Der älteste Kanton der Schweiz
Das Tessin führt beide Alters-Ranglisten an: 24,0 % der Bevölkerung sind über 65, 8,0 % über 80 — kein anderer Kanton kommt auch nur in die Nähe. Innerhalb des Kantons ist im Bezirk Blenio fast jede zehnte Person über 80. Das Tessin lebt heute schon die Demografie, die die ganze Schweiz erst gegen 2040 erreichen wird — und zeigt im Voraus die Nachfrage, die daraus folgt: mehr Pflege zu Hause als irgendwo sonst, und die Frage, wer sie leistet, zu welchen Bedingungen. Eine Vertiefung mit Daten pro Bezirk.
Zusammenfassung
Das Tessin ist der älteste Kanton der Schweiz — und zwar mit Abstand. Ende 2024 sind 86'074 Tessinerinnen und Tessiner über 65 (24,0 %) und 28'637 über 80 (8,0 %): Platz eins in beiden kantonalen Ranglisten (BFS STATPOP, beobachtete Werte). Der Schweizer Durchschnitt der 80+ liegt bei 5,8 % — gemäss BFS-Referenzszenario erreicht das Land als Ganzes den heutigen Tessiner Anteil erst um 2040. Wer die Schweiz von morgen sehen will, schaue auf das Tessin von heute.
Innerhalb des Kantons hat die Alterung eine klare Geografie. In den Bezirken Blenio (28,2 % 65+, 9,9 % 80+), Locarno (28,1 %) und Leventina (27,8 %) ist das hohe Alter bereits demografische Normalität; Bellinzona ist der jüngste Bezirk (21,0 %). Und das Tessiner Pflegesystem hat seine Antwort längst gewählt: das Zuhause. Das Tessin pflegt zu Hause mit beispielloser Intensität — 82 Stunden pro Klientin oder Klient gegenüber 60 im Schweizer Durchschnitt, 23,5 Stunden pro Einwohner über 65 gegenüber 14,5 — und hält zugleich weniger Betten im Pflegeheim (169 pro 1'000 über 80-Jährige, gegenüber 193). Die Klientenzahl der Hilfe zu Hause hat sich seit 2011 mehr als verdoppelt (+134 %).
Diese Wahl hat eine oft unsichtbare Hauptfigur: die, die zu Hause pflegen. In der Schweiz arbeiten heute — offizielle Schätzung — zwischen 12'000 und 24'000 migrantische Betreuerinnen, mehrheitlich direkt von den Familien angestellt, oft in der Grauzone, mit Löhnen, die in den für den Bund gesammelten Erfahrungsberichten auf 2'000–2'500 Franken pro Monat sinken. Der reguläre Weg existiert und ist zugänglicher, als man denkt: Eine legal angestellte Live-in-Betreuerin kostet im Tessin ab rund CHF 4'100 pro Monat an gesamter Geldausgabe — Sozialbeiträge, BVG und Administration inklusive — gegenüber 6'000–7'500 bei privaten Agenturen und einer typischen Heimtaxe (retta) von 4'500–5'600 Franken. Diese Studie ist überparteilich, wissenschaftlich fundiert und in Methodik und Quellen transparent.
Der Rekord: Platz eins bei 65+, Platz eins bei 80+
In den Altersranglisten hat die Schweiz einen klaren Sieger. Das Tessin liegt beim Anteil der über 65-Jährigen vor Graubünden (23,6 %) und Basel-Landschaft (23,3 %) — und mit 8,0 % über 80-Jährigen distanziert es den zweiten Platz (Basel-Landschaft, 7,4 %) noch deutlicher. Das ist kein Ausreisserjahr: Es ist die demografische Struktur eines Kantons, in dem die geburtenstarken Jahrgänge bereits im Pflegealter angekommen sind, während die jungen Erwachsenen in die Wirtschaftszentren nördlich der Alpen abwandern.
| # | Anteil 80+ | |
|---|---|---|
| 1 | Tessin24,0 % sind 65+ | 8.0 % |
| 2 | Basel-Landschaft23,3 % sind 65+ | 7.4 % |
| 3 | Schaffhausen22,5 % sind 65+ | 6.7 % |
| 4 | Basel-Stadt19,8 % sind 65+ | 6.7 % |
| 5 | Graubünden23,6 % sind 65+ | 6.6 % |
| 6 | Bern22,4 % sind 65+ | 6.6 % |
| 7 | Jura22,8 % sind 65+ | 6.5 % |
| 8 | Nidwalden23,2 % sind 65+ | 6.3 % |
| 9 | Uri22,6 % sind 65+ | 6.3 % |
| 10 | Neuenburg20,1 % sind 65+ | 6.3 % |
| 11 | Appenzell I.Rh.21,5 % sind 65+ | 6.1 % |
| 12 | Glarus21,9 % sind 65+ | 6.0 % |
| 13 | Solothurn21,4 % sind 65+ | 6.0 % |
| 14 | Appenzell A.Rh.21,7 % sind 65+ | 5.9 % |
| 15 | Wallis20,9 % sind 65+ | 5.8 % |
| 16 | Obwalden21,5 % sind 65+ | 5.6 % |
| 17 | St. Gallen19,5 % sind 65+ | 5.6 % |
| 18 | Genf16,6 % sind 65+ | 5.5 % |
| 19 | Luzern19,0 % sind 65+ | 5.4 % |
| 20 | Zug18,5 % sind 65+ | 5.4 % |
| 21 | Zürich17,5 % sind 65+ | 5.4 % |
| 22 | Schwyz19,8 % sind 65+ | 5.2 % |
| 23 | Thurgau19,7 % sind 65+ | 5.2 % |
| 24 | Aargau19,2 % sind 65+ | 5.2 % |
| 25 | Waadt17,0 % sind 65+ | 5.2 % |
| 26 | Freiburg17,1 % sind 65+ | 4.5 % |
Anteil der Bevölkerung ab 80 Jahren an der ständigen Wohnbevölkerung, Ende 2024 (BFS STATPOP, beobachtet). Unterzeile: Anteil 65+. Das Tessin führt beide Ranglisten an — 80+ (8,0 %) und 65+ (24,0 %).
Auf der Karte ist das Tessin die dunkelste Ecke der Schweiz. Und der Vergleich mit dem Landesdurchschnitt zeigt das Ausmass des Vorsprungs: Heute zählt die Schweiz 5,8 % über 80-Jährige; gemäss BFS-Referenzszenario erreicht sie den heutigen Tessiner Anteil (8,0 %) erst um 2040. Mit anderen Worten: Das Tessin lebt die Demografie des ganzen Landes mit rund fünfzehn Jahren Vorsprung — samt ihren praktischen Folgen.
Anteil der Bevölkerung ab 65 Jahren, Ende 2024 (BFS STATPOP, beobachtet). Dunkler = älter. Das Tessin ist mit 24,0 % der älteste Kanton der Schweiz, vor Graubünden (23,6 %) und Basel-Landschaft (23,3 %).
Und die Welle stoppt nicht: Bis 2050 wachsen die über 80-jährigen Tessinerinnen und Tessiner um weitere +85 %, von 28'637 auf rund 53'000 (BFS-Referenzszenario). Das ist ein langsameres Wachstum als in den heute jungen Kantonen — Thurgau, Obwalden, Freiburg, wie in unserem Care-Druck-Index gezeigt — eben weil das Tessin schon weit voraus ist. In absoluten Zahlen heisst das aber: Die Bevölkerung mit dem grössten Pflegebedarf verdoppelt sich in 25 Jahren beinahe.
Im Innern des Kantons: wo die Alterung schon angekommen ist
Der kantonale Durchschnitt verdeckt tiefe Unterschiede zwischen den acht Bezirken. An der Spitze steht das Bleniotal: 28,2 % über 65 und 9,9 % über 80 — fast jede zehnte Person. Direkt dahinter folgt aber nicht ein weiteres abgelegenes Tal, sondern der Bezirk Locarno: 64'334 Einwohnerinnen und Einwohner, 28,1 % über 65 und 9,2 % über 80 — die Alterung des Tessins ist kein rein alpines Phänomen, sie wohnt auch am See. Es folgt die Leventina (27,8 %).
| # | Anteil 65+ | |
|---|---|---|
| 1 | Blenio5’613 Einwohner | 28.2 % |
| 2 | Locarno64’334 Einwohner | 28.1 % |
| 3 | Leventina8’751 Einwohner | 27.8 % |
| 4 | Vallemaggia5’991 Einwohner | 25.6 % |
| 5 | Mendrisio50’450 Einwohner | 25.2 % |
| 6 | Lugano154’938 Einwohner | 22.7 % |
| 7 | Riviera10’470 Einwohner | 22.2 % |
| 8 | Bellinzona58’356 Einwohner | 21.0 % |
Anteil der Bevölkerung ab 65 Jahren je Tessiner Bezirk, Ende 2024 (BFS STATPOP). Unterzeile: Einwohnerzahl. Blenio, Locarno und Leventina führen — im Blenio-Tal ist fast jeder Zehnte über 80. Bellinzona ist der jüngste Bezirk (21,0 %).
Am anderen Ende ist Bellinzona der jüngste Bezirk (21,0 % 65+, 6,8 % 80+) — jünger sogar als etliche Schweizer Kantone — und Lugano (22,7 %) hält mit seinen 154'938 Einwohnerinnen und Einwohnern den kantonalen Durchschnitt tief. Das Ergebnis ist ein Kanton der zwei Geschwindigkeiten: Bezirke, in denen die Pflegenachfrage schon jene ist, die die Schweiz Mitte des Jahrhunderts kennen wird, und urbane Zentren, die sich dank Arbeit und Zuwanderung verjüngen. Für alle, die Betreuung organisieren — Gemeinden, Spitex-Dienste, Familien — ist der Unterschied keine Statistik: Es ist die Zahl der Betreuerinnen, die es brauchen wird, Haus für Haus.
Das Tessin pflegt zu Hause — mehr als alle anderen
Auf die Frage «Heim oder Zuhause?» hat das Tessin längst geantwortet. 2024 erreichte die Hilfe und Pflege zu Hause 24'729 Klientinnen und Klienten — 83 % davon über 65 — mit über 2 Millionen Stunden an Pflege- und Betreuungsleistungen: Seit 2011 ist die Klientenzahl um +134 % gewachsen, stärker als der Landesdurchschnitt (+107 %). Und die Intensität sprengt die Skala: 82 Stunden pro Klientin oder Klient gegenüber 60 im Schweizer Durchschnitt; 23,5 Stunden pro Einwohner über 65, gegenüber 14,5.
| Indikator | Tessin | Schweiz |
|---|---|---|
| Spitex-Stunden pro Klient/in (2024) | 82 h | 60 h |
| Spitex-Stunden pro Einwohner/in 65+ (2024) | 23,5 h | 14,5 h |
| Pflegeheim-Betten pro 1'000 Einwohner/innen 80+ (2024) | 169 | 193 |
| Wachstum Spitex-Klientel 2011–2024 | +134 % | +107 % |
Quellen: USTAT «14 Salute» (März 2026, Datenjahr 2024; Spitex-Daten: Spitex/BFS, Betten: SOMED/BFS). Das Tessin betreut deutlich intensiver zu Hause als der Schweizer Durchschnitt — und hält zugleich weniger Heimbetten pro 1'000 über-80-Jährige.
Das Spiegelbild dieser Wahl sind die Pflegeheime: Das Tessin hält 169 Betten pro 1'000 über 80-Jährige gegenüber 193 im Schweizer Durchschnitt — und füllt sie zu 94 % (4'847 Betten, Durchschnittsalter der Bewohnerinnen und Bewohner 86,2 Jahre). Die kantonale Planung 2021–2030 sieht 1'180 neue Betten vor, doch die Mathematik der Welle ist eindeutig: Wenn die 80+ um 85 % wachsen und die Betten nur um einen Bruchteil, wird die Differenz zu Hause gepflegt. Und das, während die Spitex national bereits den Rekord erreicht — 25,6 Mio. Stunden 2024, +10,2 %, der stärkste Anstieg seit 2011 — und der Markt sein Gesicht ändert: Das Tessin war 2021 der erste Kanton, in dem gewinnorientierte private Spitex-Anbieter die Non-Profit-Organisationen bei den geleisteten Stunden überholten.
Die Rechnung: legale Betreuerin, Agentur oder Pflegeheim
Wenn die Pflege nach Hause wandert, lautet die nächste Frage: Was kostet es, sie richtig zu machen? Die Maximaltaxe 2026 der Tessiner Pflegeheime reicht laut offizieller Liste des DSS von CHF 126.90 bis 238.00 pro Tag — im typischen Band 4'500–5'600 Franken pro Monat zulasten der Bewohnerin oder des Bewohners (Pension bzw. Heimtaxe (retta), nach Einkommen abgestuft; die Beteiligung an den Pflegekosten, maximal 23 Franken pro Tag, kommt hinzu). Private 24h-Betreuungsagenturen liegen höher: 6'000–7'500 Franken pro Monat gemäss Branchenpreislisten.
Und der dritte Weg, über den am wenigsten gesprochen wird: eine Live-in-Betreuerin direkt und legal anstellen. Berechnet mit dem Lohnrechner von Clino zu Tessiner Bedingungen — Barlohn plus Kost und Logis (Naturallohn von CHF 990 pro Monat, offizieller AHV-Ansatz), ordentliches Verfahren, BVG und Quellensteuer inklusive — beginnt die gesamte Geldausgabe der Familie bei rund CHF 4'100 pro Monat für einen Lohn von 3'500 Franken und erreicht rund 6'400 für einen Lohn von 5'500.
| Barlohn/Monat | AHV-pflichtiger Lohn | Nettolohn | Arbeitgeberkosten/Monat |
|---|---|---|---|
| CHF 3’500 | CHF 4’490 | CHF 2’708 | CHF 4’073 |
| CHF 4’500 | CHF 5’490 | CHF 3’494 | CHF 5’233 |
| CHF 5’500 | CHF 6’490 | CHF 4’281 | CHF 6’393 |
Monatliche Arbeitgeber-Geldkosten für eine im Haushalt lebende Betreuerin im Tessin, berechnet mit der Clino-Payroll-Engine (Juli 2026): Barlohn + Naturallohn CHF 990 für Kost & Logis (AHV-pflichtig, offizieller Ansatz Merkblatt 2.06), ordentliches Verfahren (Jahreslohn über CHF 22'680), Ausweis B, Alter 45, inkl. AHV/IV/EO, ALV, BU, FAK TI, BVG und Quellensteuer-Schätzung. Kost & Logis kommen als Sachleistung hinzu. Eine einzelne Betreuerin deckt keine 24h-Betreuung ab (Arbeits- und Ruhezeiten) — Richtwerte, keine Offerte.
Die Alternativen
- •Private 24h-Agentur: CHF 6'000–7'500/Monat (Branchenpreislisten)
- •Pflegeheim: typische Heimtaxe (retta) CHF 4'500–5'600/Monat + Beteiligung an den Pflegekosten, nach Einkommen
- •Grauzone: bezeugte Löhne von CHF 2'000–2'500/Monat, ohne AHV und ohne Unfallschutz
- •In der Grauzone ist das Risiko doppelt: Beitragsnachforderungen für die Familie, kein Schutz für die Pflegende
Legal angestellte Live-in-Betreuerin (ab ~CHF 4'100/Monat)
- •Schriftlicher Vertrag, AHV/IV/EO ab dem ersten Franken, Unfallversicherung, BVG
- •Kost und Logis als Naturallohn (CHF 990/Monat, offizieller Ansatz)
- •Die Betreuerin erhält Nettolohn, Lohnabrechnung und Lohnausweis — und baut ihre eigene Rente auf
- •Eine Person allein deckt die 24 Stunden nicht legal ab: Es braucht Pausen, Ruhezeiten und Ablösungen
Die Grauzone: wer die Haushalte des ältesten Kantons pflegt
Die jüngsten offiziellen Schätzungen — für das SECO erstellt und vom Bericht des Bundesrats vom Dezember 2025 übernommen — sprechen von 12'000–24'000 migrantischen Betreuerinnen, die heute in Schweizer Haushalten arbeiten, grösstenteils Frauen aus Osteuropa in Pendelrotationen von 2–4 Wochen. Nur eine Minderheit ist über Agenturen angestellt: Rund zwei Drittel arbeiten direkt für die Familien, wo Kontrollen praktisch nie ankommen. Mit der Alterung steigt der geschätzte Bedarf auf 18'000–36'000 Personen bis 2040.
Die Bedingungen liegen in den für den Bund gesammelten Erfahrungsberichten oft weit unter jedem Minimum: Löhne von 2'000–2'500 Franken pro Monat für fast durchgehende Präsenz, unbezahlte Nachtbereitschaft, «viele Polinnen, die für 1'800 Franken im Monat arbeiten, nicht angemeldet sind und kaum aus dem Haus können», wie eine Spitex-Mitarbeiterin berichtet, die in der Studie der Universität Zürich für das SECO zitiert wird. Und der rechtliche Rahmen bleibt fragil: Der Bundesrat hat im Dezember 2025 entschieden, das Arbeitsgesetz nicht auf die Privathaushalte auszudehnen — für alle, die direkt von einer Familie angestellt sind, gelten nur das Obligationenrecht, der Normalarbeitsvertrag des Bundes (Mindestlohn CHF 20.35 pro Stunde ab 2026) und die kantonalen Normalarbeitsverträge.
Genau hier setzt Clino an: Die Plattform macht aus der Direktanstellung — der verbreitetsten und am wenigsten geschützten Form — in wenigen Minuten eine reguläre Anstellung: schriftlicher Vertrag, AHV-Anmeldung ab dem ersten Franken, Unfallversicherung, BVG wo geschuldet, monatliche Lohnabrechnung und Lohnausweis. Der Unterschied zwischen Grauzone und regulärer Anstellung ist im ältesten Kanton der Schweiz nicht der Bedarf: Es ist die Frage, wie einfach es ist, die Dinge richtig zu machen.
Das Tessin zeigt der Schweiz ihre eigene Zukunft: mehr alte Menschen, weniger Betten, Pflege, die in die Haushalte wandert. Ob die, die sie leisten, einen Vertrag, AHV und eine Versicherung haben — oder unsichtbar bleiben — ist die eigentliche sozialpolitische Weichenstellung der nächsten 25 Jahre.
Überraschende Erkenntnisse
Das Tessin lebt die Schweizer Demografie mit 15 Jahren Vorsprung
Die 8,0 % über 80-Jährigen, die das Tessin heute hat, sind der Anteil, den die ganze Schweiz erst um 2040 erreichen wird (Interpolation des BFS-Referenzszenarios). Jede Frage, die die demografische Welle dem Land stellen wird — Betten, Betreuerinnen, Pflegefinanzierung — liegt im Tessin schon jetzt auf dem Tisch. Der älteste Kanton ist faktisch das Labor der alternden Schweiz.
Die Tessiner Alterung wohnt nicht nur in den Tälern — und Bellinzona ist jünger als die halbe Schweiz
An der Spitze der Bezirksrangliste steht das Bleniotal (9,9 % über 80), doch direkt dahinter folgt der Bezirk Locarno — 64'000 Einwohnerinnen und Einwohner am See, kein abgelegenes Tal — mit 28,1 % über 65. Am anderen Ende ist Bellinzona mit 21,0 % jünger als Kantone wie Bern, Schaffhausen oder Uri. Im ältesten Kanton koexistieren die Demografie von 2050 und Bezirke unter dem Landesdurchschnitt.
Eine legal angestellte Betreuerin kann weniger kosten als die Heimtaxe eines Pflegeheims
Die Vorstellung, «legal sei unbezahlbar», hält den Zahlen nicht stand: Zu Tessiner Bedingungen beginnt die gesamte Geldausgabe für eine legal angestellte Live-in-Betreuerin bei rund CHF 4'100 pro Monat — unter dem typischen Band der Heimtaxe (4'500–5'600) und deutlich unter den 24h-Agenturen (6'000–7'500). Der Vergleich hat klare Grenzen — eine Person allein deckt die 24 Stunden nicht ab, Kost und Logis kommen als Naturallohn hinzu — doch der Schluss hält: Legalität ist nicht der Luxus, für den viele Familien sie halten.
Quellen
- BFS — STATPOP, ständige Wohnbevölkerung nach Alter und Bezirk (2024) — Cube px-x-0102010000_101; Kanton Tessin und 8 Bezirke, Ende 2024, beobachtet
- BFS — Bevölkerungsszenarien 2025–2055 (2025) — Referenzszenario AR-00-2025: 80+ Tessin +85 % bis 2050
- USTAT — «14 Gesundheit», Themenübersicht (2026) — Datenjahr 2024: Hilfe zu Hause (Spitex/BFS) und Pflegeheime (SOMED/BFS) im Tessin
- DSS Tessin — Retta massima 2026, Ufficio degli anziani e delle cure a domicilio (2026) — Offizielle Heimtaxen, CHF 126.90–238.00/Tag
- BFS — Spitex-Statistik, Mitteilung vom 11.11.2025 (2024) — 25,6 Mio. Pflegestunden (+10,2 %), ~424'000 Klientinnen und Klienten; Profit überholt Non-Profit im Tessin (2021)
- SECO / Bundesrat — Bericht zum Postulat Marti 22.3273 (2025) — Schätzungen Betreuerinnen (B,S,S. 2024, UZH 2024): 12'000–24'000 heute, 18'000–36'000 im Jahr 2040
- Clino — Lohnrechner (2026) — Arbeitgeberkosten für Live-in-Betreuerin im Tessin, ordentliches Verfahren
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Über Clino
Clino ist eine Schweizer SaaS-Plattform, die privaten Haushalten ermöglicht, ihre Haushaltshilfe legal anzustellen — Lohnabrechnung, Arbeitsvertrag, AHV-Anmeldung und Unfallversicherung inklusive. CHF 19.90/Monat. Alle 26 Kantone. Gegründet 2025 in Zürich. clino.ch


























