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Studie12. August 2026

Die Kinderzulage kauft im Wallis 13,8 Betreuungsstunden pro Monat, in Schwyz 6,5

Jede Familie in der Schweiz erhält für jedes Kind eine Kinderzulage, mindestens CHF 215 pro Monat. Was diese Zulage tatsächlich kauft, entscheidet der Wohnkanton gleich zweimal: über die Höhe der Zulage und über den Preis einer legal bezahlten Betreuungsstunde. Das Resultat ist ein Kaufkraft-Unterschied von Faktor 2,1 bei identischem Bundesgesetz.

Eine Clino-Datenanalyse rechnet erstmals alle 26 kantonalen Kinderzulagen (Stand 1.1.2026, an jeder Quelle geprüft) in legale Babysitter-Stunden um: zum lokalen Medianlohn beziehungsweise zum gesetzlichen Mindestlohn, mit Ferienzuschlag und sämtlichen Arbeitgeberbeiträgen. Dazu: was die Ausbildungszulage kauft, wo der Lohnboden den Preis setzt, und warum selbst der Spitzenwert keine einzige Woche der elterlichen Betreuungslücke deckt.

Daten (CSV)
13,8 Std.
legale Betreuung kauft die Walliser Kinderzulage (CHF 327) pro Monat, der Spitzenwert der Schweiz
6,5 Std.
sind es in Schwyz: die teuersten Babysitter des Landes (Median CHF 30) treffen auf CHF 230 Zulage
2,1×
Kaufkraft-Unterschied zwischen dem besten und dem schlechtesten Kanton, bei identischem Bundesrecht
CHF 6,6 Mrd.
Familienzulagen wurden 2024 ausbezahlt, zu 91 Prozent von den Arbeitgebern finanziert (BSV)

Zusammenfassung

Die Kinderzulage ist die grösste Familienleistung der Schweiz: 6,6 Milliarden Franken wurden 2024 ausbezahlt, 2,6 Millionen Zulagen, im Schnitt CHF 244 pro Kind und Monat (BSV). Das Bundesgesetz schreibt seit dem 1.1.2025 mindestens CHF 215 Kinderzulage und CHF 268 Ausbildungszulage vor, die erste Erhöhung seit 2009: sechzehn Jahre lang lag das Minimum unverändert bei CHF 200. Die Kantone dürfen mehr zahlen, und sie tun es sehr unterschiedlich: Sieben Kantone bleiben für Kinder unter 12 exakt beim Minimum (Zürich, Luzern, Solothurn, Glarus, Basel-Landschaft, Thurgau, Tessin), Zug zahlt mit CHF 330 am meisten, gefolgt vom Wallis (327), der Waadt (322) und Genf (311).

Was die Zulage kauft, hängt aber ebenso sehr vom lokalen Preis einer legalen Betreuungsstunde ab. Diese Studie teilt jede kantonale Zulage durch die Vollkosten einer legal angestellten Babysitter-Stunde: Medianlohn der Inserate im Kanton (Clino-Lohnkarte, 4'844 Inserate) oder der höhere gesetzliche Mindestlohn, plus Ferienzuschlag und alle Arbeitgeberbeiträge im vereinfachten Verfahren. Das Ranking führt das Wallis an: 13,8 Stunden pro Monat, vor der Waadt (13,6), Zug (11,3) und Freiburg (11,2). Am Ende stehen Thurgau, Glarus und Solothurn (je 7,3) und Schwyz mit 6,5 Stunden. Die Romandie gewinnt doppelt, hohe Zulagen bei tiefen Betreuungslöhnen; die Zentral- und Ostschweiz verliert doppelt.

Die Einordnung gehört zur Ehrlichkeit: Die Kinderzulage ist eine allgemeine Familienleistung, kein Betreuungsgutschein, und Familien geben sie für Krankenkasse, Kleider oder Musikunterricht ebenso aus. Aber als Massstab für Kaufkraft ist Betreuung unbestechlich, denn sie ist der Posten, der Eltern die Erwerbsarbeit überhaupt ermöglicht. Der Befund: Einen Vollzeit-Kita-Monat deckt die Zulage nirgends auch nur zu einem Fünftel (7,4 bis 16,8 Prozent), und selbst die Walliser Bestmarke von 13,8 Stunden pro Monat deckt keine einzige Woche der strukturellen Betreuungslücke, die zwei Vollzeit-Eltern eines Primarschulkinds offen bleibt: 22,5 bis 27,8 Stunden pro Woche.


Das Ranking: Betreuungsstunden pro Monat, Kanton für Kanton

Gerechnet wird, was eine Familie tatsächlich bezahlt, wenn sie eine Babysitterin legal anstellt: der marktübliche Medianlohn des Kantons, plus 8,33 Prozent Ferienzuschlag und alle Arbeitgeberbeiträge (AHV/IV/EO, ALV, Unfallversicherung, Familienausgleichskasse, Verwaltungskosten). Je nach Kanton kostet die legale Stunde so zwischen CHF 23.49 (Bern) und CHF 35.17 (Schwyz), rund 17 bis 19 Prozent über dem Bruttolohn.

Was die Kinderzulage kauft: legale Betreuungsstunden pro Monat
#Std./Monat
1WallisZulage CHF 327 · Vollkosten CHF 23.76/Std.13,8
2WaadtZulage CHF 322 · Vollkosten CHF 23.73/Std.13,6
3ZugZulage CHF 330 · Vollkosten CHF 29.32/Std.11,3
4FreiburgZulage CHF 265 · Vollkosten CHF 23.67/Std.11,2
5JuraZulage CHF 275 · Vollkosten CHF 25.44/Std. (gesetzl. Mindestlohn CHF 21.40)10,8
6GenfZulage CHF 311 · Vollkosten CHF 29.12/Std. (gesetzl. Mindestlohn CHF 24.59)10,7
7BernZulage CHF 250 · Vollkosten CHF 23.49/Std.10,6
8Basel-StadtZulage CHF 275 · Vollkosten CHF 26.11/Std. (gesetzl. Mindestlohn CHF 22.20)10,5
9NeuenburgZulage CHF 240 · Vollkosten CHF 25.30/Std. (gesetzl. Mindestlohn CHF 21.35)9,5
10TessinZulage CHF 215 · Vollkosten CHF 23.57/Std.9,1
11Basel-LandschaftZulage CHF 215 · Vollkosten CHF 24.62/Std.8,7
12ZürichZulage CHF 215 · Vollkosten CHF 25.72/Std.8,4
13AargauZulage CHF 225 · Vollkosten CHF 27.00/Std.8,3
14GraubündenZulage CHF 240 · Vollkosten CHF 29.36/Std.8,2
15UriZulage CHF 240 · Vollkosten CHF 29.41/Std.8,2
16NidwaldenZulage CHF 258 · Vollkosten CHF 31.71/Std.8,1
17LuzernZulage CHF 215 · Vollkosten CHF 26.97/Std.8,0
18SchaffhausenZulage CHF 230 · Vollkosten CHF 29.30/Std.7,8
19ObwaldenZulage CHF 220 · Vollkosten CHF 29.33/Std.7,5
20SolothurnZulage CHF 215 · Vollkosten CHF 29.29/Std.7,3
21GlarusZulage CHF 215 · Vollkosten CHF 29.33/Std.7,3
22ThurgauZulage CHF 215 · Vollkosten CHF 29.33/Std.7,3
23SchwyzZulage CHF 230 · Vollkosten CHF 35.17/Std.6,5

Monatliche Kinderzulage (Kind unter 12, 1. Kind, Stand 1.1.2026) geteilt durch die Vollkosten einer legal angestellten Babysitter-Stunde im Kanton: Medianlohn der Inserate (babysitting24.ch, Juli 2026) bzw. der höhere gesetzliche Mindestlohn (GE, BS, NE, JU), plus Ferienzuschlag 8.33 % und alle Arbeitgeberbeiträge (AHV/IV/EO, ALV, UVG, FAK, Verwaltungskosten), vereinfachtes Verfahren. AR, AI und SG fehlen: keine kantonal zuordenbare Lohnzahl (Details in der Tabelle unten).

Daten (CSV)

Der Spitzenreiter verdankt seinen Platz beiden Hebeln: Das Wallis zahlt die zweithöchste Zulage der Schweiz (CHF 327) und hat zugleich mit CHF 20 einen der tiefsten Babysitter-Medianlöhne. Schwyz steht am anderen Ende, nicht weil die Zulage besonders tief wäre (CHF 230 liegen über dem Bundesminimum), sondern weil nirgends in der Schweiz Babysitter teurer sind: Median CHF 30 pro Stunde.

Schwyz: 6,5 Stunden

  • CHF 230 Kinderzulage pro Monat
  • CHF 30 Medianlohn, der höchste der Schweiz
  • CHF 35.17 Vollkosten pro legale Stunde

Wallis: 13,8 Stunden

  • CHF 327 Kinderzulage pro Monat
  • CHF 20 Medianlohn, unter den tiefsten
  • CHF 23.76 Vollkosten pro legale Stunde

Die Zahlen im Detail

Alle Zulagenansätze sind Stand 1.1.2026 und wurden für diese Studie doppelt geprüft: gegen die konsolidierte Tabelle des Bundesamts für Sozialversicherungen («Arten und Ansätze der Familienzulagen 2026», Stand 12.12.2025) und gegen die Publikation jeder einzelnen kantonalen Ausgleichskasse beziehungsweise das kantonale Gesetz. Nur zwei Kantone haben ihre Zulagen auf 2026 erhöht: Graubünden (auf 240/290) und der Aargau (auf 225/278). Zürich und Luzern zahlen für Kinder ab 12 mehr (268 beziehungsweise 260); gerechnet ist hier das Referenzkind der Studienserie, ein 8-jähriges erstes Kind.

Alle 26 Kantone im Detail
KantonKinderzulageAusbildungszulageVollkosten/Std.Std. KinderzulageStd. Ausbildungszulage% Kita-Monat
WallisCHF 327CHF 477CHF 23.7613,820,116,8 %
WaadtCHF 322CHF 425CHF 23.7313,617,914,0 %
ZugCHF 330CHF 385CHF 29.3211,313,112,2 %
FreiburgCHF 265CHF 325CHF 23.6711,213,712,6 %
Jura ¹CHF 275CHF 325CHF 25.4410,812,814,1 %
Genf ¹CHF 311CHF 415CHF 29.1210,714,313,0 %
BernCHF 250CHF 310CHF 23.4910,613,210,4 %
Basel-Stadt ¹CHF 275CHF 325CHF 26.1110,512,410,6 %
Neuenburg ¹CHF 240CHF 320CHF 25.309,512,711,7 %
AI °CHF 245CHF 298CHF 25.869,511,513,2 %
SG °CHF 245CHF 298CHF 25.919,511,511,1 %
TessinCHF 215CHF 268CHF 23.579,111,411,6 %
AR °CHF 230CHF 280CHF 25.868,910,812,1 %
Basel-LandschaftCHF 215CHF 268CHF 24.628,710,99,0 %
ZürichCHF 215CHF 268CHF 25.728,410,47,4 %
AargauCHF 225CHF 278CHF 27.008,310,39,8 %
GraubündenCHF 240CHF 290CHF 29.368,29,911,4 %
UriCHF 240CHF 290CHF 29.418,29,912,6 %
NidwaldenCHF 258CHF 311CHF 31.718,19,812,3 %
LuzernCHF 215CHF 268CHF 26.978,09,99,3 %
SchaffhausenCHF 230CHF 290CHF 29.307,89,911,5 %
ObwaldenCHF 220CHF 270CHF 29.337,59,211,3 %
SolothurnCHF 215CHF 268CHF 29.297,39,210,2 %
GlarusCHF 215CHF 268CHF 29.337,39,111,3 %
ThurgauCHF 215CHF 280CHF 29.337,39,610,5 %
SchwyzCHF 230CHF 280CHF 35.176,58,010,0 %

° AR/AI/SG: gerechnet mit dem CH-Medianlohn CHF 22 (keine kantonal zuordenbare Zahl), nicht im Ranking. ¹ Lohnbasis = gesetzlicher Mindestlohn statt Inserate-Median. Ausbildungszulage ZG: CHF 330 für 16–18, CHF 385 ab 18 (hier gerechnet mit 385). Kita-Spalte: Zulage in Prozent eines Vollzeit-Kita-Monats (Marktschätzung Clino).

Daten (CSV)

Vier Kantone: Hier setzt das Gesetz den Preis, nicht der Markt

In Genf, Basel-Stadt, Neuenburg und dem Jura liegt der massgebliche Mindestlohn über dem Medianlohn der Babysitter-Inserate. Die Studie rechnet dort mit dem Mindestlohn, denn günstiger ist eine legale Anstellung nicht zu haben. Genf ist der klarste Fall: Der Normalarbeitsvertrag der Hauswirtschaft (CTT-EDom) erklärt seine Löhne für zwingend und zählt die «prise en charge d'enfants» ausdrücklich zum Geltungsbereich, CHF 24.59 pro Stunde ab 1.1.2026. Der Bundes-NAV Hauswirtschaft gilt hier bewusst nicht: Genf hat als einziger Kanton einen eigenen, höheren Lohnboden für Hausangestellte.

Wo der gesetzliche Lohnboden den Preis setzt
OrtInserate-MedianMassgeblicher BodenGrundlageStd. aus der Zulage
JuraCHF 20.00CHF 21.40Kantonaler Mindestlohn (konservativ)10,8
GenfCHF 22.00CHF 24.59CTT-EDom (zwingend, inkl. Kinderbetreuung)10,7
Basel-StadtCHF 22.00CHF 22.20Mindestlohngesetz BS10,5
NeuenburgCHF 20.00CHF 21.35Kantonaler Mindestlohn (LEmpl)9,5
Stadt LuzernCHF 22.75in Kraft seit 1.1.20268,1
Stadt ZürichCHF 23.90bestätigt, noch nicht in Kraft7,7
WinterthurCHF 23.00bestätigt, noch nicht in Kraft8,0

In GE, BS, NE und JU liegt der massgebliche Mindestlohn über dem Inserate-Median; die Studie rechnet dort mit dem Mindestlohn, denn billiger ist eine legale Anstellung nicht zu haben. JU: Rechtslage für reine Kinderbetreuung offen (kantonale Auskunftsseite verweist Hausangestellte auf den Bundes-NAV, der überwiegende Kinderbetreuung ausnimmt); wir rechnen konservativ mit CHF 21.40. Städtische Mindestlöhne: Stadt Luzern seit 1.1.2026 in Kraft; Zürich und Winterthur vom Bundesgericht am 12.5.2026 bestätigt, Einführung noch offen.

Daten (CSV)

Bemerkenswert ist, was der Bundes-NAV nicht regelt: Personen, die «hauptsächlich für die Kinderbetreuung zuständig» sind, Tagesmütter und Babysitter, sind von seinem Geltungsbereich ausgenommen (SECO). Für reine Kinderbetreuung existiert damit in den meisten Kantonen gar kein Lohnboden. Das Tessin ist der einzige Kanton, der diese Lücke ausdrücklich schliesst: Sein kantonales Mindestlohngesetz nennt für den Sektor «Attività di famiglie e convivenze» einen Basislohn von CHF 20.00 pro Stunde (2026).


Ab 16 wird die Schere grösser: die Ausbildungszulage

Sobald das Kind in Ausbildung ist, steigt die Zulage auf mindestens CHF 268, und die kantonalen Unterschiede wachsen: Das Wallis zahlt CHF 477 Ausbildungszulage, 78 Prozent über dem Bundesminimum, und kommt damit auf 20,1 Betreuungsstunden pro Monat. Schwyz bleibt bei 8,0. Die Spannweite wächst von Faktor 2,1 auf Faktor 2,5.

Ausbildungszulage (ab 16): Betreuungsstunden pro Monat
#Std./Monat
1WallisCHF 477 · CHF 23.76/h20,1
2WaadtCHF 425 · CHF 23.73/h17,9
3GenfCHF 415 · CHF 29.12/h14,3
4FreiburgCHF 325 · CHF 23.67/h13,7
5BernCHF 310 · CHF 23.49/h13,2
6ZugCHF 385 · CHF 29.32/h13,1
7JuraCHF 325 · CHF 25.44/h12,8
8NeuenburgCHF 320 · CHF 25.30/h12,7
9Basel-StadtCHF 325 · CHF 26.11/h12,4
10TessinCHF 268 · CHF 23.57/h11,4
11Basel-LandschaftCHF 268 · CHF 24.62/h10,9
12ZürichCHF 268 · CHF 25.72/h10,4
13AargauCHF 278 · CHF 27.00/h10,3
14LuzernCHF 268 · CHF 26.97/h9,9
15SchaffhausenCHF 290 · CHF 29.30/h9,9
16GraubündenCHF 290 · CHF 29.36/h9,9
17UriCHF 290 · CHF 29.41/h9,9
18NidwaldenCHF 311 · CHF 31.71/h9,8
19ThurgauCHF 280 · CHF 29.33/h9,6
20ObwaldenCHF 270 · CHF 29.33/h9,2
21SolothurnCHF 268 · CHF 29.29/h9,2
22GlarusCHF 268 · CHF 29.33/h9,1
23SchwyzCHF 280 · CHF 35.17/h8,0

Gleiches Modell, gerechnet mit der Ausbildungszulage (16–25). ZG: CHF 385 gilt ab 18, für 16–18 sind es CHF 330. Betreuung bleibt auch für Teenager real: Randzeiten, Hausaufgaben, Geschwister.

Daten (CSV)

Der Realitätstest: Kita-Monat und Betreuungslücke

Wie weit trägt die Zulage im Alltag? Ein Vollzeit-Kita-Platz kostet vor Subventionen je nach Kanton CHF 1'850 bis 2'900 pro Monat. Die Kinderzulage deckt davon 7,4 Prozent (Zürich) bis 16,8 Prozent (Wallis). Diese Rechnung kommt ohne Babysitter-Löhne aus und umfasst deshalb alle 26 Kantone, auch Appenzell und St. Gallen.

Die Zulage im Verhältnis zum Kita-Monat
#% Kita
1WallisZulage CHF 327 · Kita CHF 1’950/Monat16,8%
2JuraZulage CHF 275 · Kita CHF 1’950/Monat14,1%
3WaadtZulage CHF 322 · Kita CHF 2’300/Monat14,0%
4AIZulage CHF 245 · Kita CHF 1’850/Monat13,2%
5GenfZulage CHF 311 · Kita CHF 2’400/Monat13,0%
6FreiburgZulage CHF 265 · Kita CHF 2’100/Monat12,6%
7UriZulage CHF 240 · Kita CHF 1’900/Monat12,6%
8NidwaldenZulage CHF 258 · Kita CHF 2’100/Monat12,3%
9ZugZulage CHF 330 · Kita CHF 2’700/Monat12,2%
10ARZulage CHF 230 · Kita CHF 1’900/Monat12,1%
11NeuenburgZulage CHF 240 · Kita CHF 2’050/Monat11,7%
12TessinZulage CHF 215 · Kita CHF 1’850/Monat11,6%
13SchaffhausenZulage CHF 230 · Kita CHF 2’000/Monat11,5%
14GraubündenZulage CHF 240 · Kita CHF 2’100/Monat11,4%
15ObwaldenZulage CHF 220 · Kita CHF 1’950/Monat11,3%
16GlarusZulage CHF 215 · Kita CHF 1’900/Monat11,3%
17SGZulage CHF 245 · Kita CHF 2’200/Monat11,1%
18Basel-StadtZulage CHF 275 · Kita CHF 2’600/Monat10,6%
19ThurgauZulage CHF 215 · Kita CHF 2’050/Monat10,5%
20BernZulage CHF 250 · Kita CHF 2’400/Monat10,4%
21SolothurnZulage CHF 215 · Kita CHF 2’100/Monat10,2%
22SchwyzZulage CHF 230 · Kita CHF 2’300/Monat10,0%
23AargauZulage CHF 225 · Kita CHF 2’300/Monat9,8%
24LuzernZulage CHF 215 · Kita CHF 2’300/Monat9,3%
25Basel-LandschaftZulage CHF 215 · Kita CHF 2’400/Monat9,0%
26ZürichZulage CHF 215 · Kita CHF 2’900/Monat7,4%

Monatliche Kinderzulage in Prozent eines Vollzeit-Kita-Platzes pro Monat (marktübliche Vollkosten vor Subventionen, Clino-Schätzung je Kanton). Alle 26 Kantone; diese Rechnung braucht keine Babysitter-Löhne.

Daten (CSV)

Und gemessen an der Lücke, die diese Studienserie vermessen hat? Für ein Primarschulkind zweier Vollzeit-Eltern bleiben je nach Stadt 22,5 bis 27,8 Stunden pro Woche strukturell ungedeckt (Clino-Studie «Schule bis 15.20 Uhr, Arbeit bis 18 Uhr», August 2026). Selbst die Walliser Bestmarke von 13,8 Stunden pro Monat deckt damit nicht eine einzige Woche der Lücke. Die Kinderzulage ist ein Zustupf an die Familienkosten, als Betreuungsfinanzierung war sie nie gedacht und reicht dafür nirgends.


Der Bonus zur Geburt: 28 bis 90 Stunden

Neun Kantone kennen zusätzlich eine einmalige Geburtszulage, alle in der West- und Zentralschweiz gelegen, kein einziger Deutschschweizer Grosskanton ist darunter. Das Wallis zahlt mit CHF 2'142 am meisten: umgerechnet 90 Babysitter-Stunden, die ein Neugeborenes freilich noch nicht braucht. Genf folgt mit CHF 2'073, die Waadt mit 1'617.

Die Geburtszulage in Babysitter-Stunden
KantonGeburtszulage (einmalig)Babysitter-Stunden
WallisCHF 2’14290,1
GenfCHF 2’07371,2
WaadtCHF 1’61768,1
FreiburgCHF 1’50063,4
JuraCHF 1’50059,0
NeuenburgCHF 1’20047,4
UriCHF 1’20040,8
LuzernCHF 1’07539,9
SchwyzCHF 1’00028,4

9 Kantone kennen eine einmalige Geburtszulage (Stand 1.1.2026). Umgerechnet mit den Vollkosten einer Babysitter-Stunde im jeweiligen Kanton. VD/VS/GE zahlen bei Mehrlingsgeburten bzw. ab dem 3. Kind mehr; gerechnet ist der Grundbetrag.

Daten (CSV)

Babysitter, Nanny oder Haushaltshilfe: der Quervergleich

Das Bild ändert sich nicht grundsätzlich, wenn statt der Babysitterin eine marktüblich bezahlte Nanny oder eine Haushaltshilfe rechnet wird, es wird nur teurer: Eine Nanny-Stunde kostet in Zürich mit allen Abgaben rund CHF 41, die Zulage kauft dort noch 5,3 Stunden pro Monat. Das Wallis bleibt in allen drei Szenarien vorn, Zürich in allen dreien hinten.

Babysitter, Nanny oder Haushaltshilfe: Stunden aus der Kinderzulage
KantonBabysitterNannyHaushaltshilfe
Wallis13,810,010,6
Zug11,37,69,4
Genf10,77,58,5
Zürich8,45,36,3
Tessin9,16,97,3
Schwyz6,56,07,3

Babysitter: Inserate-Median bzw. Mindestlohn (Hauptmodell). Nanny: Mitte der marktüblichen Spanne je Kanton (Clino-Marktdaten). Haushaltshilfe: kantonaler Durchschnittslohn (BFS-SAKE-Schätzung). Alle mit vollen Arbeitgeberkosten im vereinfachten Verfahren.

Daten (CSV)

Zahlen zum Zitieren

«Dieselbe eidgenössisch geregelte Kinderzulage kauft im Wallis 13,8 legale Betreuungsstunden pro Monat, in Schwyz 6,5: ein Kaufkraft-Unterschied von Faktor 2,1.»

Quellen: BSV, Ansätze der Familienzulagen 2026; Clino-Lohnkarte (babysitting24.ch, Juli 2026, n=4'844); Clino-Lohnrechnung

«Die Romandie gewinnt doppelt: Wallis, Waadt und Freiburg zahlen hohe Zulagen bei Babysitter-Medianlöhnen von CHF 20. Die Zentralschweiz verliert doppelt: In Schwyz kostet die Babysitter-Stunde im Median CHF 30, die Zulage beträgt CHF 230.»

Quellen: BSV 2026; Clino-Lohnkarte Juli 2026

«Sieben Kantone zahlen für ein Kind unter 12 exakt das Bundesminimum von CHF 215, das zuvor sechzehn Jahre lang bei CHF 200 eingefroren war. Zug zahlt mit CHF 330 am meisten: 53 Prozent mehr als das Minimum.»

Quellen: FamZG Art. 5 (Stand 1.1.2025); BSV, Ansätze 2026; Bundesrat, Medienmitteilung vom 28.8.2024

«In Genf, Basel-Stadt, Neuenburg und dem Jura setzt nicht der Markt den Preis der Betreuungsstunde, sondern der gesetzliche Mindestlohn: Er liegt dort über dem Medianlohn der Inserate. Genfs CTT-EDom zählt die Kinderbetreuung ausdrücklich zum zwingenden Geltungsbereich.»

Quellen: CTT-EDom GE (J 1 50.03), Art. 1 und 10; NE SEMP, Mémento salaire minimum 2026; BS MiLoG; jura.ch; Clino-Berechnung

«Einen Vollzeit-Kita-Monat deckt die Kinderzulage nirgends auch nur zu einem Fünftel: Die Spanne reicht von 7,4 Prozent in Zürich bis 16,8 Prozent im Wallis.»

Quellen: BSV 2026; Clino-Marktschätzungen Kita-Vollkosten je Kanton

«Selbst der Schweizer Spitzenwert von 13,8 Stunden pro Monat deckt keine einzige Woche der Betreuungslücke, die zwei Vollzeit-Eltern eines Primarschulkinds bleibt: 22,5 bis 27,8 Stunden pro Woche.»

Quellen: Clino-Studien «Kinderzulage in Betreuungsstunden» und «Schule bis 15.20 Uhr, Arbeit bis 18 Uhr», August 2026


Was das für Familien konkret heisst

Wer die Kinderzulage tatsächlich in Betreuung umsetzt, wird Arbeitgeber, auch bei zwei Stunden pro Woche. Im Privathaushalt gibt es keine Bagatellgrenze: AHV-Beiträge sind ab dem ersten Franken geschuldet. Die einzige Ausnahme, die Freigrenze von CHF 750 pro Jahr für Babysitter unter 25, ist ausgerechnet mit der Zulage schnell erreicht: Wer nur das Bundesminimum von CHF 215 monatlich in Betreuung investiert, überschreitet sie im vierten Monat. Ab dann gehören Anmeldung bei der Ausgleichskasse, Unfallversicherung und Lohnabrechnung dazu, im vereinfachten Verfahren gut machbar, aber Pflicht.

Warum eine Lohnplattform diese Daten publiziert

Clino ist die Schweizer Plattform für die legale Anstellung im Privathaushalt: schriftlicher Vertrag, AHV-Anmeldung, Unfallversicherung, monatliche Lohnabrechnungen und Lohnausweis, in allen 26 Kantonen, für CHF 19.90 pro Monat. Die Kinderzulage und die legale Betreuung gehören dabei zusammen wie kaum zwei andere Dinge: Finanziert werden die Zulagen zu 91 Prozent von Arbeitgeberbeiträgen an die Familienausgleichskassen, je nach Kanton rund 1 bis 3 Prozent der Lohnsumme. Wer seine Babysitterin legal anstellt, zahlt diese Beiträge auf ihrem Lohn mit und speist damit genau das System, das die eigene Kinderzulage auszahlt. Unsere Lohnrechnung weist sie in jeder Abrechnung aus.

Nanny oder Babysitterin legal anstellen · Lohnrechner

Die Kinderzulage ist überall Bundesrecht. Was sie kauft, entscheidet der Kanton, und zwar zweimal: bei der Höhe der Zulage und beim Preis der legalen Stunde.


Überraschende Erkenntnisse

Das Wallis schlägt Genf, doppelt

Genf gilt als der Kanton der grosszügigen Familienleistungen. Tatsächlich zahlt das Wallis die höhere Kinderzulage (CHF 327 gegenüber 311), und weil in Genf zugleich der höchste Lohnboden der Schweiz gilt (CHF 24.59 nach CTT-EDom), kostet die legale Stunde dort CHF 29.12: Genf landet trotz viertbester Zulage nur auf Rang 6. Das Wallis kombiniert die zweithöchste Zulage mit einem Medianlohn von CHF 20 und gewinnt das Ranking mit Abstand.

Aufholen reicht nicht: Graubünden und Aargau erhöhen, und bleiben hinten

Nur zwei Kantone haben ihre Zulagen auf den 1.1.2026 erhöht: Graubünden um 10 auf 240 Franken, der Aargau um 10 auf 225. Im Kaufkraft-Ranking stehen sie trotzdem auf den Rängen 14 und 13, denn ihre Babysitter-Medianlöhne (CHF 25 und 23) fressen die Erhöhung auf. Eine Zulagen-Erhöhung um 10 Franken kauft in Graubünden 20 Minuten Betreuung pro Monat.

Für reine Kinderbetreuung gibt es fast nirgends einen Mindestlohn

Der nationale Normalarbeitsvertrag Hauswirtschaft nimmt Personen, die «hauptsächlich für die Kinderbetreuung zuständig» sind, ausdrücklich von seinem Geltungsbereich aus. Wer als Babysitterin oder Tagesmutter arbeitet, hat deshalb in den meisten Kantonen keinen gesetzlichen Lohnboden. Nur Genf (CTT-EDom, CHF 24.59), Neuenburg (kantonaler Mindestlohn CHF 21.35) und das Tessin (Mindestlohngesetz, Sektor Privathaushalte, CHF 20.00) schliessen die Lücke ausdrücklich; in Basel-Stadt spricht der Gesetzestext dafür, im Jura ist die Lage offen.


Quellen

  • BSV: Arten und Ansätze der Familienzulagen nach dem FamZG, dem FLG und den kantonalen Gesetzen 2026 (12.12.2025), Konsolidierte Tabelle aller 26 Kantone, Stand 1.1.2026
  • Fedlex: Familienzulagengesetz (FamZG, SR 836.2), Art. 3 und 5 (Stand 1.1.2025), Mindestansätze CHF 215/268, erste Erhöhung seit 2009 (AS 2024 493)
  • 26 kantonale Ausgleichskassen und Familienzulagen-Gesetze (2026), Jeder Ansatz einzeln an der kantonalen Quelle geprüft, abgerufen 12.8.2026
  • BSV: Statistik der Familienzulagen 2024 (Februar 2026), 6,6 Mrd. Franken, 2,6 Mio. Zulagen, Ø ausbezahlt CHF 244/313, Finanzierung zu 91,3 % durch Arbeitgeber
  • Clino: «Was ein Babysitter kostet: die Lohnkarte der Schweiz» (Juli 2026), Medianlöhne je Kanton, babysitting24.ch, n=4'844; AR/AI/SG ohne kantonale Zahl
  • SECO: NAV Hauswirtschaft (Stand 1.1.2026); CTT-EDom GE (J 1 50.03); NE SEMP Mémento 2026; BS Mindestlohngesetz und FAQ; TI CNL-Dekret vom 17.12.2025 und LSM-Guida 2026; jura.ch (2026), Lohnböden und ihr Geltungsbereich für Kinderbetreuung, im Originaltext geprüft
  • Bundesgericht, Urteil vom 12.5.2026 (kommunale Mindestlöhne ZH/Winterthur); Stadt Luzern (Mindestlohn seit 1.1.2026) (2026), Stand der städtischen Mindestlöhne
  • Clino-Lohnrechnung (produktiver Rechenkern) (2026), Vollkosten je Kanton: Ferienzuschlag, AHV/IV/EO, ALV, UVG, FAK, Verwaltungskosten, vereinfachtes Verfahren

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