Die Kinderzulage kauft im Wallis 13,8 Betreuungsstunden pro Monat, in Schwyz 6,5
Jede Familie in der Schweiz erhält für jedes Kind eine Kinderzulage, mindestens CHF 215 pro Monat. Was diese Zulage tatsächlich kauft, entscheidet der Wohnkanton gleich zweimal: über die Höhe der Zulage und über den Preis einer legal bezahlten Betreuungsstunde. Das Resultat ist ein Kaufkraft-Unterschied von Faktor 2,1 bei identischem Bundesgesetz.
Eine Clino-Datenanalyse rechnet erstmals alle 26 kantonalen Kinderzulagen (Stand 1.1.2026, an jeder Quelle geprüft) in legale Babysitter-Stunden um: zum lokalen Medianlohn beziehungsweise zum gesetzlichen Mindestlohn, mit Ferienzuschlag und sämtlichen Arbeitgeberbeiträgen. Dazu: was die Ausbildungszulage kauft, wo der Lohnboden den Preis setzt, und warum selbst der Spitzenwert keine einzige Woche der elterlichen Betreuungslücke deckt.
Zusammenfassung
Die Kinderzulage ist die grösste Familienleistung der Schweiz: 6,6 Milliarden Franken wurden 2024 ausbezahlt, 2,6 Millionen Zulagen, im Schnitt CHF 244 pro Kind und Monat (BSV). Das Bundesgesetz schreibt seit dem 1.1.2025 mindestens CHF 215 Kinderzulage und CHF 268 Ausbildungszulage vor, die erste Erhöhung seit 2009: sechzehn Jahre lang lag das Minimum unverändert bei CHF 200. Die Kantone dürfen mehr zahlen, und sie tun es sehr unterschiedlich: Sieben Kantone bleiben für Kinder unter 12 exakt beim Minimum (Zürich, Luzern, Solothurn, Glarus, Basel-Landschaft, Thurgau, Tessin), Zug zahlt mit CHF 330 am meisten, gefolgt vom Wallis (327), der Waadt (322) und Genf (311).
Was die Zulage kauft, hängt aber ebenso sehr vom lokalen Preis einer legalen Betreuungsstunde ab. Diese Studie teilt jede kantonale Zulage durch die Vollkosten einer legal angestellten Babysitter-Stunde: Medianlohn der Inserate im Kanton (Clino-Lohnkarte, 4'844 Inserate) oder der höhere gesetzliche Mindestlohn, plus Ferienzuschlag und alle Arbeitgeberbeiträge im vereinfachten Verfahren. Das Ranking führt das Wallis an: 13,8 Stunden pro Monat, vor der Waadt (13,6), Zug (11,3) und Freiburg (11,2). Am Ende stehen Thurgau, Glarus und Solothurn (je 7,3) und Schwyz mit 6,5 Stunden. Die Romandie gewinnt doppelt, hohe Zulagen bei tiefen Betreuungslöhnen; die Zentral- und Ostschweiz verliert doppelt.
Die Einordnung gehört zur Ehrlichkeit: Die Kinderzulage ist eine allgemeine Familienleistung, kein Betreuungsgutschein, und Familien geben sie für Krankenkasse, Kleider oder Musikunterricht ebenso aus. Aber als Massstab für Kaufkraft ist Betreuung unbestechlich, denn sie ist der Posten, der Eltern die Erwerbsarbeit überhaupt ermöglicht. Der Befund: Einen Vollzeit-Kita-Monat deckt die Zulage nirgends auch nur zu einem Fünftel (7,4 bis 16,8 Prozent), und selbst die Walliser Bestmarke von 13,8 Stunden pro Monat deckt keine einzige Woche der strukturellen Betreuungslücke, die zwei Vollzeit-Eltern eines Primarschulkinds offen bleibt: 22,5 bis 27,8 Stunden pro Woche.
Das Ranking: Betreuungsstunden pro Monat, Kanton für Kanton
Gerechnet wird, was eine Familie tatsächlich bezahlt, wenn sie eine Babysitterin legal anstellt: der marktübliche Medianlohn des Kantons, plus 8,33 Prozent Ferienzuschlag und alle Arbeitgeberbeiträge (AHV/IV/EO, ALV, Unfallversicherung, Familienausgleichskasse, Verwaltungskosten). Je nach Kanton kostet die legale Stunde so zwischen CHF 23.49 (Bern) und CHF 35.17 (Schwyz), rund 17 bis 19 Prozent über dem Bruttolohn.
| # | Std./Monat | |
|---|---|---|
| 1 | WallisZulage CHF 327 · Vollkosten CHF 23.76/Std. | 13,8 |
| 2 | WaadtZulage CHF 322 · Vollkosten CHF 23.73/Std. | 13,6 |
| 3 | ZugZulage CHF 330 · Vollkosten CHF 29.32/Std. | 11,3 |
| 4 | FreiburgZulage CHF 265 · Vollkosten CHF 23.67/Std. | 11,2 |
| 5 | JuraZulage CHF 275 · Vollkosten CHF 25.44/Std. (gesetzl. Mindestlohn CHF 21.40) | 10,8 |
| 6 | GenfZulage CHF 311 · Vollkosten CHF 29.12/Std. (gesetzl. Mindestlohn CHF 24.59) | 10,7 |
| 7 | BernZulage CHF 250 · Vollkosten CHF 23.49/Std. | 10,6 |
| 8 | Basel-StadtZulage CHF 275 · Vollkosten CHF 26.11/Std. (gesetzl. Mindestlohn CHF 22.20) | 10,5 |
| 9 | NeuenburgZulage CHF 240 · Vollkosten CHF 25.30/Std. (gesetzl. Mindestlohn CHF 21.35) | 9,5 |
| 10 | TessinZulage CHF 215 · Vollkosten CHF 23.57/Std. | 9,1 |
| 11 | Basel-LandschaftZulage CHF 215 · Vollkosten CHF 24.62/Std. | 8,7 |
| 12 | ZürichZulage CHF 215 · Vollkosten CHF 25.72/Std. | 8,4 |
| 13 | AargauZulage CHF 225 · Vollkosten CHF 27.00/Std. | 8,3 |
| 14 | GraubündenZulage CHF 240 · Vollkosten CHF 29.36/Std. | 8,2 |
| 15 | UriZulage CHF 240 · Vollkosten CHF 29.41/Std. | 8,2 |
| 16 | NidwaldenZulage CHF 258 · Vollkosten CHF 31.71/Std. | 8,1 |
| 17 | LuzernZulage CHF 215 · Vollkosten CHF 26.97/Std. | 8,0 |
| 18 | SchaffhausenZulage CHF 230 · Vollkosten CHF 29.30/Std. | 7,8 |
| 19 | ObwaldenZulage CHF 220 · Vollkosten CHF 29.33/Std. | 7,5 |
| 20 | SolothurnZulage CHF 215 · Vollkosten CHF 29.29/Std. | 7,3 |
| 21 | GlarusZulage CHF 215 · Vollkosten CHF 29.33/Std. | 7,3 |
| 22 | ThurgauZulage CHF 215 · Vollkosten CHF 29.33/Std. | 7,3 |
| 23 | SchwyzZulage CHF 230 · Vollkosten CHF 35.17/Std. | 6,5 |
Monatliche Kinderzulage (Kind unter 12, 1. Kind, Stand 1.1.2026) geteilt durch die Vollkosten einer legal angestellten Babysitter-Stunde im Kanton: Medianlohn der Inserate (babysitting24.ch, Juli 2026) bzw. der höhere gesetzliche Mindestlohn (GE, BS, NE, JU), plus Ferienzuschlag 8.33 % und alle Arbeitgeberbeiträge (AHV/IV/EO, ALV, UVG, FAK, Verwaltungskosten), vereinfachtes Verfahren. AR, AI und SG fehlen: keine kantonal zuordenbare Lohnzahl (Details in der Tabelle unten).
Der Spitzenreiter verdankt seinen Platz beiden Hebeln: Das Wallis zahlt die zweithöchste Zulage der Schweiz (CHF 327) und hat zugleich mit CHF 20 einen der tiefsten Babysitter-Medianlöhne. Schwyz steht am anderen Ende, nicht weil die Zulage besonders tief wäre (CHF 230 liegen über dem Bundesminimum), sondern weil nirgends in der Schweiz Babysitter teurer sind: Median CHF 30 pro Stunde.
Schwyz: 6,5 Stunden
- •CHF 230 Kinderzulage pro Monat
- •CHF 30 Medianlohn, der höchste der Schweiz
- •CHF 35.17 Vollkosten pro legale Stunde
Wallis: 13,8 Stunden
- •CHF 327 Kinderzulage pro Monat
- •CHF 20 Medianlohn, unter den tiefsten
- •CHF 23.76 Vollkosten pro legale Stunde
Die Zahlen im Detail
Alle Zulagenansätze sind Stand 1.1.2026 und wurden für diese Studie doppelt geprüft: gegen die konsolidierte Tabelle des Bundesamts für Sozialversicherungen («Arten und Ansätze der Familienzulagen 2026», Stand 12.12.2025) und gegen die Publikation jeder einzelnen kantonalen Ausgleichskasse beziehungsweise das kantonale Gesetz. Nur zwei Kantone haben ihre Zulagen auf 2026 erhöht: Graubünden (auf 240/290) und der Aargau (auf 225/278). Zürich und Luzern zahlen für Kinder ab 12 mehr (268 beziehungsweise 260); gerechnet ist hier das Referenzkind der Studienserie, ein 8-jähriges erstes Kind.
| Kanton | Kinderzulage | Ausbildungszulage | Vollkosten/Std. | Std. Kinderzulage | Std. Ausbildungszulage | % Kita-Monat |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Wallis | CHF 327 | CHF 477 | CHF 23.76 | 13,8 | 20,1 | 16,8 % |
| Waadt | CHF 322 | CHF 425 | CHF 23.73 | 13,6 | 17,9 | 14,0 % |
| Zug | CHF 330 | CHF 385 | CHF 29.32 | 11,3 | 13,1 | 12,2 % |
| Freiburg | CHF 265 | CHF 325 | CHF 23.67 | 11,2 | 13,7 | 12,6 % |
| Jura ¹ | CHF 275 | CHF 325 | CHF 25.44 | 10,8 | 12,8 | 14,1 % |
| Genf ¹ | CHF 311 | CHF 415 | CHF 29.12 | 10,7 | 14,3 | 13,0 % |
| Bern | CHF 250 | CHF 310 | CHF 23.49 | 10,6 | 13,2 | 10,4 % |
| Basel-Stadt ¹ | CHF 275 | CHF 325 | CHF 26.11 | 10,5 | 12,4 | 10,6 % |
| Neuenburg ¹ | CHF 240 | CHF 320 | CHF 25.30 | 9,5 | 12,7 | 11,7 % |
| AI ° | CHF 245 | CHF 298 | CHF 25.86 | 9,5 | 11,5 | 13,2 % |
| SG ° | CHF 245 | CHF 298 | CHF 25.91 | 9,5 | 11,5 | 11,1 % |
| Tessin | CHF 215 | CHF 268 | CHF 23.57 | 9,1 | 11,4 | 11,6 % |
| AR ° | CHF 230 | CHF 280 | CHF 25.86 | 8,9 | 10,8 | 12,1 % |
| Basel-Landschaft | CHF 215 | CHF 268 | CHF 24.62 | 8,7 | 10,9 | 9,0 % |
| Zürich | CHF 215 | CHF 268 | CHF 25.72 | 8,4 | 10,4 | 7,4 % |
| Aargau | CHF 225 | CHF 278 | CHF 27.00 | 8,3 | 10,3 | 9,8 % |
| Graubünden | CHF 240 | CHF 290 | CHF 29.36 | 8,2 | 9,9 | 11,4 % |
| Uri | CHF 240 | CHF 290 | CHF 29.41 | 8,2 | 9,9 | 12,6 % |
| Nidwalden | CHF 258 | CHF 311 | CHF 31.71 | 8,1 | 9,8 | 12,3 % |
| Luzern | CHF 215 | CHF 268 | CHF 26.97 | 8,0 | 9,9 | 9,3 % |
| Schaffhausen | CHF 230 | CHF 290 | CHF 29.30 | 7,8 | 9,9 | 11,5 % |
| Obwalden | CHF 220 | CHF 270 | CHF 29.33 | 7,5 | 9,2 | 11,3 % |
| Solothurn | CHF 215 | CHF 268 | CHF 29.29 | 7,3 | 9,2 | 10,2 % |
| Glarus | CHF 215 | CHF 268 | CHF 29.33 | 7,3 | 9,1 | 11,3 % |
| Thurgau | CHF 215 | CHF 280 | CHF 29.33 | 7,3 | 9,6 | 10,5 % |
| Schwyz | CHF 230 | CHF 280 | CHF 35.17 | 6,5 | 8,0 | 10,0 % |
° AR/AI/SG: gerechnet mit dem CH-Medianlohn CHF 22 (keine kantonal zuordenbare Zahl), nicht im Ranking. ¹ Lohnbasis = gesetzlicher Mindestlohn statt Inserate-Median. Ausbildungszulage ZG: CHF 330 für 16–18, CHF 385 ab 18 (hier gerechnet mit 385). Kita-Spalte: Zulage in Prozent eines Vollzeit-Kita-Monats (Marktschätzung Clino).
Vier Kantone: Hier setzt das Gesetz den Preis, nicht der Markt
In Genf, Basel-Stadt, Neuenburg und dem Jura liegt der massgebliche Mindestlohn über dem Medianlohn der Babysitter-Inserate. Die Studie rechnet dort mit dem Mindestlohn, denn günstiger ist eine legale Anstellung nicht zu haben. Genf ist der klarste Fall: Der Normalarbeitsvertrag der Hauswirtschaft (CTT-EDom) erklärt seine Löhne für zwingend und zählt die «prise en charge d'enfants» ausdrücklich zum Geltungsbereich, CHF 24.59 pro Stunde ab 1.1.2026. Der Bundes-NAV Hauswirtschaft gilt hier bewusst nicht: Genf hat als einziger Kanton einen eigenen, höheren Lohnboden für Hausangestellte.
| Ort | Inserate-Median | Massgeblicher Boden | Grundlage | Std. aus der Zulage |
|---|---|---|---|---|
| Jura | CHF 20.00 | CHF 21.40 | Kantonaler Mindestlohn (konservativ) | 10,8 |
| Genf | CHF 22.00 | CHF 24.59 | CTT-EDom (zwingend, inkl. Kinderbetreuung) | 10,7 |
| Basel-Stadt | CHF 22.00 | CHF 22.20 | Mindestlohngesetz BS | 10,5 |
| Neuenburg | CHF 20.00 | CHF 21.35 | Kantonaler Mindestlohn (LEmpl) | 9,5 |
| Stadt Luzern | – | CHF 22.75 | in Kraft seit 1.1.2026 | 8,1 |
| Stadt Zürich | – | CHF 23.90 | bestätigt, noch nicht in Kraft | 7,7 |
| Winterthur | – | CHF 23.00 | bestätigt, noch nicht in Kraft | 8,0 |
In GE, BS, NE und JU liegt der massgebliche Mindestlohn über dem Inserate-Median; die Studie rechnet dort mit dem Mindestlohn, denn billiger ist eine legale Anstellung nicht zu haben. JU: Rechtslage für reine Kinderbetreuung offen (kantonale Auskunftsseite verweist Hausangestellte auf den Bundes-NAV, der überwiegende Kinderbetreuung ausnimmt); wir rechnen konservativ mit CHF 21.40. Städtische Mindestlöhne: Stadt Luzern seit 1.1.2026 in Kraft; Zürich und Winterthur vom Bundesgericht am 12.5.2026 bestätigt, Einführung noch offen.
Bemerkenswert ist, was der Bundes-NAV nicht regelt: Personen, die «hauptsächlich für die Kinderbetreuung zuständig» sind, Tagesmütter und Babysitter, sind von seinem Geltungsbereich ausgenommen (SECO). Für reine Kinderbetreuung existiert damit in den meisten Kantonen gar kein Lohnboden. Das Tessin ist der einzige Kanton, der diese Lücke ausdrücklich schliesst: Sein kantonales Mindestlohngesetz nennt für den Sektor «Attività di famiglie e convivenze» einen Basislohn von CHF 20.00 pro Stunde (2026).
Ab 16 wird die Schere grösser: die Ausbildungszulage
Sobald das Kind in Ausbildung ist, steigt die Zulage auf mindestens CHF 268, und die kantonalen Unterschiede wachsen: Das Wallis zahlt CHF 477 Ausbildungszulage, 78 Prozent über dem Bundesminimum, und kommt damit auf 20,1 Betreuungsstunden pro Monat. Schwyz bleibt bei 8,0. Die Spannweite wächst von Faktor 2,1 auf Faktor 2,5.
| # | Std./Monat | |
|---|---|---|
| 1 | WallisCHF 477 · CHF 23.76/h | 20,1 |
| 2 | WaadtCHF 425 · CHF 23.73/h | 17,9 |
| 3 | GenfCHF 415 · CHF 29.12/h | 14,3 |
| 4 | FreiburgCHF 325 · CHF 23.67/h | 13,7 |
| 5 | BernCHF 310 · CHF 23.49/h | 13,2 |
| 6 | ZugCHF 385 · CHF 29.32/h | 13,1 |
| 7 | JuraCHF 325 · CHF 25.44/h | 12,8 |
| 8 | NeuenburgCHF 320 · CHF 25.30/h | 12,7 |
| 9 | Basel-StadtCHF 325 · CHF 26.11/h | 12,4 |
| 10 | TessinCHF 268 · CHF 23.57/h | 11,4 |
| 11 | Basel-LandschaftCHF 268 · CHF 24.62/h | 10,9 |
| 12 | ZürichCHF 268 · CHF 25.72/h | 10,4 |
| 13 | AargauCHF 278 · CHF 27.00/h | 10,3 |
| 14 | LuzernCHF 268 · CHF 26.97/h | 9,9 |
| 15 | SchaffhausenCHF 290 · CHF 29.30/h | 9,9 |
| 16 | GraubündenCHF 290 · CHF 29.36/h | 9,9 |
| 17 | UriCHF 290 · CHF 29.41/h | 9,9 |
| 18 | NidwaldenCHF 311 · CHF 31.71/h | 9,8 |
| 19 | ThurgauCHF 280 · CHF 29.33/h | 9,6 |
| 20 | ObwaldenCHF 270 · CHF 29.33/h | 9,2 |
| 21 | SolothurnCHF 268 · CHF 29.29/h | 9,2 |
| 22 | GlarusCHF 268 · CHF 29.33/h | 9,1 |
| 23 | SchwyzCHF 280 · CHF 35.17/h | 8,0 |
Gleiches Modell, gerechnet mit der Ausbildungszulage (16–25). ZG: CHF 385 gilt ab 18, für 16–18 sind es CHF 330. Betreuung bleibt auch für Teenager real: Randzeiten, Hausaufgaben, Geschwister.
Der Realitätstest: Kita-Monat und Betreuungslücke
Wie weit trägt die Zulage im Alltag? Ein Vollzeit-Kita-Platz kostet vor Subventionen je nach Kanton CHF 1'850 bis 2'900 pro Monat. Die Kinderzulage deckt davon 7,4 Prozent (Zürich) bis 16,8 Prozent (Wallis). Diese Rechnung kommt ohne Babysitter-Löhne aus und umfasst deshalb alle 26 Kantone, auch Appenzell und St. Gallen.
| # | % Kita | |
|---|---|---|
| 1 | WallisZulage CHF 327 · Kita CHF 1’950/Monat | 16,8% |
| 2 | JuraZulage CHF 275 · Kita CHF 1’950/Monat | 14,1% |
| 3 | WaadtZulage CHF 322 · Kita CHF 2’300/Monat | 14,0% |
| 4 | AIZulage CHF 245 · Kita CHF 1’850/Monat | 13,2% |
| 5 | GenfZulage CHF 311 · Kita CHF 2’400/Monat | 13,0% |
| 6 | FreiburgZulage CHF 265 · Kita CHF 2’100/Monat | 12,6% |
| 7 | UriZulage CHF 240 · Kita CHF 1’900/Monat | 12,6% |
| 8 | NidwaldenZulage CHF 258 · Kita CHF 2’100/Monat | 12,3% |
| 9 | ZugZulage CHF 330 · Kita CHF 2’700/Monat | 12,2% |
| 10 | ARZulage CHF 230 · Kita CHF 1’900/Monat | 12,1% |
| 11 | NeuenburgZulage CHF 240 · Kita CHF 2’050/Monat | 11,7% |
| 12 | TessinZulage CHF 215 · Kita CHF 1’850/Monat | 11,6% |
| 13 | SchaffhausenZulage CHF 230 · Kita CHF 2’000/Monat | 11,5% |
| 14 | GraubündenZulage CHF 240 · Kita CHF 2’100/Monat | 11,4% |
| 15 | ObwaldenZulage CHF 220 · Kita CHF 1’950/Monat | 11,3% |
| 16 | GlarusZulage CHF 215 · Kita CHF 1’900/Monat | 11,3% |
| 17 | SGZulage CHF 245 · Kita CHF 2’200/Monat | 11,1% |
| 18 | Basel-StadtZulage CHF 275 · Kita CHF 2’600/Monat | 10,6% |
| 19 | ThurgauZulage CHF 215 · Kita CHF 2’050/Monat | 10,5% |
| 20 | BernZulage CHF 250 · Kita CHF 2’400/Monat | 10,4% |
| 21 | SolothurnZulage CHF 215 · Kita CHF 2’100/Monat | 10,2% |
| 22 | SchwyzZulage CHF 230 · Kita CHF 2’300/Monat | 10,0% |
| 23 | AargauZulage CHF 225 · Kita CHF 2’300/Monat | 9,8% |
| 24 | LuzernZulage CHF 215 · Kita CHF 2’300/Monat | 9,3% |
| 25 | Basel-LandschaftZulage CHF 215 · Kita CHF 2’400/Monat | 9,0% |
| 26 | ZürichZulage CHF 215 · Kita CHF 2’900/Monat | 7,4% |
Monatliche Kinderzulage in Prozent eines Vollzeit-Kita-Platzes pro Monat (marktübliche Vollkosten vor Subventionen, Clino-Schätzung je Kanton). Alle 26 Kantone; diese Rechnung braucht keine Babysitter-Löhne.
Und gemessen an der Lücke, die diese Studienserie vermessen hat? Für ein Primarschulkind zweier Vollzeit-Eltern bleiben je nach Stadt 22,5 bis 27,8 Stunden pro Woche strukturell ungedeckt (Clino-Studie «Schule bis 15.20 Uhr, Arbeit bis 18 Uhr», August 2026). Selbst die Walliser Bestmarke von 13,8 Stunden pro Monat deckt damit nicht eine einzige Woche der Lücke. Die Kinderzulage ist ein Zustupf an die Familienkosten, als Betreuungsfinanzierung war sie nie gedacht und reicht dafür nirgends.
Der Bonus zur Geburt: 28 bis 90 Stunden
Neun Kantone kennen zusätzlich eine einmalige Geburtszulage, alle in der West- und Zentralschweiz gelegen, kein einziger Deutschschweizer Grosskanton ist darunter. Das Wallis zahlt mit CHF 2'142 am meisten: umgerechnet 90 Babysitter-Stunden, die ein Neugeborenes freilich noch nicht braucht. Genf folgt mit CHF 2'073, die Waadt mit 1'617.
| Kanton | Geburtszulage (einmalig) | Babysitter-Stunden |
|---|---|---|
| Wallis | CHF 2’142 | 90,1 |
| Genf | CHF 2’073 | 71,2 |
| Waadt | CHF 1’617 | 68,1 |
| Freiburg | CHF 1’500 | 63,4 |
| Jura | CHF 1’500 | 59,0 |
| Neuenburg | CHF 1’200 | 47,4 |
| Uri | CHF 1’200 | 40,8 |
| Luzern | CHF 1’075 | 39,9 |
| Schwyz | CHF 1’000 | 28,4 |
9 Kantone kennen eine einmalige Geburtszulage (Stand 1.1.2026). Umgerechnet mit den Vollkosten einer Babysitter-Stunde im jeweiligen Kanton. VD/VS/GE zahlen bei Mehrlingsgeburten bzw. ab dem 3. Kind mehr; gerechnet ist der Grundbetrag.
Babysitter, Nanny oder Haushaltshilfe: der Quervergleich
Das Bild ändert sich nicht grundsätzlich, wenn statt der Babysitterin eine marktüblich bezahlte Nanny oder eine Haushaltshilfe rechnet wird, es wird nur teurer: Eine Nanny-Stunde kostet in Zürich mit allen Abgaben rund CHF 41, die Zulage kauft dort noch 5,3 Stunden pro Monat. Das Wallis bleibt in allen drei Szenarien vorn, Zürich in allen dreien hinten.
| Kanton | Babysitter | Nanny | Haushaltshilfe |
|---|---|---|---|
| Wallis | 13,8 | 10,0 | 10,6 |
| Zug | 11,3 | 7,6 | 9,4 |
| Genf | 10,7 | 7,5 | 8,5 |
| Zürich | 8,4 | 5,3 | 6,3 |
| Tessin | 9,1 | 6,9 | 7,3 |
| Schwyz | 6,5 | 6,0 | 7,3 |
Babysitter: Inserate-Median bzw. Mindestlohn (Hauptmodell). Nanny: Mitte der marktüblichen Spanne je Kanton (Clino-Marktdaten). Haushaltshilfe: kantonaler Durchschnittslohn (BFS-SAKE-Schätzung). Alle mit vollen Arbeitgeberkosten im vereinfachten Verfahren.
Zahlen zum Zitieren
«Dieselbe eidgenössisch geregelte Kinderzulage kauft im Wallis 13,8 legale Betreuungsstunden pro Monat, in Schwyz 6,5: ein Kaufkraft-Unterschied von Faktor 2,1.»
Quellen: BSV, Ansätze der Familienzulagen 2026; Clino-Lohnkarte (babysitting24.ch, Juli 2026, n=4'844); Clino-Lohnrechnung
«Die Romandie gewinnt doppelt: Wallis, Waadt und Freiburg zahlen hohe Zulagen bei Babysitter-Medianlöhnen von CHF 20. Die Zentralschweiz verliert doppelt: In Schwyz kostet die Babysitter-Stunde im Median CHF 30, die Zulage beträgt CHF 230.»
Quellen: BSV 2026; Clino-Lohnkarte Juli 2026
«Sieben Kantone zahlen für ein Kind unter 12 exakt das Bundesminimum von CHF 215, das zuvor sechzehn Jahre lang bei CHF 200 eingefroren war. Zug zahlt mit CHF 330 am meisten: 53 Prozent mehr als das Minimum.»
Quellen: FamZG Art. 5 (Stand 1.1.2025); BSV, Ansätze 2026; Bundesrat, Medienmitteilung vom 28.8.2024
«In Genf, Basel-Stadt, Neuenburg und dem Jura setzt nicht der Markt den Preis der Betreuungsstunde, sondern der gesetzliche Mindestlohn: Er liegt dort über dem Medianlohn der Inserate. Genfs CTT-EDom zählt die Kinderbetreuung ausdrücklich zum zwingenden Geltungsbereich.»
Quellen: CTT-EDom GE (J 1 50.03), Art. 1 und 10; NE SEMP, Mémento salaire minimum 2026; BS MiLoG; jura.ch; Clino-Berechnung
«Einen Vollzeit-Kita-Monat deckt die Kinderzulage nirgends auch nur zu einem Fünftel: Die Spanne reicht von 7,4 Prozent in Zürich bis 16,8 Prozent im Wallis.»
Quellen: BSV 2026; Clino-Marktschätzungen Kita-Vollkosten je Kanton
«Selbst der Schweizer Spitzenwert von 13,8 Stunden pro Monat deckt keine einzige Woche der Betreuungslücke, die zwei Vollzeit-Eltern eines Primarschulkinds bleibt: 22,5 bis 27,8 Stunden pro Woche.»
Quellen: Clino-Studien «Kinderzulage in Betreuungsstunden» und «Schule bis 15.20 Uhr, Arbeit bis 18 Uhr», August 2026
Was das für Familien konkret heisst
Wer die Kinderzulage tatsächlich in Betreuung umsetzt, wird Arbeitgeber, auch bei zwei Stunden pro Woche. Im Privathaushalt gibt es keine Bagatellgrenze: AHV-Beiträge sind ab dem ersten Franken geschuldet. Die einzige Ausnahme, die Freigrenze von CHF 750 pro Jahr für Babysitter unter 25, ist ausgerechnet mit der Zulage schnell erreicht: Wer nur das Bundesminimum von CHF 215 monatlich in Betreuung investiert, überschreitet sie im vierten Monat. Ab dann gehören Anmeldung bei der Ausgleichskasse, Unfallversicherung und Lohnabrechnung dazu, im vereinfachten Verfahren gut machbar, aber Pflicht.
Warum eine Lohnplattform diese Daten publiziert
Clino ist die Schweizer Plattform für die legale Anstellung im Privathaushalt: schriftlicher Vertrag, AHV-Anmeldung, Unfallversicherung, monatliche Lohnabrechnungen und Lohnausweis, in allen 26 Kantonen, für CHF 19.90 pro Monat. Die Kinderzulage und die legale Betreuung gehören dabei zusammen wie kaum zwei andere Dinge: Finanziert werden die Zulagen zu 91 Prozent von Arbeitgeberbeiträgen an die Familienausgleichskassen, je nach Kanton rund 1 bis 3 Prozent der Lohnsumme. Wer seine Babysitterin legal anstellt, zahlt diese Beiträge auf ihrem Lohn mit und speist damit genau das System, das die eigene Kinderzulage auszahlt. Unsere Lohnrechnung weist sie in jeder Abrechnung aus.
Die Kinderzulage ist überall Bundesrecht. Was sie kauft, entscheidet der Kanton, und zwar zweimal: bei der Höhe der Zulage und beim Preis der legalen Stunde.
Überraschende Erkenntnisse
Das Wallis schlägt Genf, doppelt
Genf gilt als der Kanton der grosszügigen Familienleistungen. Tatsächlich zahlt das Wallis die höhere Kinderzulage (CHF 327 gegenüber 311), und weil in Genf zugleich der höchste Lohnboden der Schweiz gilt (CHF 24.59 nach CTT-EDom), kostet die legale Stunde dort CHF 29.12: Genf landet trotz viertbester Zulage nur auf Rang 6. Das Wallis kombiniert die zweithöchste Zulage mit einem Medianlohn von CHF 20 und gewinnt das Ranking mit Abstand.
Aufholen reicht nicht: Graubünden und Aargau erhöhen, und bleiben hinten
Nur zwei Kantone haben ihre Zulagen auf den 1.1.2026 erhöht: Graubünden um 10 auf 240 Franken, der Aargau um 10 auf 225. Im Kaufkraft-Ranking stehen sie trotzdem auf den Rängen 14 und 13, denn ihre Babysitter-Medianlöhne (CHF 25 und 23) fressen die Erhöhung auf. Eine Zulagen-Erhöhung um 10 Franken kauft in Graubünden 20 Minuten Betreuung pro Monat.
Für reine Kinderbetreuung gibt es fast nirgends einen Mindestlohn
Der nationale Normalarbeitsvertrag Hauswirtschaft nimmt Personen, die «hauptsächlich für die Kinderbetreuung zuständig» sind, ausdrücklich von seinem Geltungsbereich aus. Wer als Babysitterin oder Tagesmutter arbeitet, hat deshalb in den meisten Kantonen keinen gesetzlichen Lohnboden. Nur Genf (CTT-EDom, CHF 24.59), Neuenburg (kantonaler Mindestlohn CHF 21.35) und das Tessin (Mindestlohngesetz, Sektor Privathaushalte, CHF 20.00) schliessen die Lücke ausdrücklich; in Basel-Stadt spricht der Gesetzestext dafür, im Jura ist die Lage offen.
Quellen
- BSV: Arten und Ansätze der Familienzulagen nach dem FamZG, dem FLG und den kantonalen Gesetzen 2026 (12.12.2025), Konsolidierte Tabelle aller 26 Kantone, Stand 1.1.2026
- Fedlex: Familienzulagengesetz (FamZG, SR 836.2), Art. 3 und 5 (Stand 1.1.2025), Mindestansätze CHF 215/268, erste Erhöhung seit 2009 (AS 2024 493)
- 26 kantonale Ausgleichskassen und Familienzulagen-Gesetze (2026), Jeder Ansatz einzeln an der kantonalen Quelle geprüft, abgerufen 12.8.2026
- BSV: Statistik der Familienzulagen 2024 (Februar 2026), 6,6 Mrd. Franken, 2,6 Mio. Zulagen, Ø ausbezahlt CHF 244/313, Finanzierung zu 91,3 % durch Arbeitgeber
- Clino: «Was ein Babysitter kostet: die Lohnkarte der Schweiz» (Juli 2026), Medianlöhne je Kanton, babysitting24.ch, n=4'844; AR/AI/SG ohne kantonale Zahl
- SECO: NAV Hauswirtschaft (Stand 1.1.2026); CTT-EDom GE (J 1 50.03); NE SEMP Mémento 2026; BS Mindestlohngesetz und FAQ; TI CNL-Dekret vom 17.12.2025 und LSM-Guida 2026; jura.ch (2026), Lohnböden und ihr Geltungsbereich für Kinderbetreuung, im Originaltext geprüft
- Bundesgericht, Urteil vom 12.5.2026 (kommunale Mindestlöhne ZH/Winterthur); Stadt Luzern (Mindestlohn seit 1.1.2026) (2026), Stand der städtischen Mindestlöhne
- Clino-Lohnrechnung (produktiver Rechenkern) (2026), Vollkosten je Kanton: Ferienzuschlag, AHV/IV/EO, ALV, UVG, FAK, Verwaltungskosten, vereinfachtes Verfahren
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Über Clino
Clino ist eine Schweizer SaaS-Plattform, die privaten Haushalten ermöglicht, ihre Haushaltshilfe legal anzustellen: Lohnabrechnung, Arbeitsvertrag, AHV-Anmeldung und Unfallversicherung inklusive. CHF 19.90/Monat. Alle 26 Kantone. Gegründet 2026 in Zürich. clino.ch


























