Basel, die wachste Stadt der Schweiz: Die WM-Nächte am Stromzähler
Kein Netz der Schweiz schlug während der WM so stark aus wie Basels Haushalte: +22,7 Prozent beim Kanada-Spiel — Turnierrekord —, +14,8 Prozent durch die ganze Argentinien-Nacht, und am 3-Uhr-Anpfiff nicht einmal ein Zucken: Basel hatte gar nicht erst versucht zu schlafen. Der Basler Ableger unserer Schweizer WM-Strom-Studie.
1 · Der Turnierrekord: das Kanada-Spiel
Der grösste Ausschlag der ganzen Schweizer WM steht nicht in Zürich und nicht in der Argentinien-Nacht — er steht in Basel, am Mittwochabend des entscheidenden Gruppenspiels gegen Kanada: +22,7 Prozent über einem normalen Mittwoch. Zum Vergleich: Zürich kam am selben Abend auf +16, Winterthur auf +12, der Kanton Luzern auf +10 Prozent. Basel schaute nicht einfach zu — Basel schaute kollektiv zu.
Basel-Stadt, Haushaltslast (grundversorgte Kunden) Mi 24. Juni 18:00 bis Do 25. Juni 6:00 vs. normaler Mittwoch (n=9). Die grösste gemessene Abweichung aller sechs Nati-Spiele in allen Netzen. Quelle: Open Data Basel-Stadt (100233).
+22,7 Prozent: kein Schweizer Netz schlug stärker aus.
2 · Die Argentinien-Nacht am Rheinknie
In der Viertelfinal-Nacht lag Basels Haushaltsstrom im Mittel 14,8 Prozentüber einem normalen Sommer-Sonntag — der höchste Nachtwert aller untersuchten Netze, ein durchgezogenes Plateau von Mitternacht bis zum Schlusspfiff um halb sechs. Summiert: rund 48'500 Kilowattstunden Mehrverbrauch, etwa eine halbe Kilowattstunde pro Haushalt. Um 4 Uhr früh war grob jeder vierte Basler Haushalt wach (Schätzband 18–41 %).
Basel-Stadt, Verbrauch der grundversorgten Kunden (≈ Haushalte), gleiche Darstellung und Baseline-Methode wie oben (n=9–10). Quelle: Open Data Basel-Stadt, Datensatz 100233.
3 · Nicht einmal ein Zucken am Anpfiff
In Zürich stieg die Kurve am 3-Uhr-Anpfiff immerhin um 1,6 Prozentpunkte — ein paar Nachzügler mit Wecker. In Basel: +0,1 Punkte. Nichts. Die Stadt war schon ab Mitternacht bei +15 Prozent und blieb dort einfach. Basel hat nicht auf das Spiel gewartet — Basel hat den Samstagabend nahtlos in den Viertelfinal verlängert. Passend dazu: Im kantonalen Suchranking der Nacht ist Basel-Stadt der einzige Deutschschweizer Kanton in den Top 7 (Rang 5, zwischen Neuenburg und Wallis).
Viertelstündliche Haushaltslast Basel-Stadt, Sa 22:00 bis So 7:45, vs. Baseline. Der Anpfiff-Sprung beträgt +0,1 Prozentpunkte — praktisch null. Basel war schon ab Mitternacht bei +15 Prozent: Die Stadt hat nicht auf das Spiel gewartet, sie hat durchgemacht.
4 · Die Rechnung: 16 Rappen und ein verlorener Montag
Die durchwachte Nacht kostete einen Basler Haushalt rund 16 Rappen Strom(ELCOM-Mediantarif). Die wahre Währung der Nacht war Schlaf: RAND beziffert die Folgekosten chronischer Schlaflosigkeit für die Schweiz auf bis zu 10,1 Milliarden Franken pro Jahr — und der Montag nach dem Viertelfinal begann für die wachste Stadt der Schweiz besonders früh. Auch das gehört zur Bilanz: Während Basel ausschlief, haben in Tausenden Haushalten der Stadt Angestellte geputzt, gekocht und betreut — Arbeit, die in keiner Statistik auftaucht.
Die ganze Analyse — sechs Spiele, sechs Netze, 26 Kantone, Methodik und Rohdaten — steht in der Hauptstudie: «Die Schweiz ging nicht ins Bett».
Quellen
- Open Data Basel-Stadt — Kantonaler Stromverbrauch, Datensatz 100233 (2026) — Grundversorgte Kunden ≈ Haushalte, 15-Minuten-Auflösung
- Mediapulse via SRF-Medienportal (2026) — 830'000 TV-Spitze Viertelfinal, 93,6 % Marktanteil
- ELCOM — Strompreis-Medianwert Haushalte (2026) — 27,7 Rp./kWh (H4)
- RAND Europe — Kosten chronischer Insomnie in der Schweiz (2023) — bis CHF 10,1 Mrd./Jahr
- Google Trends — Nati-Thema nach Kantonen, 12. Juli 02–10 Uhr (2026) — Basel-Stadt Rang 5 von 26
- Clino — WM-Strom-Hauptstudie inkl. CSV-Rohdaten (2026) — clino.ch/de/presse/wm-stromnaechte-2026
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