünden (0,7), am meisten in Basel-Landschaft (2,1). Wie viele Stunden die Pauschale tatsächlich kauft, hängt vom Preis ab. Zum Tarif von Spitex Basel sind es 2,5 Stunden pro Woche, zum Durchschnittsertrag der gemeinnützigen Spitex 3,7, mit einer direkt angestellten Haushaltshilfe zu CHF 30 Lohn 4,0 und zum Mindestlohn 5,9.

Was der EL-Richtwert für Hilfe im Haushalt ab 2028 kauft: Stunden pro Woche für CHF 6'720 im Jahr
  • Heute: Spitex-Stunden pro Klientin ab 80 (2024)1,1 h pro Woche
  • Tarif Spitex Basel (CHF 57)2,5 h pro Woche
  • Durchschnittsertrag private Spitex-Firmen2,8 h pro Woche
  • Durchschnittsertrag gemeinnützige Spitex3,7 h pro Woche
  • Richtwert des Bundes (4 × CHF 35)4,0 h pro Woche
  • EL heute für private Hilfe (CHF 4'800 à CHF 25, 19 Kantone)4,0 h pro Woche
  • Direkt angestellt, Lohn CHF 304,0 h pro Woche
  • Direkt angestellt, Mindestlohn CHF 20.355,9 h pro Woche

CHF 6'720 geteilt durch den Preis pro Stunde und durch 48 Wochen (wie der Richtwert: CHF 560 im Monat). Direkt angestellt: Arbeitgeberkosten mit 8,33 % Ferienlohn und Sozialbeiträgen, Beispiel Kanton Zürich. Heute: verrechnete Stunden aller Spitex-Anbieter pro Fall ab 80, geteilt durch 52 Wochen. EL heute: Jahresgrenze für eine private Haushaltshilfe geteilt durch den Stundenansatz und 48 Wochen; so viele Stunden vergüten die meisten Kantone schon heute.

Daten (CSV)

Was die Daten nicht sagen

Wer die Lücke füllt. Wir haben geprüft, ob Kantone mit weniger Spitex-Haushaltshilfe mehr private Haushalte zählen, die eine Haushaltshilfe bei der AHV anmelden. Das ist nicht der Fall: Zwischen der Haushaltshilfe pro Hochbetagten und den angemeldeten Haushalten pro 1'000 Haushalte besteht kein Zusammenhang (Korrelation −0,06). Ob die Lücke von Angehörigen, Reinigungsfirmen, Schwarzarbeit oder gar nicht gefüllt wird, lässt sich mit öffentlichen Daten nicht sagen.

Was die Statistik zählt. Die Spitex-Statistik erfasst gemeinnützige und öffentliche Organisationen, seit 2010 auch private Firmen und selbstständige Pflegefachpersonen, gemäss den Listen der Kantone. Reinigungsfirmen ohne Spitex-Bewilligung und Haushalte, die selbst anstellen, fehlen. Die Zahl der privaten Firmen mit Haushaltshilfe stieg von 134 (2013) auf 306 (2024). Ob ein Teil davon früher schon tätig war und erst später erfasst wurde, lässt sich nicht prüfen. Für die gemeinnützige Spitex ist die Reihe stabil.

Fälle, nicht Personen. Das BFS zählt Klientinnen und Klienten pro Leistung und Anbieter. Wer von zwei Anbietern Haushaltshilfe erhält, zählt doppelt. Die Stunden pro Klientin sind deshalb eher zu tief, der Anteil der Hochbetagten mit Haushaltshilfe eher zu hoch. In Neuenburg schwankt die Zahl der Fälle stark (2019: 1'488, 2023: 309); die Stunden sind stabiler und zeigen denselben Rückgang. «Hauswirtschaft» umfasst bei der Spitex auch Sozialbetreuung.


Wenn die Familie selbst anstellt

Wer eine Haushaltshilfe für die Mutter oder den Vater direkt anstellt, ist Arbeitgeberin: Anmeldung bei der Ausgleichskasse, Unfallversicherung, Lohnabrechnung. Mit Ergänzungsleistungen gibt es dafür schon heute Geld, wenn die Helferin nicht im selben Haushalt lebt und die Sozialversicherungen abgerechnet werden. Was jeder Kanton vergütet, steht in unserem Ratgeber Ergänzungsleistungen für Betreuung und Haushaltshilfe. Den Vergleich der Kosten zeigt Spitex oder private Betreuung. Clino bereitet die Anmeldung vor und macht die Lohnabrechnung: Haushaltshilfe anmelden.

Quellen

  • BFS, Statistik der Hilfe und Pflege zu Hause, px-x-1404040000_101, _102, _104 (2011 bis 2024)
  • BFS, STATPOP, px-x-0102010000_101 (2011 bis 2024)
  • BFS, Statistik der sozialmedizinischen Institutionen, px-x-1404010100_302 (2011 bis 2024)
  • BSV, K. Schubarth: Ergänzungsleistungen für Hilfe und Betreuung zu Hause, Soziale Sicherheit CHSS (04.06.2026)
  • Regierungsrat Basel-Stadt, Schriftliche Anfrage 25.5287.02, hauswirtschaftliche Leistungen von Spitex-Diensten (27.08.2025)
  • Kantonale Verordnungen über die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten bei den EL (Stand Oktober 2026)

Sie vertreten eine Organisation, die Haushalte oder Arbeitnehmende unterstützt?

Partner werden →

Pressekontakt

Medienanfragen, Interviews, Hintergrundinformationen

presse@clino.ch+41 76 241 72 72Antwort innerhalb von 24 h

Über Clino

Clino ist eine Schweizer SaaS-Plattform, die privaten Haushalten ermöglicht, ihre Haushaltshilfe legal anzustellen: Lohnabrechnung, Arbeitsvertrag und AHV-Anmeldung; Clino führt durch das Verfahren, die Versicherung schliesst der Haushalt selbst ab. CHF 19.90/Monat. Alle 26 Kantone. Gegründet 2026 in Zürich. clino.ch

Bereit? Erste Lohnabrechnung in 5 Minuten.

Kostenlos starten