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Studie28. Juli 2026

Nicht das Einkommen, das Vermögen

Die grössten Wohnungen des Kantons Zürich stehen nicht an der Goldküste, sondern im Weinland. In Buch am Irchel haben 29,0 Prozent aller Wohnungen sechs oder mehr Zimmer, in der Stadt Zürich 2,6 Prozent. Was den Unterschied erklärt, ist nicht der Lohn: Über alle 160 Gemeinden hängt die Wohnungsgrösse am Vermögen (r = +0,653), und hält man das Vermögen konstant, kehrt sich der Effekt des Einkommens ins Negative um. Wer wissen will, wo im Kanton viel Fläche zu bewirtschaften ist, muss aufs Grundbuch schauen, nicht auf die Lohnabrechnung.

Daten (CSV)
+0,653
Korrelation Vermögen und Anteil 6+ Zi.-Wohnungen, 160 Gemeinden
−0,495
Dieselbe Rechnung für das Einkommen, wenn das Vermögen konstant bleibt
29,0 % zu 2,6 %
Anteil grosser Wohnungen: Buch am Irchel gegen die Stadt Zürich
Faktor 2,6
Spanne der Wohnungsgrösse zwischen dem ärmsten und dem reichsten Fünftel nach Vermögen

Zusammenfassung

Es gibt eine verbreitete Vorstellung davon, wo im Kanton Zürich gross gewohnt wird: an der Goldküste, in den Gemeinden mit den höchsten Löhnen. Die Zahlen des Kantons sagen etwas anderes. Die Gemeinden mit dem höchsten Anteil an Wohnungen mit sechs und mehr Zimmern sind Buch am Irchel (29,0 Prozent), Hüttikon (28,6) und Schlatt (28,5), ländliche Gemeinden im Weinland und im Furttal mit Medianeinkommen zwischen 54’900 und 70’500 Franken. Am anderen Ende steht die Agglomeration: Opfikon 2,0 Prozent, Zürich 2,6, Dietikon 2,7.

Wir haben für alle 160 Gemeinden geprüft, was diese Unterschiede erklärt. Das Ergebnis ist eindeutig und läuft der Intuition zuwider. Der Anteil grosser Wohnungen hängt am Medianvermögen (r = +0,653, rho = +0,737, |t| = 10,8), nicht am Medianeinkommen (r = +0,307). Und selbst dieser schwache Einkommenseffekt ist geborgt: Einkommen und Vermögen korrelieren untereinander mit r = +0,809. Rechnet man den Einkommenseffekt bei konstant gehaltenem Vermögen, dreht er das Vorzeichen: r = −0,495. Bei gleichem Vermögen wohnt man dort kleiner, wo die Löhne höher sind.

Derselbe Befund erscheint in drei voneinander unabhängigen Massen: beim Anteil der 6+-Zimmer-Wohnungen, beim Anteil der 5+-Zimmer-Wohnungen und beim Anteil der Einfamilienhäuser. In allen dreien ist das Vermögen der Treiber und dreht das Einkommen ins Negative, sobald man dafür kontrolliert. Für alle, die Hausarbeit organisieren, ist das die praktisch wichtigere Zahl: Putzen, Wäsche und Unterhalt skalieren mit der Fläche, und die Fläche folgt dem Besitz, nicht der Lohnabrechnung.


Zwei Streudiagramme, ein Befund

Der klarste Weg, das zu zeigen, sind zwei identische Diagramme, bei denen nur die waagrechte Achse wechselt. Auf beiden steht senkrecht der Anteil der Wohnungen mit sechs und mehr Zimmern, jeder Punkt ist eine Gemeinde. Im ersten steht waagrecht das Medianvermögen, im zweiten das Medianeinkommen. Dieselben 160 Gemeinden, dieselben Wohnungen, dasselbe Steuerjahr.

216’00016153’50029291’000r = r = +0,653Anteil 6+ Zi.-WohnungenMedianvermögen in Franken ( %)

Jeder Punkt ist eine der 160 Zürcher Gemeinden, Steuerjahr 2022. Pearson r = +0,653, Spearman rho = +0,737, |t| = 10,8. Es ist der stärkste Zusammenhang, den wir in den Zürcher Gemeindedaten gefunden haben.

Daten (CSV)

Die Punktwolke im ersten Diagramm hat eine deutliche Steigung. Es ist der stärkste Zusammenhang, den wir in den Zürcher Gemeindedaten überhaupt gefunden haben, stärker als alles, was wir zu Alter, Haushaltsgrösse oder Sozialausgaben gerechnet haben. Im zweiten Diagramm ist die Wolke breit und flach.

246’6001668’4502990’300r = r = +0,307Anteil 6+ Zi.-WohnungenMedianeinkommen in Franken ( %)

Dieselben 160 Gemeinden, dasselbe Jahr, nur die x-Achse gewechselt. Pearson r = +0,307, |t| = 4,1. Und selbst dieser schwache Zusammenhang ist geliehen: Einkommen und Vermögen korrelieren untereinander mit r = +0,809. Hält man das Vermögen konstant, dreht das Einkommen ins Negative (r = −0,495).

Daten (CSV)

Der Grund für den Rest des schwachen Einkommenszusammenhangs ist, dass Einkommen und Vermögen selbst eng zusammenhängen (r = +0,809). Wer viel besitzt, verdient meist auch gut. Deshalb ist die eigentlich interessante Rechnung die Partialkorrelation: Was bleibt vom Einkommen übrig, wenn man Gemeinden mit gleichem Vermögen vergleicht? Antwort: ein negativer Zusammenhang, r = −0,495. Hohe Löhne bei kleinem Vermögen sind das Profil der städtischen Mietgemeinde, und dort sind die Wohnungen klein.


Dasselbe ohne einen einzigen Korrelationskoeffizienten

Man muss der Statistik nicht glauben, um den Befund zu sehen. Sortiert man die 160 Gemeinden einmal nach Vermögen und einmal nach Einkommen in Fünftel und schaut, wie gross dort gewohnt wird, ergibt sich dasselbe Bild in einfachen Durchschnitten.

05101419unterstes Fünftel2.3.4.oberstes Fünftel
sortiert nach Vermögen ( %)sortiert nach Einkommen ( %)

Durchschnittlicher Anteil der 6+ Zi.-Wohnungen je Fünftel der 160 Gemeinden, 2022. Nach Vermögen sortiert steigt der Anteil von 7,2 auf 19,0 Prozent, also um den Faktor 2,6. Nach Einkommen sortiert nur von 11,3 auf 16,6 Prozent, Faktor 1,5. Dieselben Gemeinden, dieselben Wohnungen, nur eine andere Sortierung.

Daten (CSV)

Nach Vermögen sortiert steigt der Anteil grosser Wohnungen von 7,2 auf 19,0 Prozent, also um den Faktor 2,6, und er steigt in jedem Schritt. Nach Einkommen sortiert reicht die Spanne nur von 11,3 auf 16,6 Prozent, Faktor 1,5, mit einem fast flachen Verlauf über die ersten drei Fünftel. Es sind dieselben Gemeinden und dieselben Wohnungen. Nur die Sortierung ist eine andere.


Die Karte: wo die grossen Wohnungen stehen

Auf der Karte hat der Befund eine sehr klare Geografie, und es ist nicht die, die man erwartet. Die dunklen Flächen liegen im Weinland, im Furttal und im Knonaueramt, also in den ländlichen Rändern des Kantons. Die hellen liegen im Zentrum und im Limmattal, dort wo die Löhne am höchsten und die Wohnungen am kleinsten sind.

Aeugst am Albis: 20,8 % 6+ ZimmerAffoltern am Albis: 7,5 % 6+ ZimmerBonstetten: 9,9 % 6+ ZimmerHausen am Albis: 19,2 % 6+ ZimmerHedingen: 15,8 % 6+ ZimmerKappel am Albis: 26,1 % 6+ ZimmerKnonau: 12,8 % 6+ ZimmerMaschwanden: 23,4 % 6+ ZimmerMettmenstetten: 14,7 % 6+ ZimmerObfelden: 15,1 % 6+ ZimmerOttenbach: 17,4 % 6+ ZimmerRifferswil: 24,1 % 6+ ZimmerStallikon: 13,3 % 6+ ZimmerWettswil am Albis: 15,1 % 6+ ZimmerBenken (ZH): 19,0 % 6+ ZimmerBerg am Irchel: 25,6 % 6+ ZimmerBuch am Irchel: 29,0 % 6+ ZimmerDachsen: 18,8 % 6+ ZimmerDorf: 20,7 % 6+ ZimmerFeuerthalen: 11,5 % 6+ ZimmerFlaach: 17,3 % 6+ ZimmerFlurlingen: 20,4 % 6+ ZimmerHenggart: 15,9 % 6+ ZimmerKleinandelfingen: 18,0 % 6+ ZimmerLaufen-Uhwiesen: 20,7 % 6+ ZimmerMarthalen: 20,6 % 6+ ZimmerOssingen: 20,9 % 6+ ZimmerRheinau: 14,5 % 6+ ZimmerThalheim an der Thur: 20,2 % 6+ ZimmerTrüllikon: 27,2 % 6+ ZimmerTruttikon: 27,6 % 6+ ZimmerVolken: 21,5 % 6+ ZimmerBachenbülach: 8,1 % 6+ ZimmerBassersdorf: 7,7 % 6+ ZimmerBülach: 4,5 % 6+ ZimmerDietlikon: 6,7 % 6+ ZimmerEglisau: 12,9 % 6+ ZimmerEmbrach: 9,0 % 6+ ZimmerFreienstein-Teufen: 17,6 % 6+ ZimmerGlattfelden: 9,1 % 6+ ZimmerHochfelden: 10,6 % 6+ ZimmerHöri: 7,4 % 6+ ZimmerHüntwangen: 18,1 % 6+ ZimmerKloten: 2,9 % 6+ ZimmerLufingen: 19,3 % 6+ ZimmerNürensdorf: 10,6 % 6+ ZimmerOberembrach: 18,3 % 6+ ZimmerOpfikon: 2,0 % 6+ ZimmerRafz: 12,6 % 6+ ZimmerRorbas: 14,1 % 6+ ZimmerWallisellen: 5,4 % 6+ ZimmerWasterkingen: 16,8 % 6+ ZimmerWil (ZH): 21,6 % 6+ ZimmerWinkel: 11,9 % 6+ ZimmerBachs: 15,4 % 6+ ZimmerBoppelsen: 23,4 % 6+ ZimmerBuchs (ZH): 5,7 % 6+ ZimmerDällikon: 7,2 % 6+ ZimmerDänikon: 10,5 % 6+ ZimmerDielsdorf: 6,8 % 6+ ZimmerHüttikon: 28,6 % 6+ ZimmerNeerach: 15,7 % 6+ ZimmerNiederglatt: 8,9 % 6+ ZimmerNiederhasli: 7,4 % 6+ ZimmerNiederweningen: 17,1 % 6+ ZimmerOberglatt: 5,3 % 6+ ZimmerOberweningen: 10,2 % 6+ ZimmerOtelfingen: 17,3 % 6+ ZimmerRegensberg: 14,8 % 6+ ZimmerRegensdorf: 4,6 % 6+ ZimmerRümlang: 7,2 % 6+ ZimmerSchleinikon: 15,8 % 6+ ZimmerSchöfflisdorf: 15,1 % 6+ ZimmerStadel: 13,8 % 6+ ZimmerSteinmaur: 13,6 % 6+ ZimmerWeiach: 10,0 % 6+ ZimmerBäretswil: 14,7 % 6+ ZimmerBubikon: 15,3 % 6+ ZimmerDürnten: 14,7 % 6+ ZimmerFischenthal: 16,2 % 6+ ZimmerGossau (ZH): 13,6 % 6+ ZimmerGrüningen: 14,3 % 6+ ZimmerHinwil: 11,6 % 6+ ZimmerRüti (ZH): 8,5 % 6+ ZimmerSeegräben: 16,6 % 6+ ZimmerWald (ZH): 10,3 % 6+ ZimmerWetzikon (ZH): 6,2 % 6+ ZimmerAdliswil: 5,2 % 6+ ZimmerKilchberg (ZH): 11,6 % 6+ ZimmerLangnau am Albis: 12,2 % 6+ ZimmerOberrieden: 11,2 % 6+ ZimmerRichterswil: 10,4 % 6+ ZimmerRüschlikon: 15,2 % 6+ ZimmerThalwil: 6,7 % 6+ ZimmerErlenbach (ZH): 21,8 % 6+ ZimmerHerrliberg: 21,0 % 6+ ZimmerHombrechtikon: 13,5 % 6+ ZimmerKüsnacht (ZH): 17,2 % 6+ ZimmerMännedorf: 9,1 % 6+ ZimmerMeilen: 12,0 % 6+ ZimmerOetwil am See: 8,4 % 6+ ZimmerStäfa: 10,2 % 6+ ZimmerUetikon am See: 12,6 % 6+ ZimmerZumikon: 19,8 % 6+ ZimmerZollikon: 14,0 % 6+ ZimmerFehraltorf: 8,9 % 6+ ZimmerHittnau: 16,4 % 6+ ZimmerLindau: 14,5 % 6+ ZimmerPfäffikon: 8,4 % 6+ ZimmerRussikon: 23,8 % 6+ ZimmerWeisslingen: 17,7 % 6+ ZimmerWila: 16,6 % 6+ ZimmerWildberg: 18,9 % 6+ ZimmerDübendorf: 4,7 % 6+ ZimmerEgg: 14,1 % 6+ ZimmerFällanden: 9,3 % 6+ ZimmerGreifensee: 10,1 % 6+ ZimmerMaur: 16,9 % 6+ ZimmerMönchaltorf: 11,1 % 6+ ZimmerSchwerzenbach: 6,5 % 6+ ZimmerUster: 6,8 % 6+ ZimmerVolketswil: 7,6 % 6+ ZimmerWangen-Brüttisellen: 7,3 % 6+ ZimmerAltikon: 24,8 % 6+ ZimmerBrütten: 19,5 % 6+ ZimmerDägerlen: 22,2 % 6+ ZimmerDättlikon: 21,3 % 6+ ZimmerDinhard: 16,2 % 6+ ZimmerEllikon an der Thur: 19,4 % 6+ ZimmerElsau: 17,9 % 6+ ZimmerHagenbuch: 17,4 % 6+ ZimmerHettlingen: 22,3 % 6+ ZimmerNeftenbach: 16,6 % 6+ ZimmerPfungen: 9,8 % 6+ ZimmerRickenbach (ZH): 16,0 % 6+ ZimmerSchlatt (ZH): 28,5 % 6+ ZimmerSeuzach: 12,5 % 6+ ZimmerTurbenthal: 12,3 % 6+ ZimmerWinterthur: 5,9 % 6+ ZimmerZell (ZH): 8,5 % 6+ ZimmerAesch (ZH): 15,0 % 6+ ZimmerBirmensdorf (ZH): 8,6 % 6+ ZimmerDietikon: 2,7 % 6+ ZimmerGeroldswil: 9,7 % 6+ ZimmerOberengstringen: 3,4 % 6+ ZimmerOetwil an der Limmat: 11,1 % 6+ ZimmerSchlieren: 2,8 % 6+ ZimmerUitikon: 17,7 % 6+ ZimmerUnterengstringen: 9,0 % 6+ ZimmerUrdorf: 4,6 % 6+ ZimmerWeiningen (ZH): 8,8 % 6+ ZimmerZürich: 2,6 % 6+ ZimmerAndelfingen: 22,6 % 6+ ZimmerStammheim: 23,5 % 6+ ZimmerWädenswil: 9,1 % 6+ ZimmerElgg: 13,7 % 6+ ZimmerHorgen: 7,9 % 6+ ZimmerIllnau-Effretikon: 7,4 % 6+ ZimmerBauma: 14,9 % 6+ ZimmerWiesendangen: 20,0 % 6+ ZimmerZürichWinterthurBuch am Irchel
2,0 %29,0 %

Anteil der Wohnungen mit sechs und mehr Zimmern am Wohnungsbestand, 2022. Von 2,0 Prozent in Opfikon bis 29,0 Prozent in Buch am Irchel, Faktor 14,5. Der Kantonswert von 7,5 Prozent zählt Wohnungen und wird deshalb von der Stadt Zürich nach unten gezogen; der Median über die Gemeinden liegt bei 14,1 Prozent. Kartengrundlage: generalisierte Gemeindegrenzen des Kantons Zürich (Amt für Raumentwicklung, OGD).

Daten (CSV)

Eine Zahl braucht dabei eine Erklärung. Der Kantonswert von 7,5 Prozent liegt weit unter dem Median der Gemeinden von 14,1 Prozent. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Frage der Gewichtung: Der Kantonswert zählt Wohnungen, und die Stadt Zürich allein stellt rund 29 Prozent aller Privathaushalte des Kantons, bei einem Anteil grosser Wohnungen von 2,6 Prozent. Der Gemeindemedian behandelt Buch am Irchel und die Stadt Zürich gleich. Beide Zahlen sind richtig, sie beantworten verschiedene Fragen.

Die geräumigsten Gemeinden des Kantons Zürich: Anteil 6+ Zi.-Wohnungen
#6+ Zimmer
1Buch a.I.Einkommen 62’700 · Vermögen 145’000 Fr.29.0 %
2HüttikonEinkommen 70’500 · Vermögen 139’000 Fr.28.6 %
3SchlattEinkommen 54’900 · Vermögen 149’000 Fr.28.5 %
4TruttikonEinkommen 53’100 · Vermögen 143’000 Fr.27.6 %
5TrüllikonEinkommen 53’400 · Vermögen 149’000 Fr.27.2 %
6Kappel a.A.Einkommen 66’000 · Vermögen 143’000 Fr.26.1 %
7Berg a.I.Einkommen 62’500 · Vermögen 205’000 Fr.25.6 %
8AltikonEinkommen 55’100 · Vermögen 94’000 Fr.24.8 %
9RifferswilEinkommen 65’200 · Vermögen 184’000 Fr.24.1 %
10RussikonEinkommen 61’600 · Vermögen 123’000 Fr.23.8 %
11StammheimEinkommen 55’000 · Vermögen 173’000 Fr.23.5 %
12MaschwandenEinkommen 53’700 · Vermögen 120’000 Fr.23.4 %
13BoppelsenEinkommen 69’100 · Vermögen 155’000 Fr.23.4 %
14AndelfingenEinkommen 59’500 · Vermögen 142’000 Fr.22.6 %
15HettlingenEinkommen 61’900 · Vermögen 142’000 Fr.22.3 %

2022. Unterzeile: Medianeinkommen und Medianvermögen derselben Gemeinde. Keine dieser Gemeinden gehört zu den einkommensstärksten des Kantons. Zum Vergleich: Uitikon, die Gemeinde mit dem höchsten Einkommen, kommt auf 17,7 Prozent.

Daten (CSV)

Bemerkenswert an dieser Rangliste ist, wer nicht darauf steht. Uitikon, die Gemeinde mit dem höchsten Medianeinkommen des Kantons (90’300 Franken), kommt auf 17,7 Prozent und damit nicht unter die ersten fünfzehn. Kilchberg, auf Platz zwei beim Einkommen, kommt auf 11,6 Prozent und liegt damit unter dem Gemeindemedian. Beide sind Seegemeinden mit hohen Löhnen, gutem Steuerfuss und vergleichsweise kompakten Wohnungen.


Der Befund hält in drei Massen

Ein einzelner Korrelationskoeffizient kann ein Artefakt der gewählten Kennzahl sein. Deshalb haben wir die Rechnung mit drei verschiedenen, unabhängig erhobenen Massen für «gross wohnen» wiederholt: dem Anteil der Wohnungen mit sechs und mehr Zimmern, dem Anteil mit fünf und mehr Zimmern und dem Anteil der Einfamilienhäuser am Wohnungsbestand.

Derselbe Befund in drei unabhängigen Massen für «gross wohnen»
MassEinkommenVermögenEinkommen, Vermögen konstant
Anteil 6+ Zi.-Wohnungen+0,307+0,653−0,495
Anteil 5+ Zi.-Wohnungen+0,221+0,568−0,493
Anteil Einfamilienhäuser+0,073+0,407−0,476

Pearson-Korrelationen über alle 160 Gemeinden, 2022. Die letzte Spalte ist die Partialkorrelation: der Zusammenhang von Einkommen und Wohnungsgrösse, wenn das Vermögen konstant gehalten wird. In allen drei Massen dreht das Vorzeichen ins Negative. Lesart: Bei gleichem Vermögen wohnt man dort, wo die Löhne höher sind, eher kleiner, weil hohe Löhne bei kleinem Vermögen typisch für städtische Mietgemeinden sind.

Daten (CSV)

In allen drei Massen ist das Vermögen der stärkere Prädiktor, und in allen dreien dreht das Einkommen ins Negative, sobald das Vermögen konstant gehalten wird: −0,495, −0,493 und −0,476. Diese Übereinstimmung über drei Kennzahlen hinweg ist der eigentliche Grund, warum wir den Befund für belastbar halten.


Warum das für die Hausarbeit zählt

Hausarbeit skaliert nicht mit dem Einkommen, sondern mit dem, was zu bewirtschaften ist: Zimmer, Böden, Fenster, Garten. Eine Wohnung mit sechs Zimmern macht mehr Arbeit als eine mit zwei, unabhängig davon, was die Bewohner verdienen. Wenn also die Fläche am Vermögen hängt und nicht am Lohn, dann hängt auch der Bedarf an Haushaltshilfe am Vermögen und nicht am Lohn.

Das hat eine Folge, die in der Debatte über Haushaltshilfe selten vorkommt. Der Haushalt mit dem grössten Arbeitsanfall ist oft nicht der mit dem höchsten laufenden Einkommen. Es ist das ältere Ehepaar im Einfamilienhaus im Weinland, dessen Vermögen im Haus steckt und dessen laufendes Einkommen aus AHV und Pensionskasse besteht. Genau dieser Haushalt hat viel Fläche, wenig Hilfe im Haus und ein Einkommen, das eine Anstellung als grosse Entscheidung erscheinen lässt.

Deshalb lohnt sich die konkrete Rechnung. Mit dem Lohnrechner von Clino, zu Zürcher Bedingungen und beim üblichen Ansatz von CHF 29 pro Stunde, kostet eine Haushaltshilfe mit vier Stunden pro Woche den Haushalt CHF 608 pro Monat an gesamter Arbeitgeberausgabe, inklusive AHV/IV/EO, Arbeitslosenversicherung, Unfallversicherung, Familienzulagen und Administration. Die Angestellte erhält davon CHF 482 netto.

Was Haushaltshilfe im Kanton Zürich kostet, angemeldet und zu CHF 29 pro Stunde
Stunden pro WocheBruttolohnArbeitgeber gesamtNetto für die Angestellte
2272314241
3408461362
4544608482
5681755603

Monatsbeträge in Franken, gerechnet mit dem Lohnrechner von Clino: Stundenmodell, vier Wochen Ferien, Bewilligung C, Alter 45, vereinfachtes Abrechnungsverfahren. Enthalten sind AHV/IV/EO, Arbeitslosenversicherung, Unfallversicherung, Familienzulagen und die Administrationsgebühr. Bis zu einem Jahreslohn von CHF 22’680 ist das vereinfachte Verfahren möglich.

Daten (CSV)

Ohne Anmeldung

  • Keine AHV-Beiträge: die Haushaltshilfe baut keine Rente auf
  • Kein Unfallschutz, obwohl die Versicherung ab der ersten Stunde obligatorisch wäre
  • Beitragsnachforderungen und Bussen treffen den Haushalt als Arbeitgeber
  • Im Streitfall gibt es keinen Vertrag, auf den sich beide Seiten berufen können

Legal angestellt (ab CHF 314 pro Monat für 2 Stunden pro Woche)

  • Schriftlicher Vertrag, AHV/IV/EO ab dem ersten Franken, Unfallversicherung, Familienzulagen
  • Vereinfachtes Abrechnungsverfahren bis CHF 22’680 Jahreslohn, eine Abrechnung pro Jahr
  • Monatliche Lohnabrechnung und Lohnausweis für die Steuererklärung beider Seiten
  • Die Haushaltshilfe baut Rente und Versicherungsschutz auf, der Haushalt hat Rechtssicherheit

Warum eine Lohnplattform diese Daten publiziert

Clino meldet Anstellungen im Privathaushalt in allen 26 Kantonen an: schriftlicher Vertrag, AHV-Anmeldung ab dem ersten Franken bei der kantonalen Ausgleichskasse, Unfallversicherung, BVG wo geschuldet, monatliche Lohnabrechnungen und Lohnausweis, für CHF 19.90 pro Monat. Diese Auswertung beschreibt unseren Markt, und sie korrigiert dabei unsere eigene erste Annahme: Wir sind selbst davon ausgegangen, dass die Nachfrage nach Haushaltshilfe dem Einkommen folgt. Die Daten des Kantons sagen, dass sie der Fläche folgt und die Fläche dem Vermögen.

Haushaltshilfe anmelden · Lohnrechner

Die grössten Wohnungen des Kantons Zürich stehen nicht dort, wo am meisten verdient wird, sondern dort, wo am meisten besessen wird. Das Einkommen kauft die Hilfe, das Vermögen erzeugt die Arbeit.


Überraschende Erkenntnisse

Die Goldküste wohnt kompakter als das Weinland

Kilchberg hat das zweithöchste Medianeinkommen des Kantons (87’600 Franken) und einen Anteil grosser Wohnungen von 11,6 Prozent, also unter dem Gemeindemedian von 14,1. Truttikon hat ein Medianeinkommen von 53’100 Franken, also 39 Prozent weniger, und einen Anteil von 27,6 Prozent. Die Seegemeinden sind teuer pro Quadratmeter, nicht gross pro Wohnung. Wer «reiche Gemeinde» automatisch mit «grosses Haus» gleichsetzt, verwechselt Bodenpreis mit Wohnfläche.

Das Vorzeichen dreht, und das ist der eigentliche Befund

Ein schwacher positiver Zusammenhang, der bei Kontrolle verschwindet, wäre unspektakulär. Hier passiert etwas anderes: Der Einkommenseffekt wird bei konstantem Vermögen deutlich negativ (−0,495) und bleibt es in allen drei Massen. Einkommen und Vermögen ziehen die Wohnungsgrösse also in entgegengesetzte Richtungen. Das ist ein stärkeres Resultat als «kein Zusammenhang» und lässt sich nicht als Rauschen erklären.

Die Stadt Zürich liegt auf Platz 159 von 160

Mit 2,6 Prozent liegt die Stadt Zürich auf dem zweitletzten Platz aller Gemeinden, nur Opfikon hat mit 2,0 Prozent noch weniger. In absoluten Zahlen stellt die Stadt trotzdem einen erheblichen Teil aller grossen Wohnungen des Kantons, einfach weil sie so viele Wohnungen hat. Für die Organisation von Haushaltshilfe heisst das zweierlei: In der Stadt liegt die Menge, im Weinland die Fläche pro Auftrag.


Quellen

  • Statistisches Amt Kanton Zürich — Gemeindeporträt, Indikatoren 246 «Medianeinkommen» und 292 «Medianvermögen» (2022) — Steuerbares Einkommen und Vermögen pro Steuereinheit, Median, alle 160 Gemeinden
  • Statistisches Amt Kanton Zürich — Gemeindeporträt, Indikatoren 241, 312 und 358 (Wohnungsgrössen und Einfamilienhäuser) (2022) — Anteil 6+ Zi. von 2,0 % (Opfikon) bis 29,0 % (Buch am Irchel)
  • Amt für Raumentwicklung Kanton Zürich — generalisierte Gemeindegrenzen (OGD) (2026) — Kartengrundlage der Gemeindekarte
  • Normalarbeitsvertrag Hauswirtschaft des Bundes (2026) — Mindestlohn CHF 20.35/Stunde für ungelernte Angestellte ab 1.1.2026
  • Clino — Lohnrechner (2026) — Arbeitgeberkosten einer angemeldeten Haushaltshilfe im Kanton Zürich

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Clino ist eine Schweizer SaaS-Plattform, die privaten Haushalten ermöglicht, ihre Haushaltshilfe legal anzustellen — Lohnabrechnung, Arbeitsvertrag, AHV-Anmeldung und Unfallversicherung inklusive. CHF 19.90/Monat. Alle 26 Kantone. Gegründet 2025 in Zürich. clino.ch

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