Eine Kontrolle alle 2'092 Jahre
Die Schweiz will Schwarzarbeit härter bekämpfen: Am 19. Juni 2026 schickte der Bundesrat eine Verschärfung des Schwarzarbeitsgesetzes in die Vernehmlassung. Zwei Tage zuvor zeigte der Vollzugsbericht des Bundes, dass die Kontrollen bei privaten Haushalten seit 2021 um 65,5 % eingebrochen sind: von 693 auf 239 pro Jahr, für geschätzt 500'000 Arbeitgeberhaushalte.
Eine Clino-Datenanalyse des SECO BGSA-Berichts 2025 (publiziert am 17. Juni 2026) zeigt, wie sich die Kontrolltätigkeit vom grössten mutmasslichen Schwarzarbeitssegment wegbewegt, kantonsscharf und über fünf Jahre. Sie aktualisiert die Clino-Studie «Kontrolllotterie» vom März 2026: Aus einer Kontrolle alle 1'645 Jahre ist eine alle 2'092 Jahre geworden.
Zusammenfassung
Am 17. Juni 2026 publizierte das SECO seinen Bericht über den Vollzug des Bundesgesetzes gegen die Schwarzarbeit (BGSA) im Jahr 2025. Gesamtschweizerisch ist die Kontrolltätigkeit hoch: 14'450 Betriebskontrollen, 19,8 % mehr als 2021 und nahe am Rekordwert des Vorjahres. Ein einziger Bereich bewegt sich seit Jahren in die Gegenrichtung: die «Dienstleistungen für private Haushalte». Dort fielen die Kontrollen von 693 (2021) über 408, 304 und 237 auf 239 (2025), ein Rückgang von 65,5 %. Der Anteil der Haushalte an allen Schwarzarbeitskontrollen schrumpfte von 5,7 % auf 1,65 %.
Zwei Tage nach dem Bericht, am 19. Juni 2026, eröffnete der Bundesrat die Vernehmlassung zu einer Änderung genau dieses Gesetzes, mit dem erklärten Ziel, Schwarzarbeit wirksamer zu bekämpfen (Frist: 16. Oktober 2026). Die vorgeschlagenen Instrumente zielen auf Firmenkonstrukte, sogenannte Firmenbestatter, auf den Zugriff auf Fahrzeugdaten und auf das Transparenzregister. Der Haushaltssektor kommt in den angekündigten Massnahmen nicht vor, und auch bei den kantonalen Kontrollschwerpunkten fehlt er: 68 % aller Kontrollen konzentrieren sich laut SECO auf fünf Fokusbranchen, private Haushalte gehören nicht dazu.
Für die Praxis heisst das: Bei geschätzt 500'000 Arbeitgeberhaushalten und 239 Kontrollen liegt die jährliche Kontrollwahrscheinlichkeit bei 0,048 %, statistisch eine Kontrolle alle 2'092 Jahre (März-Studie 2026, auf Basis der Zahlen von 2023: alle 1'645 Jahre). Dabei ist der Befund nicht, dass es nichts zu finden gäbe: 36 % aller Betriebskontrollen förderten 2025 mindestens einen Verdachtsmoment zutage. Gleichzeitig schrumpft auch der legale Kanal: Die Zahl der Arbeitgebenden im vereinfachten Abrechnungsverfahren sank seit 2022 um 11 % auf 65'669.
Der Einbruch: von 693 auf 239 Kontrollen in vier Jahren
Die Reihe ist eindeutig und stammt vollständig aus den offiziellen Vollzugsberichten des SECO: 693 Kontrollen (2021), 408 (2022), 304 (2023), 237 (2024), 239 (2025). Der minime Anstieg im letzten Jahr (+2 Kontrollen) ändert nichts am Bild, er stabilisiert den Tiefstand.
693 (2021) → 408 → 304 → 237 → 239 (2025): −65,5 % in vier Jahren. Quelle: SECO, BGSA-Bericht 2025, Tabelle 4.3.
Der Rückgang ist kein allgemeiner Trend der Schwarzarbeitsbekämpfung, im Gegenteil. Über alle Branchen hinweg stieg die Kontrolltätigkeit im selben Zeitraum von 12'062 auf 14'450 Betriebskontrollen (+19,8 %). Die Schere öffnet sich seit vier Jahren.
Alle Branchen: 12’062 → 14’450 Betriebskontrollen (+19,8 %). Private Haushalte: 693 → 239 (−65,5 %). Quelle: SECO, BGSA-Bericht 2025, Tabelle 4.3, eigene Indexierung.
Dasselbe Muster zeigen die Personenkontrollen: Im Haushaltsbereich fielen sie von 824 (2021) auf 322 (2025), ein Minus von 61 %, bei einem Gesamtvolumen von 44'083 kontrollierten Personen. Von 10'000 Personenkontrollen in der Schweiz entfallen damit noch 73 auf Haushaltsangestellte.
Zwei Tage, zwei Botschaften: der politische Kontrast
17. Juni 2026: Das SECO publiziert den BGSA-Bericht 2025. Kontrollschwerpunkte laut Management Summary: Baunebengewerbe, Gastgewerbe, Handel, Bauhauptgewerbe, Coiffeur- und Kosmetiksalons, zusammen 68 % aller Betriebskontrollen. Der Bericht hält ausserdem fest, die Branchenzahlen zeigten, «in welchen Branchen die kantonalen Kontrollorgane die Bekämpfung der Schwarzarbeit als besonders angezeigt erachten». Für private Haushalte lautet diese Einschätzung: 1,65 % der Kontrollen.
19. Juni 2026: Der Bundesrat eröffnet die Vernehmlassung zur «Änderung des Bundesgesetzes gegen die Schwarzarbeit» (Umsetzung der Motion 24.3202 Candinas). Vorgesehen sind der Datenaustausch der Kontrollorgane mit Handelsregister-, Betreibungs- und Konkursämtern, der direkte Zugriff auf das Fahrzeugregister IVZ und Meldungen ans Transparenzregister. Das sind Instrumente gegen Firmenkonstrukte und für Baustellenkontrollen. Für die Anstellung in Privathaushalten enthält die Vorlage gemäss der offiziellen Mitteilung keine Massnahme.
Das Paradox: Der Haushaltssektor gilt als eines der grössten Schwarzarbeitssegmente der Schweiz: Der Kanton Genf schätzte 2021 rund 30 % der Hausangestellten ohne Anmeldung, Comparis kam 2018 auf rund 25 %. Genau dieser Sektor ist der einzige grosse Bereich, in dem die Kontrolltätigkeit seit 2021 eingebrochen ist, und er fehlt sowohl in den kantonalen Kontrollschwerpunkten als auch in der laufenden Gesetzesrevision. In der offiziellen Kontrolldichte-Statistik des Berichts taucht er gar nicht erst auf: Privathaushalte sind keine «Betriebe» im Sinne der Statistik (BGSA-Bericht 2025, Fussnote 16).
Gleiche Arbeit, andere Adresse: die Branchen im Vergleich
Der direkteste Vergleich ist das Reinigungsgewerbe: Putzt eine Angestellte für eine Firma, gehört ihr Arbeitgeber zu einer Branche, deren Kontrollen seit 2021 um 61 % gestiegen sind. Putzt sie dieselben Böden direkt für einen Privathaushalt, sanken die Kontrollen um 65,5 %. Coiffeur- und Kosmetiksalons, eine klassische Fokusbranche, erhielten 2025 mit 1'057 Kontrollen 4,4-mal mehr Besuche als sämtliche Privathaushalte der Schweiz zusammen.
| Branche | BK 2021 | BK 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Coiffeur- und Kosmetiksalons | 470 | 1’057 | +125 % |
| Gastgewerbe | 1’412 | 2’313 | +64 % |
| Reinigungsgewerbe (Firmen) | 236 | 380 | +61 % |
| Handel | 1’447 | 1’863 | +29 % |
| Total alle Branchen | 12’062 | 14’450 | +19,8 % |
| Baunebengewerbe | 3’102 | 3’304 | +7 % |
| Bauhauptgewerbe | 1’332 | 1’261 | −5 % |
| Private Haushalte | 693 | 239 | −65,5 % |
Ausgewählte Branchen. Das gewerbliche Reinigungsgewerbe (Firmen) wird häufiger kontrolliert (+61 %), dieselbe Arbeit im Privathaushalt 65,5 % seltener. Quelle: SECO, BGSA-Bericht 2025, Tabelle 4.3.
Die Kontrolllotterie, aktualisiert: 2'092 Jahre
Im März 2026 rechnete Clino auf Basis des BGSA-Berichts 2023 vor: 304 Kontrollen für rund 500'000 Arbeitgeberhaushalte, statistisch eine Kontrolle alle 1'645 Jahre. Mit den neuen Zahlen verschärft sich der Befund: 239 Kontrollen ergeben eine jährliche Kontrollwahrscheinlichkeit von 0,048 %, eine Kontrolle alle 2'092 Jahre. 2021 lag dieser Wert noch bei 722 Jahren; er hat sich in vier Jahren fast verdreifacht.
500’000 Arbeitgeberhaushalte (Homegate-Umfrage, zit. Quitt-Report) geteilt durch die Haushaltskontrollen des Jahres: 722 (2021) → 2’092 Jahre (2025). Gleiche Methode wie die Clino-Studie vom März 2026 (1’645 Jahre auf Basis 2023).
Auch das finanzielle Risiko bleibt abstrakt: Die Kantone nahmen 2025 gesamtschweizerisch CHF 574'888 an BGSA-Bussen ein, 11 % weniger als im Vorjahr, umgerechnet rund CHF 40 pro durchgeführter Kontrolle, über alle Branchen. Die ökonomische Analyse der Anreize, inklusive erwarteter Bussenkosten von Rappen-Beträgen pro Jahr, findet sich in der Kontrolllotterie-Studie vom März 2026; an ihrem Fazit ändern die neuen Zahlen nichts, sie verstärken es.
Wer überhaupt noch kontrolliert: die Kantone
Der Bericht schlüsselt die Kontrollen nicht nach Kanton und Branche zugleich auf; sichtbar wird aber, wie unterschiedlich die Kantone das Gesetz überhaupt vollziehen. Basel-Stadt führte 2025 648 Betriebskontrollen pro 10'000 Arbeitsstätten durch, das Tessin 560. Am anderen Ende: Zug mit 38, Glarus mit 91, Luzern mit 92. Zwischen Basel-Stadt und Zug liegt ein Faktor von 17.
Alle Branchen. AI/AR bzw. UR/NW/OW werden von gemeinsamen Kontrollorganen geprüft und tragen denselben Wert. Quelle: SECO, BGSA-Bericht 2025; STATENT 2023; eigene Berechnung.
Auch die Richtung ist uneinheitlich. Genf, der Kanton mit dem wohl grössten Hausangestellten-Markt der Schweiz, reduzierte seine Kontrollen von 716 (2021) auf 433 (2025), minus 40 %. Graubünden halbierte fast (−47 %), Luzern strich einen Drittel (−33 %). Gleichzeitig vervierfachte St. Gallen seine Kontrollen (+294 %), und Bern legte 42 % zu. Hinter diesen Zahlen stehen minimale Ressourcen: Schweizweit finanziert der Bund 82,19 Inspektoren-Vollzeitstellen mit, Zug beschäftigt 0,4, Glarus 0,5. Die Bandbreite reicht laut SECO von 0,2 bis 3,8 Stellen pro 10'000 Betriebe.
| # | Kanton | BK / 10’000 |
|---|---|---|
| 1 | Basel-StadtKontrollen 2021→2025: −5 % | 648 |
| 2 | TessinKontrollen 2021→2025: +93 % | 560 |
| 3 | FreiburgKontrollen 2021→2025: +57 % | 353 |
| 4 | Basel-LandschaftKontrollen 2021→2025: +8 % | 329 |
| 5 | SchaffhausenKontrollen 2021→2025: +28 % | 316 |
| 6 | JuraKontrollen 2021→2025: −36 % | 294 |
| 7 | WaadtKontrollen 2021→2025: +13 % | 255 |
| 8 | NeuenburgKontrollen 2021→2025: +61 % | 243 |
| 9 | Appenzell I.Rh. + A.Rh.Kontrollen 2021→2025: +1036 % | 232 |
| 10 | St. GallenKontrollen 2021→2025: +294 % | 217 |
| 11 | WallisKontrollen 2021→2025: +17 % | 198 |
| 12 | Uri + Nid-/ObwaldenKontrollen 2021→2025: −1 % | 195 |
| 13 | SchwyzKontrollen 2021→2025: +7 % | 177 |
| 14 | AargauKontrollen 2021→2025: +24 % | 163 |
| 15 | GraubündenKontrollen 2021→2025: −47 % | 129 |
| 16 | ZürichKontrollen 2021→2025: ±0 % | 125 |
| 17 | SolothurnKontrollen 2021→2025: +40 % | 116 |
| 18 | ThurgauKontrollen 2021→2025: +4 % | 114 |
| 19 | BernKontrollen 2021→2025: +42 % | 114 |
| 20 | GenfKontrollen 2021→2025: −40 % | 95 |
| 21 | LuzernKontrollen 2021→2025: −33 % | 93 |
| 22 | GlarusKontrollen 2021→2025: −6 % | 91 |
| 23 | ZugKontrollen 2021→2025: +17 % | 38 |
Alle Branchen (der Bericht schlüsselt Kantone nicht nach Branche auf). Basel-Stadt kontrolliert 17-mal dichter als Zug. AI/AR und UR/NW/OW führen gemeinsame Kontrollorgane. Quelle: SECO, BGSA-Bericht 2025, Tabelle 4.1; Arbeitsstätten: STATENT 2023 (Anhang II); eigene Berechnung.
Was Kontrollen finden, wenn sie stattfinden
Der Rückzug aus dem Haushaltsbereich lässt sich nicht damit erklären, dass Kontrollen nichts fänden. 2025 förderten 5'133 der 14'450 Betriebskontrollen, also 36 %, mindestens einen Verdachtsmoment zutage; insgesamt leiteten die Kontrollorgane 14'147 Verdachtsmomente an Spezialbehörden weiter. Am Ende der Kette wird es allerdings dünn: Gestützt auf Artikel 13 BGSA wurden 2025 landesweit 90 Sanktionen ausgesprochen, 86 davon in Genf. In 22 Kantonen gab es keine einzige.
Auch der legale Kanal schrumpft
Das vereinfachte Abrechnungsverfahren (VAV) ist der Weg, über den die meisten Haushalte ihre Angestellten legal abrechnen. Auch hier zeigt der Bericht nach unten: 65'669 Arbeitgebende nutzten das Verfahren zuletzt, 4 % weniger als im Vorjahr und 11 % weniger als 2022. Das SECO schreibt dazu: «Der seit 2022 verzeichnete Abwärtstrend setzt sich fort.» Weniger Kontrolle und weniger legale Anmeldungen, beides gleichzeitig, ist die unbequemste Kombination dieses Berichts.
73’779 → 65’669 Arbeitgebende (−11 % seit 2022). SECO: «Der seit 2022 verzeichnete Abwärtstrend setzt sich fort.» Quelle: BGSA-Bericht 2025, Tabelle 7.1 (BSV-Daten).
Ein Lichtblick immerhin: Das neue «vereinfachte Abrechnungsverfahren plus», bei dem die Ausgleichskasse auch die Unfallversicherungsprämien gleich mit abrechnet, stand 2025 erstmals zur Verfügung und wurde von 1'153 Arbeitgebenden genutzt.
Zahlen zum Zitieren
Sechs druckfertige Sätze für Redaktionen, jeder mit Quellenangabe.
«Die Betriebskontrollen im Bereich der Dienstleistungen für private Haushalte sind von 693 (2021) auf 239 (2025) gefallen, ein Rückgang von 65,5 %, während die Kontrollen über alle Branchen um 19,8 % auf 14'450 stiegen.»
Quelle: SECO, BGSA-Bericht 2025, Tabelle 4.3
«Bei geschätzt 500'000 Arbeitgeberhaushalten entspricht das einer Kontrollwahrscheinlichkeit von 0,048 % pro Jahr, statistisch einer Kontrolle alle 2'092 Jahre.»
Quelle: Clino-Berechnung auf Basis SECO BGSA-Bericht 2025 und Homegate-Umfrage (zit. Quitt-Report)
«Nur noch 1,65 % aller Schwarzarbeitskontrollen der Schweiz entfallen auf private Haushalte; 2021 waren es 5,7 %.»
Quelle: SECO, BGSA-Bericht 2025, Tabelle 4.3, eigene Berechnung
«Zwei Tage nach der Publikation des Berichts schickte der Bundesrat eine Verschärfung des Schwarzarbeitsgesetzes in die Vernehmlassung. Die vorgeschlagenen Instrumente zielen auf Firmenkonstrukte, Fahrzeugdaten und das Transparenzregister; für den Haushaltssektor enthält die Vorlage keine Massnahme.»
Quelle: Bundesrat, Medienmitteilung vom 19.06.2026 (Vernehmlassung bis 16.10.2026, Motion 24.3202)
«86 der 90 Sanktionen nach Artikel 13 BGSA des Jahres 2025 sprach ein einziger Kanton aus: Genf. In 22 Kantonen gab es keine einzige.»
Quelle: SECO, BGSA-Bericht 2025, Kapitel 6
«Die Zahl der Arbeitgebenden, die ihre Angestellten über das vereinfachte Abrechnungsverfahren legal abrechnen, sank seit 2022 um 11 % auf 65'669.»
Quelle: SECO, BGSA-Bericht 2025, Tabelle 7.1 (BSV-Daten)
Wer trotzdem korrekt anstellt, und warum
Wenn die Kontrolle statistisch alle 2'092 Jahre kommt, ist die Busse offensichtlich nicht der Grund, eine Haushaltshilfe korrekt anzumelden. Die tatsächlichen Gründe sind andere: Nachforderungen von Sozialversicherungsbeiträgen sind bis fünf Jahre rückwirkend möglich, samt Verzugszinsen, typischerweise ausgelöst nicht durch eine Inspektion, sondern durch einen Unfall, einen Streit oder eine Anmeldung der Angestellten selbst. Und für die Angestellte, in diesem Sektor fast immer eine Frau, entscheidet die Anmeldung darüber, ob sie eine Rente aufbaut, unfallversichert ist und ihre Arbeitsjahre gegenüber der AHV existieren.
Ohne Anmeldung
- •Keine AHV-Beiträge, keine Rente für die Angestellte
- •Kein Unfallschutz; bei einem Unfall haftet der Haushalt
- •Beitragsnachforderungen bis 5 Jahre rückwirkend, plus Verzugszinsen
- •Kein Lohnausweis, keine nachweisbaren Arbeitsjahre
Legal angemeldet
- •AHV/IV/EO ab dem ersten Franken, Rente wächst
- •Unfallversicherung gedeckt
- •Schriftlicher Vertrag und monatliche Lohnabrechnung
- •Lohnausweis, sauber gegenüber Steuern und Sozialversicherungen
Warum eine Lohnplattform diese Daten publiziert
Clino ist die Schweizer Plattform für die legale Anstellung im Privathaushalt: schriftlicher Vertrag, vorbereitete AHV-Anmeldung für die kantonale Ausgleichskasse, Unfallversicherung, monatliche Lohnabrechnungen und Lohnausweis, in allen 26 Kantonen, für CHF 19.90 pro Monat. Wer legal anstellt, soll dafür nicht mehr Aufwand haben als die, die es nicht tun. Deshalb beobachten wir die Vollzugsdaten dieses Sektors laufend und machen sie öffentlich.
Der Staat verschärft das Schwarzarbeitsgesetz und zieht sich gleichzeitig aus dem grössten mutmasslichen Schwarzarbeitssegment zurück: 239 Kontrollen für 500'000 Arbeitgeberhaushalte, eine alle 2'092 Jahre. Wer korrekt anmeldet, tut es nicht wegen der Kontrolle. Sondern obwohl sie fehlt.
Überraschende Erkenntnisse
Coiffeursalons werden 4,4-mal häufiger kontrolliert als alle Haushalte zusammen
1'057 Betriebskontrollen bei Coiffeur- und Kosmetiksalons stehen 239 Kontrollen bei sämtlichen Privathaushalten der Schweiz gegenüber. Die Salons sind eine offizielle Fokusbranche, deren Kontrollen sich seit 2021 mehr als verdoppelt haben (+125 %), während der Haushaltssektor um 65,5 % zurückfiel.
Fast alle Sanktionen stammen aus einem einzigen Kanton
Von den 90 Sanktionen nach Artikel 13 BGSA im Jahr 2025 entfallen 86 auf Genf, je eine bis zwei auf Tessin, Waadt und Aargau, und null auf die übrigen 22 Kantone. Das härteste Instrument des Gesetzes, der Ausschluss vom öffentlichen Beschaffungswesen, wird de facto von einem einzigen Kanton angewendet.
Der Rückzug geschieht nicht, weil nichts zu finden wäre
36 % aller Betriebskontrollen des Jahres 2025 ergaben mindestens einen Verdachtsmoment, in Zug sogar 100 %, in Luzern 71 %. Kontrollen sind ergiebig, wo sie stattfinden. Der Haushaltsbereich wird nicht kontrolliert und taucht in der offiziellen Kontrolldichte-Statistik nicht einmal auf, weil Privathaushalte keine «Betriebe» im Sinne der Statistik sind.
Quellen
- SECO: BGSA-Bericht 2025 (Vollzug des Bundesgesetzes gegen die Schwarzarbeit) (2026), Publiziert 17.06.2026; Tabellen 3.1, 3.2, 4.1, 4.3, 4.4, 4.5, 7.1; Kapitel 5 und 6
- SECO: BGSA-Bericht 2025, Anhänge (2026), STATENT-2023-Basis: 721'727 Arbeitsstätten und 5'644'870 Beschäftigte nach Kanton
- Bundesrat: Medienmitteilung zur Vernehmlassung der BGSA-Änderung (2026), 19.06.2026, Umsetzung Motion 24.3202 Candinas; Frist 16.10.2026
- Homegate AG / Quitt Haushaltshilfen-Report (2025), Schätzung 500'000 Arbeitgeberhaushalte (repräsentative Befragung)
- Clino: Die Kontrolllotterie (2026), Vorgängerstudie vom März 2026 auf Basis des BGSA-Berichts 2023 (1'645 Jahre)
- Kanton Genf (2021) und Comparis (2018) (2018–2021), Zugeschriebene Schätzungen zum Anteil nicht angemeldeter Hausangestellter (~30 % bzw. ~25 %)
Sie vertreten eine Organisation, die Haushalte oder Arbeitnehmende unterstützt?
Partner werden→Weiterführende Ressourcen
Über Clino
Clino ist eine Schweizer SaaS-Plattform, die privaten Haushalten ermöglicht, ihre Haushaltshilfe legal anzustellen: Lohnabrechnung, Arbeitsvertrag, AHV-Anmeldung und Unfallversicherung inklusive. CHF 19.90/Monat. Alle 26 Kantone. Gegründet 2026 in Zürich. clino.ch





















