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Diese Studie in den Medienwatson
Studie15. Juli 2026

Zürich blieb wach: Die WM-Nächte der Stadt, gemessen am Stromzähler

Die ewz-Viertelstundendaten zeigen, was Zürich während der WM wirklich tat: In der Argentinien-Nacht blieb grob jeder dritte Haushalt wach — ohne Wecker, einfach durchgemacht. Der Stadt-Ableger unserer Schweizer WM-Strom-Studie, Spiel für Spiel.

Daten (CSV)
+12,9 %
Haushaltsstrom in der Argentinien-Nacht — die ganze Nacht über normal
~39 %
der Stadtzürcher Haushalte um 4 Uhr früh wach (Schätzband 26–63 %)
131'000
kWh Mehrverbrauch in einer einzigen Nacht — ≈ 0,6 kWh pro Haushalt
+1,6 Pp.
Sprung am 3-Uhr-Anpfiff: Zürich stellte keinen Wecker

1 · Die Argentinien-Nacht an der Limmat

An einem normalen Sommer-Sonntag fällt Zürichs Haushaltsstrom nach Mitternacht steil in sein Wochenend-Tal — gegen 4 Uhr verbraucht die Stadt so wenig wie sonst nie. In der Nacht auf den 12. Juli kam das Tal nicht: Vom Anpfiff um 3 Uhr bis zum bitteren Ende um halb sechs lag die Stadt konstant 13 bis 15 Prozent über normal. Summiert: rund 131'000 Kilowattstunden Mehrverbrauch in einer Nacht — als hätte die Stadt ein zusätzliches Quartier gehabt, das nie schlafen ging.

vsArgentinien-Nacht in Zürich: Haushaltsstrom Stunde für Stunde vs. normale Samstagnacht
122144165187209SPIEL3:00~5:40Sa 20hSa 21hSa 22hSa 23hSo 00hSo 01hSo 02hSo 03hSo 04hSo 05hSo 06hSo 07hSo 08hSo 09hSo 10h
Spielnacht ( MWh)Normale Nacht (Baseline) ( MWh)

Stadt Zürich, Stromabgabe an Haushalte (Netzebene 7, ewz), Sa 11. Juli 20:00 bis So 12. Juli 10:00, in MWh pro Stunde. Baseline = Mittel derselben Stunde an turnierfreien Sommertagen gleichen Wochentags (n=9–10). Das orange Band markiert das Spiel: Anpfiff 3:00, Verlängerung ab ca. 4:55, Schlusspfiff ca. 5:40. Wo die graue Kurve ihr Wochenend-Tal hat, bleibt die dunkle Kurve oben: Die Stadt ging nicht ins Bett. Quelle: Open Data Stadt Zürich.

Daten (CSV)

2 · Kein Wecker: Zürich machte durch

Hätten die Zürcherinnen und Zürcher den Wecker auf kurz vor 3 gestellt, müsste die Kurve am Anpfiff springen — Hunderttausende Geräte gleichzeitig an. Der Sprung beträgt ganze 1,6 Prozentpunkte: Der Mehrverbrauch liegt schon ab Mitternacht bei +12 Prozent. Die Stadt ist schlicht aufgeblieben; während der ersten Halbzeit kamen ein paar Nachzügler dazu (bis +15 Prozent um 4 Uhr).

Wach geblieben oder Wecker gestellt? Die Nacht im 15-Minuten-Takt (Zürich)
3035404550Anpfiff22:0000:0002:0004:0006:00
Spielnacht ( MWh)Normale Nacht (Baseline) ( MWh)

Viertelstündliche Haushaltslast Stadt Zürich, Sa 22:00 bis So 7:45, vs. Baseline. Hätten viele einen Wecker auf kurz vor 3 gestellt, gäbe es am Anpfiff einen Sprung. Es gibt keinen: Der Mehrverbrauch liegt schon ab Mitternacht bei +12 % und steigt zum Anpfiff nur um +1,6 Punkte. Die Schweiz stellte keinen Wecker — sie ging einfach nicht ins Bett. (Basel: Sprung am Anpfiff +0,1 Punkte.)

Daten (CSV)

Kein Wecker: Zürich machte einfach durch.

3 · Kolumbien bis um 1, Algerien um 5, Kanada am Feierabend

Die Argentinien-Nacht war kein Einzelfall, sondern der Höhepunkt einer Serie. Das Achtelfinal-Drama gegen Kolumbien (Penaltys bis viertel vor eins, an einem Dienstag) hielt die Stadt bis nach 2 Uhr über 11 Prozent; das 5-Uhr-Spiel gegen Algerien hob den Morgen exakt vom Anpfiff bis zum Schlusspfiff; das Kanada-Spiel machte aus einem gewöhnlichen Mittwochabend +16 Prozent. Nur das Samstagabend-Spiel gegen Katar ist unsichtbar — samstagabends ist Zürich ohnehin wach.

vsDas Spiel, das nicht enden wollte: Kolumbien, Dienstag 7. Juli (Zürich)
124154184215245SPIEL22:00~0:5018h19h20h21h22h23h00h01h02h03h04h05h06h
Spielnacht ( MWh)Normale Nacht (Baseline) ( MWh)

Stadt Zürich, Haushaltslast Di 7. Juli 18:00 bis Mi 8. Juli 6:00 vs. normaler Dienstag/Mittwoch. 120 torlose Minuten plus Penaltyschiessen bis ca. 0:50 — an einem Arbeitstag. Die Kurve bleibt bis nach 2 Uhr über 11 Prozent erhöht: Das Land sah das Penaltydrama zu Ende und ging erst dann schlafen. 1,2 Mio. sahen das Spiel (78,3 % Marktanteil).

Daten (CSV)
vsDas Kontrollspiel um 5 Uhr früh: Algerien, Freitag 3. Juli (Zürich)
125155185214244SPIEL5:00~6:5000h01h02h03h04h05h06h07h08h09h10h11h12h
Spielnacht ( MWh)Normale Nacht (Baseline) ( MWh)

Stadt Zürich, Haushaltslast Fr 3. Juli 0:00–12:00 vs. normaler Freitag. Der Mehrverbrauch steigt in den 5-Uhr-Anpfiff hinein und klingt nach dem Schlusspfiff ab — stundengenau ans Spiel gebunden. Wetter oder Zufall können dieses Muster nicht erzeugen: Hitze weckt niemanden pünktlich um 5. 535'000 sahen das Spiel (86,7 % Marktanteil, Mediapulse/SRF).

Daten (CSV)
vsDas Kanada-Spiel in Zürich: ein Mittwochabend, +16 % in den Haushalten
125156187218249SPIEL21:00~22:5018h19h20h21h22h23h00h01h02h03h04h05h06h
Spielnacht ( MWh)Normale Nacht (Baseline) ( MWh)

Stadt Zürich, Haushaltslast Mi 24. Juni 18:00 bis Do 25. Juni 6:00 vs. normaler Mittwoch (n=9). Das entscheidende Gruppenspiel (2:1) an einem Arbeitsabend. Quelle: Open Data Stadt Zürich.

Daten (CSV)

4 · Die Stadt blieb auf, die Agglomeration ging ins Bett

Der Vergleich mit dem Umland macht Zürichs Nacht erst richtig sichtbar: Im EKZ-Netzgebiet — der Kanton Zürich ohne die Stadt — betrug die Abweichung in der Argentinien-Nacht nur etwa die Hälfte des Stadtwerts, in Winterthur +8,4 Prozent. Je urbaner, desto wacher. Und die Rechnung? Die durchwachte Nacht kostete einen Zürcher Haushalt rund 16 Rappen Strom. Der Schlaf, der fehlte, war teurer: RAND beziffert die Folgekosten chronischer Schlaflosigkeit für die Schweiz auf bis zu 10,1 Milliarden Franken pro Jahr.

Und während die Stadt am Sonntag verkatert ausschlief, haben in Tausenden Zürcher Haushalten Angestellte geputzt, gekocht und betreut — die Menschen, die Haushalte am Laufen halten und in keiner Statistik auftauchen. Die ganze Analyse — sechs Spiele, sechs Netze, 26 Kantone, Methodik und Rohdaten — steht in der Hauptstudie: «Die Schweiz ging nicht ins Bett».


Quellen

  • Open Data Stadt Zürich — ewz Stromabgabe Netzebenen, Viertelstundenwerte (2026) — Haushaltsstrom Stadt Zürich (NE7)
  • EKZ & Stadtwerk Winterthur — Bruttolastgänge (opendata.swiss) (2026) — Stadt-Agglo-Vergleich
  • Mediapulse via SRF-Medienportal (2026) — 830'000 TV-Spitze Viertelfinal, 93,6 % Marktanteil
  • ELCOM — Strompreis-Medianwert Haushalte (2026) — 27,7 Rp./kWh (H4)
  • RAND Europe — Kosten chronischer Insomnie in der Schweiz (2023) — bis CHF 10,1 Mrd./Jahr
  • Clino — WM-Strom-Hauptstudie inkl. CSV-Rohdaten (2026) — clino.ch/de/presse/wm-stromnaechte-2026

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